«Ich habe für Sextipps schlimme Orte besucht»

Auf was sich die Aufklärung in der Schule beschränkt? Ein Kondom und eine Banane. Meistens zumindest. Um das zu ändern, nehmen zwei Engländerinnen die Sexerziehung selber in die Hand.

Sexualkunde hatte in meiner Schule nicht viel mit Sex zu tun. Dem Primarlehrer war es zu unangenehm, präpubertierenden Fünftklässlern etwas über den intimsten Moment zwischen zwei Menschen beizubringen. Schade. In der Oberstufe warf man uns dann ein paar Kondome vor die Nase und streckte uns eine Banane entgegen. Gelernt habe ich dabei nichts.

Wie wird man denn jetzt genau schwanger? Boxt ein Gummi alle bösen Viren von meiner Vagina weg? Dr. Google hat zum Glück Abhilfe geschaffen. Danke dafür. Damit Schüler künftig nicht Blut und Wasser schwitzen müssen, wenn sie vergessen haben den Browserverlauf auf dem Familien-Laptop zu löschen, leisten Anouszka Tate and Frankie Wells in England mittels einer Radioshow Erste-Sexhilfe. Anständige Aufklärung ist schliesslich mehr als nur Kondome über Plastikprachtexemplare zu stülpen.

«Nie gehts darum, dass es sich gut anfühlt»

«Bislang drehte sich in der Sexualkunde vor allem alles darum, möglichst wenig Schaden anzurichten», erzählt uns Anouskza. Wie werde ich nicht schwanger? Wie stecke ich mich nicht mit Krankheiten an? Wie zerstöre ich meinen Ruf nicht? «Es geht nie darum, dass wir Sex haben, weil es sich einfach so verdammt gut anfühlt», sagt die 26-Jährige. Ausserdem ignoriere Sexualkunde meist jeden, der nicht der sexuellen Norm entspreche.

«Ich hatte gar keine Sexualkunde in der Schule. Null. Und das führte dazu, dass ich an den schlimmsten Orten nach Sextipps gesucht habe», sagt Frankie. Die 25-Jährige habe Google zu Rate gezogen, um zu erfahren, wie man denn den besten Blowjob gibt. Inklusive Browserverlauf löschen, versteht sich. «Hauptsächlich ging es dabei aber immer darum, anderen Vergnügen und Befriedigung zu verschaffen. Nie mir selbst.»

Sie haben noch nicht ausgelernt

Mit der «Pleasure Project»-Show wollen die beiden darum mehr als nur traditionelle Schulaufklärung leisten: «Es ist uns wichtig, tiefer zu graben als in der Schule, wo uns nur das knappe Minimum von verklemmten Lehrern beigebracht wird.» Dabei würden sich sowieso nur alle schämen – obwohl sich die meisten wohl schon Hardcorepornos reingezogen hätten.

Im Radio zwei jungen Frauen bei Quatschen zuzuhören sei schliesslich weniger einschüchternd, als in der Klasse die Hand zu heben und zu riskieren, dass die Mitschüler sich kaputtlachen. Die Sendung sei darum für jeden gedacht, der etwas über Sex lernen will. «Und das anhand von Fehlern und peinlichen Flirts von zwei Mittzwanzigern statt durch Pornos und engstirnige Lehrer», so Anouszka.

«Wir wären gerne grosse Schwestern für unsere jungen Zuhörer», sagen die beiden. Und zudem hätten sie auch noch lange nicht ausgelernt: «Ich bin zwar 25, aber weiss noch lange nicht alles, was es zu wissen gibt», so Frankie. Wir bestimmt auch nicht.

Die beiden Londonerinnen senden jeweils jeden zweiten Montag im Monat auf dem britischen «Roundhouse Radio» ihre Show. Und hier kannst du dir die bisherigen Sextalks anhören.


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17 Kommentare

Ale vor 18 Tagen
Ich kann euch gerne helfen. No problemo.
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Antwort
Mr.Nice vor 19 Tagen
Wir hatten keinen Sexualkundeunterricht bei mir in der Schule (damals Kt. Aargau, Primar+Sek versch. Gemeinden) Zwei Experten von irgend einer Organisation oder vom Staat oder was auch immer kamen dann um mit uns über Gummis und dass vorher rausziehen nichts bringt aufzuklären. Leider war die einzige, die noch nicht von zu Hause, Freunden, Internet oder Bravo aufgeklärt war nicht anwesend. Sie wurde ca. 2 Monate zuvor schwanger, deshalb auch das grosse Drama für den Rest. Sexualkundeunterricht ist meiner Meinung nach heute absolut überholt; die Eltern müssen ihre Kinder zwingend aufklären, die sollten wissen wann es zu früh und wann dringend ist. Sexualkunde in der Schule wäre wirklich nur noch für die weniger intelligenten jugendlichen notwendig. Vielleicht könnte man da ja dann Regional die "besonderen" Jugendlichen zusammenziehen und aufklären. Der Rest lernt in der Zwischenzeit Französisch und macht klassische Handarbeit.
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Antwort
Antwort von vor 19 Tagen
klassische handarbeit LUL
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Antwort
Sabine vor 19 Tagen
Da kann ich euch " lili.ch " empfehlen.Alles wird beantwortet/Verschiedene Verhütung(Pille/Sterilisation/Implant etc).Wie Sex am meisten Spass macht etc.Hauptsächlich gedacht für Teenager/junge Erwachsene.
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