Deine Avocado lässt sich nun auch tätowieren

Biogemüse und Früchte in einer Plastikverpackung widersprechen sich irgendwie selbst. Das findet zumindest ein holländisches Unternehmen und lasert das Biolabel nun einfach auf seine Produkte.

Ausgerechnet unser tolles ökologisch-korrektes Biogemüse wird in Supermärkten mit Plastikfolie verpackt und mit Klebern markiert. Nicht nur hierzulande. Naturfreundlich und super nachhaltig ist das nicht. Deshalb hat das holländische Bio-Handelsunternehmen Nature & More eine neue Methode entwickelt, um den Biostempel auf Gemüse und Obst zu drucken, ohne dabei Plastikmüll zu erzeugen. Die Macher sind sich dabei sicher, dass Tattoos bald nicht nur unsere Körper, sondern auch die Avocados und Süsskartoffeln weltweit zieren werden.

Biologische Ess-Tattoos

Und so funktioniert das neuwertige Tattoo: Mit Hilfe von gebündelten Lichtstrahlen werden die Pigmente der obersten Schalenschicht einer Frucht entfernt, sodass das Logo der Firma oder eben das Biolabel gut sichtbar auf dem Gemüse prangt. Und zwar für immer. Zumindest bis du das Gemüse verputzt hast, denn die Markierungen lassen sich nicht mehr abwaschen und können sogar mitgegessen werden. Diese Methode sei weder schädlich, noch ungesund für uns.

Alles im Zeichen der Nachhaltigkeit, eben. Die Initianten bei Nature und More verkündeten, dass man etwa bei ihren Bio-Avocados ohne die Plastikverpackungen jährlich zwei Tonnen Verpackungsmaterial spare. Umgerechnet kommt das dem CO2-Ausstoss eines Autos gleich, das 1.3 Mal um die Welt fährt.

Bald auch bei uns?

Tatsächlich könnte das gelaserte Tattoo auch bald unser Schweizer Gemüse und Obst zieren. Denn Stephan Jaun, Leiter Kommunikation von Bio Suisse, verrät uns: «Wir merken natürlich, dass sich unsere Kunden beim Kauf von Bioprodukten an den Verpackungen stören. Sie möchten die Umwelt schonen». Allerdings betont Jaun auch, dass gerade die Verpackungen die Haltbarkeit von Gemüse und Früchten meist verlängern würden, was der Laserstempel nicht garantieren könne. «Trotzdem fände ich es wünschenswert, wenn durch solche Verfahren noch mehr Verpackungsmüll gespart werden könnte», fügt er an.

Auch unser «Coop» hat schon erste Erfahrungen mit gelaserten Produkten gemacht. Auf Anfrage von 20 Minuten Tilllate verrät uns Mediensprecherin Andrea Bergmann: «Wir könnten uns gut vorstellen, mit dieser Methode zu arbeiten. Solange durch die Lichtbestrahlung die Qualität und die Haltbarkeit der Produkte nicht beeinflusst werden». Diese Fragen müssen also zuerst geklärt werden, bis wir auch bei uns «tätowierte» Gurken, Avocados und Äpfel kaufen können.

Himbeeren wollen nicht mitmachen

Bis jetzt liefert Nature und More ihre «tätowierten» Avocados und Süsskartoffeln an die schwedische Supermarktkette ICA. In Zukunft sollen noch mehr Produkte gekennzeichnet werden, verkündet das Unternehmen auf seiner Homepage. Sofern sich die Produkte natürlich auch tätowieren lassen. Himbeeren, Rosenkohl und Trauben etwa eignen sich für die umweltfreundliche Methode aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht.


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16 Kommentare

pash vor 7 Monate
Nennt sich Lasergravur, und ist jetzt nicht wirklich neu. Aber sicher eine tolle Anwendungsmöglichkeit. Beachte: Matetial per Laser abtragen heisst immer verbrennen, denn etwas anderes kann der Laser nicht!
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Chemiker vor 7 Monate
Nicht gesundheitsschädlich? Laser verbrennt Bestandteile zu Verbindungen, welche ziemlich sicher Krebserregend sind
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Antwort von Andi vor 7 Monate
Nein, der laser erhitzt so stark, dass das material dofort verdampft. Und selbst wenn, dann wäre es eine extrem dünne schicht da würdest du in 100 jahren jeden tag biogemüse nicht auf soviel verbranntes treffen, wie bei einem einzigen gegrillten stück fleisch
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Antwort von Chemiker vor 7 Monate
Falsch. Wenn es verdampft wäre, wäre es nicht schwarz.
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