Plötzlich stand ich nackt vor lauter Fremden

Unsere Redaktorin wollte sich schon lange als Aktmodell beweisen. Nun hat sie sich tatsächlich getraut und liess vor 15 Kunststudenten die Hüllen fallen.

Ich bin auf dem Weg zur Berufsschule für Gestaltung in Zürich. Ich bin nervös, denn gleich werde ich etwas tun, das ich mir noch vor wenigen Monaten nicht zugetraut hätte. Rund 15 Studenten werden mich drei Stunden lang zeichnen – beziehungsweise meinen splitterfasernackten Körper. Ich wollte mich schon lange als Aktmodell beweisen, aber vor allem wollte ich wissen: «Traue ich mich das wirklich?» Doch jetzt bereitet mir dieser Gedanke Bauchschmerzen. Ich schiebe ihn ganz weit weg von mir.

Was wenn mich dort jemand kennt? Oder ich plötzlich aufs Klo muss? Oder einen Krampf bekomme und dann nackt vor lauter Fremden hinfalle? Obwohl ich mir diese Szenarien nicht vorstellen möchte, tue ich es trotzdem. Nicht besonders hilfreich.

Der Raum, in dem ich gleich der nackte Mittelpunkt einer Gruppe sein werde, ist sehr gross und mit Bildern übersät. Der Kursleiter Andrea, ein netter Mann in den Vierzigern, empfängt mich freundlich. Bei einer Beruhigungszigarette, die ich echt nötig habe, erklärt er mir nochmal den Ablauf des Abends und welche Positionen ich einzunehmen habe.

Hinter einem Regal, das mich nicht wirklich vor den Blicken der Kunststudenten schützt, darf ich mich umziehen. Ich zögere kurz, denke mir aber «Was solls? Die sehen mich gleich eh total nackt». Ich schlüpfe in meinen kuschligen, weissen Bademantel, den ich von zu Hause mitgebracht habe und knüpfe ihn fest zu. Die meisten Teilnehmer sind Frauen, das lässt mich erleichtert aufatmen. «Für die ist mein Körper nichts Besonderes», weiss ich.

Wie Gott mich schuf im Licht des Scheinwerfers

Ich trete vor die Schüler, die mir freundlich zunicken. Andrea hat eine Decke für mich auf dem Boden ausgelegt. «Sieht doch nett aus», beruhige ich mich. Ein Scheinwerfer steht links vor mir, damit die Studenten wirklich alles von mir sehen können. Jetzt werde ich doch extrem nervös.

«Los gehts», ruft der Kunstlehrer. Ich stelle mich auf meine kleine Bühne, schliesse kurz die Augen, halte die Luft an und öffne den Bademantel. Jetzt stehe ich komplett nackt vor lauter Fremden und fühle mich ehrlich schutzlos. Bis jetzt sahen mich nur enge Freunde nackt oder Männer mit denen ich schlief, schon dort brauchte ich immer etwas Überwindung und vor allem viel Vertrauen.

Ganze 15 Minuten lang darf ich in einer stehenden Haltung verharren. Wenigstens ist es warm im Licht der Lampe. Mein Blick folgt Andrea, der zwischen den Schülern umherwandert und ihnen Tipps gibt. Ich weiss nicht, wohin ich sonst schauen soll. Alle legen konzentriert los. Der Kursleiter fragt mich immer wieder, ob ich die Stellung noch halten kann und wie ich mich fühle. Mir ist immer noch ein wenig unwohl, aber ich halte tapfer durch. Ich will mir meine Unsicherheit nicht anmerken lassen.

Eine schmerzhafte Erfahrung

Nach einer kleinen Pause, in der ich mich schnell in meinen Wohlfühlbademantel hülle, nehme ich eine neue Haltung an. Diesmal sitze ich in einer yogaähnlichen Position: Ein Bein angewinkelt, das andere gestreckt, meinen Oberkörper auf den linken Arm gestützt. Dass ich nackt bin stört mich mittlerweile weniger, dafür schläft meine linke Hand ein. Es wird unangenehm. Ich merke: Eine Viertelstunde kann verdammt lang sein.

Wie beschäftigt man sich so lange, ohne sich zu bewegen und ohne Smartphone? Ich gehe meinen Plan für die nächste Woche durch, denke darüber nach, was ich heute alles gegessen habe und was der Sinn des Lebens ist. Irgendwann fällt mir auf, dass ich meine Fussnägel wieder mal lackieren sollte. Das stört mich plötzlich enorm – dafür vergesse ich, dass ich nackt bin.

Im Grunde gibts mich gar nicht – nur meinen Körper

Nach einer Weile wird mir langweilig. Um mir die Zeit zu vertreiben, beobachte ich die Künstler bei der Arbeit. Sie halten ihre Stifte gegen mich, um meine Körperhaltung festzuhalten. Alle arbeiten sehr professionell. Für sie bin ich nur ein Mittel zum Zweck, eine nackte Puppe sozusagen. Ein komisches Gefühl. «So müssen sich unbekannte Models auf dem Laufsteg fühlen», schiesst es mir durch den Kopf.

Bald sind drei Stunden vorbei. Für meine letzte Position liege ich auf dem Boden und starre meine Füsse an. Sobald ich zuhause bin, kümmere ich mich um meine Pediküre, das schwöre ich mir. Aber wenigstens ist diese Haltung bequemer. In den kurzen Pausen zwischen den Stellungen ziehe ich meinen Mantel nicht mehr an. Das kommt mir mittlerweile lächerlich vor.

Nacktheit wird überbewertet

«Okay, das wars für heute. Du darfst dich wieder anziehen», erlöst mich der Kunstprofessor. Ich bin froh, mich endlich wieder bewegen zu dürfen. Am Ende wars gar nicht so aufregend. Ein kurzer Moment der Entblössung und des Schamgefühls. Die Rückenschmerzen und tauben Hände waren definitiv schlimmer – Nacktheit wird echt überbewertet.
 


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42 Kommentare

Zombie vor 2 Monate
Liebes Tilllateteam, sehr geehrte Damen und Herren und Trannys und Hermaphroditen und Gays und Lesbis und Bis, offenbar haben unsere Motzern selten Humor. Es ist doch leicht durchschaubar, das ich mich bei meinem Kommentar hier von gestern doch selber hochgenommen habe denn schon alleine mein Satz " Lasst Euch jetzt einmal Euer Humor aufkommen " sollte eigentlich unsere Witzader erfreuen aber leider haben manche von unseren schlechtgelaunten Matrosen hier, Ihren Humor Zuhause gelassen. Wie Ihr alle schon wisst, bin ich noch Jemand, der über sich selber Witze machen und darüber lachen kann, was leider bei den gewissen Motzern hier, wo sich so furchtbar ernst nehmen, nicht mehr so eine selbstverständliche Sache geworden ist. Was Herr schoggifresser angeht, so muss ich zugeben, das Er mir seit immer simpatisch ist, weil ich schon alle seine anderen Kommentaren gelesen habe und mir aufgefallen ist, dass Er nur dann etwas kommentiert, wenn es in einem Artrikel über Sex, Porno und die Weiblichkeit geht, denn bei anderen Artikeln z.B. über die Diddlemäuse oder Liebesgeschichten darin geht, so habe ich Ihn sogut wie gar nie gelesen und genau DAS macht Ihn gegenüber mir simpatisch und Er kommt mir wahrhaft wie Ron Jeremy vor. Doch gestern hatte unser schoogiboy wohl einen schlechten Tag gehabt und hat mein Humor nicht verstanden, ok mein Guter, Du bist verzeiht. Die Redaktorin namens Fabienne, hat einen schönen Körper, keine Diskussion aber ich bin mir noch mehr sicher, das Ihre wahre und einzigartige Schönheit, aus Ihrem Herzen herausstrahlt und DAS ist es, was Zombie am meisten bewertet, weil der Körper ja nur eine Materie ist. Mir kommt es viel viel viel mehr darauf, wie sich Fabienne in Ihrem innerlichen gefühlt haben muss und wie Sie es da in Ihrem Artikel beschreibt, ist es mehr schmerzhaft als erfreulich und da hat Sie mein grösster Respekt und ich hoffe schwer, dass man Ihr dafür auch eine Gage gegeben hatte. Klar wir leben in der Zeit der Streetparade, wo man dann wirklich nur noch mehrheitlich Nacktheit und vorallem Sex auf unseren normalen Strassen wo wir täglich zur Arbeit und zum Einkaufen laufen / fahren sehen muss und DAS ist unverantwortlich vorallem weil das die Kindern auch mitansehen müssen. Ich habe die Nacktheit niemals überbewertet, weil mir immer vieeelll wichtiger war, was eine Dame dabei fühlt! Verzeihung aber ich bin nun mal nicht der Mainstreamer noch weniger ein Mitläufer. Liebe Fabienne, ich hoffe dass Du Dich mittlerweile gut erholt hast und bedanke mich ganz herzlich für Deinen Artikel und reiche Dir noch einen freundschaftlichen Knuddel und wünsche Dir nur das Beste und lade für Dich persöhnlich noch ein Video hoch, wo Du hoffentlich darüber grinsen kannst, Dankeschön!!!!
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Antwort
Zombie vor 2 Monate
Wisst Ihr, ich habe ein enormen grossen Respekt, gegenüber der Redaktorin wo sich das getraut hat und auch den männlichen Kunststudenten, die einfach so dasitzen und das schöne Naturgeschöpf einfach so abzeichnen können. Lasst Euch jetzt einmal Euer Humor aufkommen und stellt Euch Zombie als zeichnerischer Kunststudent vor. Zombie sitzt inmitten 10 anderen Studenten auch an einem Tisch und alle lachen Ihn aus, weil Er schon mal ( Aus reiner körperlicher Reaktion gegenüber dem Gedanken einer hübschen, reifen, NACKTEN Dame ) zu schwitzen anfängt. Obwohl Zombie die Frauen immer sehr respektiert und Sie niemals als Sexobjekte angesehen hat, so hat das natürliche Aussehen einer schönen, reifen nackten Dame für Zombie leider einen sehr starken dominanten Blick und Er fühlt sich damit in Gefahr und schähmt sich noch dazu, weil so ein nacktes, weibliches Naturgeschöpf in den 3 Gehirnzellen von Zombie eine enorme sexuelle Erregung hervorruft. Während sich Zombie mit seinem Tischnachbar etwas unterhält, läuft plötzlich das Nacktmodel rein und zieht Ihren Bademantel aus und begibt sich in Position. Der Tischnachbar weist Zombie grinsend darauf hin, dass Sie jetzt da ist also schaut Zombie ganz langsam rüber und bleibt versteinert sitzen mit grosse Augen und Mund offen, der Stift wo Er gerade in der Hand hält, schlüpft von alleine raus aus seiner Hand und fängt an Walzer zu tanzen und Zombie scheisst sich danach sofort in die Hosen und nach einer halben Minute steht Er schneller als der Blitz auf und läuft eilig zum Professor rüber und wünscht Ihm alles Gute und eilt danach nur noch zur Tür hinaus und ist lauter Sexualerregung Rot im Gesicht und rennt sehr schnell nachhause und braucht danach sofort eine kalte Dusche. Nach der kalten Dusche, beschliesst Zombie sich selber beim Hosenscheissen zu zeichnen und lacht über sich selber! Tja meine lieben Damen und Herren, die natürliche nackte Schöhnheit einer Frau, kann nun mal nicht jedermann abzeichnen aber Diejenigen wo das können sind für mich alle Meistern des Faches, mein Kompliment an Fabienne und alle Kunststudenten!
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Antwort
Antwort von schoggifresser@gmail.com vor 2 Monate
Dir wünsche ich jetzt einfach mal eine ganz gute Besserung und alles gute im weiteren Leben.....
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Antwort
Antwort von Zombie vor 2 Monate
Aber lieber schoggiboy, nimm doch das nicht so verdammt ernst hehehe ist doch alles eine fiktive Selbstdarstellung, wie immer in der virutellen Welt! Hier noch ein Pluspunkt für Dich! 😃
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Antwort
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