Wer mit seinem Haustier kifft, ist ein Tierquäler

Die Kollegin unserer Redaktorin kifft zuhause. Ihre Katze raucht gezwungenermassen mit. Dass das Tierquälerei ist, bestätigt uns eine Tierärztin.

Nach einem stressigen Tag fällt meine Freundin erschöpft auf die Couch. Sie hat nur ein Ziel vor Augen: sich zu entspannen. Als leidenschaftlicher Pothead fällt ihre Auswahl – wie könnte es anders sein – auf den Rest des Joints von gestern, der im Aschenbecher liegt.

Sie zündet ihn an, inhaliert – und bläst den Qualm in Richtung der Katze, die neben ihr auf dem Sofa chillt. Ich finde, das grenzt an Tierquälerei. Kann die Mieze das in Cannabis enthaltene THC überhaupt abbauen oder ist sie dauerbreit? Denn das wäre nicht das erste Mal, dass das Tier meiner Freundin passiv mitraucht.

Katzen werden high – bloss nur eine «Urban Myth»?

Es sei ethisch und moralisch nicht zu verantworten, den Tieren Drogen zu verabreichen, stimmt mir Dr. Monika Benninger von der Tierklinik Thun zu. Selbst wenn sie «nur» passiv konsumieren würden. Denn ja, Katzen können sehr wohl high werden – das ist also nicht nur bloss eine «Urban Myth».

Die Spezialistin für innere Medizin ist sogar der Meinung, dass Passivkonsum in gewissen Situationen ein Fall für den Tierschutz werden könne. Mein Kopf hört nicht auf zu rattern. Die Katze tut mir leid und ich frage mich: Soll ich meine Freundin jetzt verpfeifen? Verdammt, eigentlich will ich keine Snitch sein.

Katzen können Lungenprobleme bekommen

Die Tierärztin kann meine Nerven etwas beruhigen: «In der Regel erholen sich die Tiere nach einer entgiftenden Therapie mit Infusionen innert 24 Stunden wieder». Trotzdem seien die Stoffwechsel von Katze und Mensch nicht identisch und würden die Droge anders verarbeiten.

Alles klar, es gibt also eine Entwarnung für Kiffer, die das Grünzeug nur ein einziges Mal im Beisein ihrer Fellnase konsumieren – vielleicht sogar versehentlich. Aber wie steht es mit Tieren, die durch den harzigen Qualm immer und immer wieder breit sind? «Besonders Katzen können dann schnell unter Lungenproblemen leiden, wenn sie dem Rauch konstant ausgesetzt sind und bauen das THC schwerer und langsamer wieder ab», warnt Dr. Benninger.

Eine Cannabis-Überdosis kann tödlich sein

Aber nicht nur für Katzen kann Cannabis gefährlich werden. Neugierige Hunde, die ihre Nase zu tief in die (Hasch-)Keksdose gesteckt haben, landen oft auf Benningers Untersuchungstisch. Die Ursache: Cannabis-Vergiftung durch sogenannte «Edibles». Die Symptome seien relativ einfach zu erkennen: «Die Tiere sind sehr schläfrig und schreckhaft, manchmal desorientiert und haben weite Pupillen. Manchmal torkeln sie auch umher», erklärt die Tierärztin.

Leider endet der Praxisbesuch nicht immer problemlos mit einer entgiftenden Therapie – es gebe auch tragische Verläufe. Besonders wenn die Tiere grosse Mengen der Droge in Form von Keksen oder Brownies gegessen hätten, könne das sogar tödlich enden.

Scheiss auf Entspannung

Das nächste Mal, wenn ich also bei meiner Freundin zu Besuch bin und sie beim Qualmen mit ihrer Katze erwische: Aufstehen, Fenster aufreissen, den Joint in den Müll schmeissen und das offene Gespräch mit ihr suchen. Kann sein, dass sie sich dann nicht mehr entspannen kann – aber wenigstens muss ich mich dann vor Angst um die Mieze nicht mehr einpissen. 


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153 Kommentare

Anti-Kiffer vor 1 Monat
Typisch egoistische Scheiss-Kiffer... Früher hätte man euch ins Lager gesteckt...
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Fäbeler vor 2 Monate
Hmm.. Wiedermal Medien... Wieso sterben Hunde, die grosse Mengen an Brownies fressen? Liegt es tatsächli an der (nichtexistenten) Überdosis THC, oder liegt es an der Schokolade, die für Hunde toxisch ist...?
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Heisenberg vor 2 Monate
Also der Hund meines Kollegen kam immer freiwillig wenn wir gekifft haben und chillte dann den ganzen Abend bei uns 😊
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Antwort von Silvana vor 2 Monate
Ja weil ein Hund immer am liebsten bei Menschen ist.
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