50'000 Euro wegen eines einzigen Posts

Ein Poetry Slammer wollte etwas Gutes tun und hat sich mit einem Spendenaufruf auf Facebook in die finanzielle Scheisse geritten – nun muss er 50'000 Euro spenden.

Für Viele bedeutet die Weihnachtszeit vor allem eins: Sich den Bauch mit fetter Weihnachtsgans vollzustopfen, Geschenke aufzureissen und so viel Eierlikör mit der Familie zu kippen, dass man spätestens um neun Uhr abends besoffen unter dem festlich geschmückten Weihnachtsbaum liegt.

Für manch andere ist die Zeit des kitschigen Christbaumschmucks und der schlechten Mariah Carey-Coversongs aber auch eine Möglichkeit, etwas an die zurückzugeben, die eine extra Portion Liebe und Support in ihrem Leben gebrauchen können. Der Deutsche Poetry Slammer und Autor Thomas Spitzer rief deswegen eine Spendenaktion auf Facebook ins Leben, die innert kürzester Zeit ungeahnte Ausmasse annahm – Thomas muss nun 50'000 Euro an hundert Wohltätigkeitsorganisationen spenden.

Pro Like wird ein Euro gespendet

Auf seiner Facebook-Seite macht er eine klare Ansage: Für jeden Like, den der Post durch seine Fans bekommt, spendet er einen Euro an jede Hilfsorganisation, die in den Kommentaren erwähnt wird. Thomas hat dann beschlossen, bei 500 Likes und 100 Kommentaren vorerst einen Schnitt zu machen. Seine Website verrät, an welche Organisationen das Geld fliessen soll. Dort kann man sich sogar an den monströsen Kosten beteiligen. Doch bei so einer hohen Summe müsste er eigentlich kurz vor dem finanziellen Ruin stehen, oder?

Das sieht der 28-jährige Freiburger aber nicht so eng: «Ich bekomme viel Unterstützung, besonders aus der Poetry-Slam-Szene. Einige übernehmen 250 oder 500 Euro. Es hätte aber auch anders kommen können», sagt uns Thomas zu. Erstmal kann der Wortkünstler also beruhigt durchatmen – doch wie kommt man überhaupt auf so eine riskante und irgendwie auch grössenwahnsinnige Idee? Sein Ziel sei es, andere Menschen mit seiner Aktion dazu zu inspirieren, sich auch mal was zu trauen, bei dem man nicht wisse, was passieren könne.

«Wenn man mal pleite ist, isst man halt zwei Wochen Nudeln»

Angst vor dem Versagen scheint Thomas offensichtlich nicht zu haben. Auf seiner Website schreibt er: «Finanzielle Ängste sind oft unbegründet. Mein Gott, wenn man mal pleite ist, isst man halt mal zwei Wochen Nudeln». Dass seine Fans ihn fast in diese Situation katapultiert hätten, lässt den Freiburger aber ziemlich kalt. Sauer sei er auf seine Like-Klicker nämlich nicht gewesen: «Anfangs wusste ich nicht, ob die Leute das machen, um mich in die Scheisse zu reiten oder ob sie die Sache wirklich unterstützen wollen. Die Zweischneidigkeit der Aktion hat mich eher belustigt».

Bei so viel Entspanntheit und Urvertrauen können wir nur sagen: Hut ab. Bis wir dieses Level jedoch erreicht haben, nehmen wir uns ein Beispiel am Slammer: «Wenn selbst ein dahergelaufenes Arschloch wie ich es schafft, mit einem einzigen Post 50’000 Euro zu organisieren, kannst du noch viel, viel mehr». Wir besinnen uns diese Weihnachten also wieder auf die wirklich wichtigen Dinge – nämlich das Beisammensein zu feiern und an unsere Umwelt zu denken. Nächstenliebe und so. 


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9 Kommentare

Reto vor 12 Monate
Larrys alta. Jetzt wissen wir, woher wir das Tillate-Team seine "Jugendsprache" hat - von einem 30-jährigen Bessermensch.
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Roy vor 12 Monate
Braver Bessermensch.
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Teen vor 12 Monate
Das Geld System ist sowieso Bad. Aber dank meiner Generation freut sich die Elite der Welt...traurig
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Antwort von Ignoriers vor 12 Monate
Ich versteh dein Gedankengut aber leb in der Realität und vergiss die wahren Zustände. nur so erreichst du was im leben
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