Mit Fast-Food-Gymnastik zum Traumbody

Ein Youtube-Kanal macht sich mit satirischen Gymnastik-Videos über Fitness-Gurus lustig. Die Clips sind Teil einer Kampagne, die mit Pommes und Humor auf Essstörungen aufmerksam machen will.

Tonnenweise Chiasamen fressen, Ärsche aus Stahl haben und Hauptsache #cleaneating: Wer sich durch die Videos sämtlicher Fitness-Gurus auf Youtube klickt, weiss – unser Körper ist ein Schlachtfeld. Zumindest, wenn man ihn krampfhaft ins herrschende Schönheitsideal pressen will. Der Druck, möglichst perfekt auszusehen, ist real. Das wissen auch die drei Gymnastikexpertinnen Alex, Lisa und Toni – gemeinsam sind sie in den Videos des satirischen Fitness-Kanals «Bauch, Beine, Po/mmes» zu sehen.

Die drei «Lifestyle-Influencerinnen» zeigen uns in ihren Videos, wie sie Sit-Ups machen, während sie Schokolade futtern oder erklären, wie man mit Butter detoxen kann – und parodieren so die Youtube-Healthy-Living-Community, die grundsätzlich aus ultraschlanken, durchtrainierten Frauen besteht, die rohes Gemüse und eine Handvoll Nüsse für ein ausgewogenes Frühstück halten.

Jährlich 350 Teenager wegen Essstörungen behandelt

Hinter dem Channel stecken die beiden Filmemacherinnen Franziska Kabisch und Sophie Utikal, die die Videos zusammen mit Darstellerinnen als Kampagne für das «Wiener Programm für Frauengesundheit» produzierten. Die Initiative soll das Körpergefühl von Mädchen und Jungen stärken – denn laut jüngstem Wiener Gleichstellungsmonitor waren allein 2015 über 300 weibliche und rund 50 männliche Teenager wegen Essstörungen in Behandlung.

«Wenn wir auch nur einen Menschen da draussen zum Lachen bringen oder einen Gedankengang anstossen, wäre für mich persönlich das Ziel erreicht. Wir möchten vermitteln, dass verschiedene Menschen mit verschieden aussehenden Körpern auch nebeneinander leben können, dürfen und dürfen müssen. Und dass das eigentlich etwas sehr Schönes ist, was wir schätzen sollten», erklärt selbsternannte Bein-Expertin und Darstellerin Lisa in einem Interview.

«Wir trainieren die Hate-Kommentare sofort weg»

Auf die gewünschten Reaktionen musste das Team nicht lange warten: Zwischen «HACKFRESSEN!» und «Ihr seid einfach wunderbar», findet sich so ziemlich alles in der Kommentarspalte der Clips. «Wir haben viele Fans. Aber natürlich gibt es auch andere, die uns absichtlich missverstehen wollen. Sie werfen uns vor, dass wir Fast Food als Universallösung propagieren und einen ungesunden Lebensstil haben. Aber da legen wir einfach eine Extra-Runde ein und trainieren die Hate-Kommentare sofort weg», erklären die Filmemacherinnen. Darauf erstmal eine grosse Portion Fritten.


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2 Kommentare

vor 1 Monat
K n+
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dick vor 1 Monat
und wo bleibt bitte die body positivity?
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