Gibts jetzt ein Wundermittel gegen den Alk-Kater?

Neue Nahrungsergänzungsmittel versprechen, dem Alkoholkater den Garaus zu machen. Wir haben zwei Mittel getestet.

Kater gehören gemeinsam mit einem Überraschungsbesuch der Eltern oder dem Aufwachen in einer S-Bahn (zwei Stationen nach dem Zuhause) zum Schlimmsten, das einem an einem Sonntagmorgen widerfahren kann. Ich habe Freunde, die aufs Daydrinking schwören, nur damit sie mit dem Kater einschlafen, statt mit ihm aufzuwachen. Carpe Diem halt, das wussten ja schon Horaz und die anderen weinfreudigen griechischen Philosophen.

Falls du, wie derzeit ein überragender Teil dieser Redaktion (schau dir das Video der Hochzeitsmesse an, dann kannst du das nachvollziehen), übertrieben trinkfreudig bist, dann haben wir eine gute Nachricht für dich: Die Epoche der (zumindest pseudo-)medizinischen Anti-Kater-Kuren scheint angebrochen zu sein.

Schwierige Testumgebung

Diverse Hersteller produzieren derzeit Nahrungsergänzungsmittel, die gegen brummende Schädel, übersäuerte Mägen und das damit einhergehende Gefühl der absoluten Sinn- und Nutzlosigkeit der eigenen Existenz helfen sollen. Wir haben zwei davon getestet.

Vorneweg muss man festhalten: Es ist – selbst für höchst empirisch arbeitende Journalisten – schwierig, ein Anti-Kater-Mittel professionell zu testen. Einerseits spielen ja nicht nur die aufgenommene Nahrung und die Promille-Zahl, sondern auch der Gesundheitszustand und wahrscheinlich auch die Mondphase bei der Entstehung eines Katers mit. Und andererseits fühlt sich ein Kater anders an, wenn man an eine Hochzeitsmesse muss, als wenn man den Tag im Bett durchkiffen kann.

KAEX Basic: Bisschen Ei, bisschen Kur

Dennoch wagen wir den Test. KAEX Basic, ein Schweizer Produkt, das derzeit in einer Crowdfunding-Kampagne steckt, wird als Pulver geliefert, das man in Wasser aufgelöst vor dem Schlafengehen, nach dem Aufwachen und drei Stunden in den Tag hinein konsumieren soll. Es verspricht natürliche Erholung und beinhaltet nicht nur «klassische» Kurmittel wie Vitamine, sondern auch Wirkstoffe, die Verdauung, Haut und den psychischen Zustand verbessern sollen.

Der Test erfolgt nach einem klassischen Konzertabend mit viel Bier, wenig Wasser und ein, zwei Gin Tonics. Der erste Eindruck: «Das riecht viel zu fest nach Eiern», schreibt mir mein Kollege, der ebenso wie ich um knapp halb vier Uhr morgens in der WG-Küche vor dem angeblichen Wundermittelchen sitzt. Den Eindruck teile ich, aber: Bittere Pillen muss man schlucken. Also ab damit.

Als wir uns am nächsten Morgen austauschen, stellen wir alle fest: Den Kater hätten wir uns schlimmer vorgestellt. Das Mittelchen scheint tatsächlich zu helfen, einzig der weiblichen Testperson in der Runde gehts miserabel.

Das heisst wohl: Thumbs up! Wer über den Geschmack hinwegsehen kann, dem dürfte das Mittelchen sein Leben erleichtern.

One:47: Kur im Energy-Drink-Style

Das zweite Mittelchen nennt sich One:47 und ist als Pulver oder in flüssiger Form erhältlich. Die kleinen Trinkbehälter erinnern an Energy-Drink-Shots – was man mögen kann, oder eben auch nicht.

Das Prinzip ist hier aber das gleiche: Du konsumierst vor dem Schlafengehen und nach dem Aufwachen eine Dosis und dein Kater verpufft ebenso wie eine Hauskatze, der man eine Gurke in den Weg legt.

Auch hier stellen wir aber fest: Der Geschmack ist … naja, sagen wir mal Geschmackssache. Die Anti-Kater-Shots erinnern tatsächlich etwas an Energy-Drinks, gehen aber einfacher runter als die 3 Deziliter, in denen KAEX aufgelöst wird. Getrunken wird zum Test hier ebenfalls hauptsächlich Bier, als Krönung gibts noch Vodka Lemon und zu guter Letzt das Heilsversprechen für Trinkfreudige.

Am nächsten Morgen sind wir uns wiederum mehr oder weniger einig: Der Kater könnte definitiv schlimmer sein. Zwei von drei Personen beschweren sich zwar über Magenverstimmungen, Kopfschmerzen hat aber niemand. Und die Magenprobleme können auch daher kommen, dass sich der eine Kumpel bei einem nicht sehr vertrauenswürdigen Bahnhofdöner einen Mitternachtssnack holte.

Das Fazit: Auch One:47 hilft – gefühlt aber ein bisschen weniger als KAEX. Dafür ist der Konsum etwas schmackhafter. Aber ganz ehrlich: Wenn man besoffen genug ist, bei einer schäbigen Dönerbude zu essen, dann sollte einem ein etwas schräger Geschmack nicht mehr wirklich abschrecken können.
 


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42 Kommentare

tyr vor 20 Tagen
ibuprofen ist am besten
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rauche bäum everysingledayoftheyear vor 20 Tagen
ja gibts. besonders unsere CH ist dafür eigentlich bekannt. Cannabis. - aka Mariajohuana... Das heilige Kraut - Da gibts auch dann auch keinen Grund mehr, sich diesen TEUFLISCHEN 😁, räudigen, toxischen Ethanol hinter die Binde zu kippen. Okay, ab und an ein feines gutes Hopfen mal, oki. Mehr, nopi.
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Martin vor 20 Tagen
habe gestern/heute KAEX probiert, geht mir den umständen entsprechend relativ gut
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Mc99 vor 20 Tagen
Das beste mittel ist und bleibt das guta Alkaselzer
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