«Du musst sie wie Scheisse behandeln»

Trump als neuen Präsidenten zu akzeptieren, fällt einigen Amerikanern schwer. Eine Studentin macht Wochen nach den Wahlen ihrer Wut Luft, indem sie Trumps sexistische Aussagen auf Frauenkörper malt.

Im Supermarkt beim Brötchen kaufen, im Club, beim Familienessen oder auch auf offener Strasse – Sprüche wie «Was für ein geiler Arsch» oder «Sieht bestimmt schön aus, wenn du in die Knie gehst» können Frauen überall und von jedem ins Gesicht geschmettert werden. Besonders schlimm, wenn diese sexistischen Äusserungen von Amerikas neuem Präsidenten selbst stammen: Donald Trump.

Der Schock der Wahl sitzt vielen noch immer tief in den Knochen. Nur Stunden nach dem Ende der Wahlen, demonstrierten tausende Menschen rund um den Globus, um die Wut im Bauch zu lindern. Eine dieser wütenden Personen ist die 18-jährige Aria Watson. Mit Pinsel und Farbe bewaffnet, rief die Amerikanerin ein Kunstprojekt ins Leben: Sie malt Trumps Sprüche auf die Körper nackter Frauen.

«Ich habe Angst, dass seine Einstellung zur Norm wird»

Arias Fotoprojekt namens «#SignedByTrump» will aufzeigen, dass Anweisungen wie «Du musst sie wie Scheisse behandeln» eben nicht nur als Männergeschwätz, abzutun sind. Wahrscheinlich habe Trumps Ausdrucksweise direkte Auswirkungen auf das Frauenbild vieler Amerikaner, fürchtet sich die 18-Jährige, wie sie der «Huffington Post» verrät: «Ich habe Angst, dass Trumps Einstellung gegenüber Frauen zur neuen Norm wird».

Die eindringlichen Fotos, die die Studentin als Projekt für ihren Fotografiekurs machte, erreichten auf Instagram hunderttausende Menschen. Weil so viel unzensierte nackte Haut jedoch gegen die allgemeinen Richtlinien der Plattform verstösst, werden die Bilder immer wieder gelöscht. Trotzdem sind Arias Fotos so gefragt, dass sie mittlerweile sogar auf T-Shirts gedruckt werden. Ein Teil der Einnahmen kommt Menschenrechtsorganisationen zugute.

Angst zu haben ist keine Option

Obwohl das Fotoprojekt der Studentin generell gut ankommt, gibt es auch kritische Stimmen. Die Tatsache, dass ausschliesslich weisse Frauen porträtiert wurden, sorgt bei vielen für Empörung. Das scheint jedoch auch Aria bewusst zu sein: «In den Fotos sind nur weisse Frauen zu sehen. Ich hätte tatsächlich gerne auch Afro-Amerikanerinnen fotografiert. Aber die einzige farbige Frau, die ich kenne, ist noch nicht 18», erklärt sich die Amerikanerin.

In der letzten Zeit habe Aria unglaublich viele Nachrichten bekommen, wie sie der «Huffington Post» sagt. Sie wisse genau, worauf es nun ankäme. Gerade jetzt sei es besonders wichtig, dass man zusammenhalte, meint die Studentin: «Wir dürfen keine Angst haben, offen für unsere Anliegen einzustehen. Was wir jetzt brauchen, ist Zusammenhalt. Gemeinsam sind wir stärker». 


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80 Kommentare

S.G. vor 2 Monate
Der Grund weshalb Trump wohl mit solchen Aussagen auch noch erfolgreich ist, liegt darin, dass die Frauen den Kampf um Gleichberechtigung mit dem Kampf gegen die Männerwelt verwechselt haben. Eine Alice Schwarzer z.B. ist für mich keine Feministin sondern nur noch auf einem Kreuzzug gegen das männliche. Etwas stärken, Aufbauen und dafür kämpfen heisst nicht zwingend etwas andere zerstören zu müssen.
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Dani vor 2 Monate
Und warum muss diese trottelin hässliche weiber nackt fötele um gegen trömp zu hetzen? Sie hät au schöne weiber zeigen können.
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Antwort von vor 2 Monate
Wieso muss uns ein gewisser Dani beweisen, dass ein Körper auch ohne Gehirn funktionieren kann.
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Rocco der Antifemminist vor 2 Monate
Typisch Femministen.. Wollen immer alles ändern und sind nicht einmal in der Lage eine Glühbirne zu wechseln..
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