Soll ein Sechsjähriger ein Social-Media-Star sein?

Der gerade Mal sechsjährige Ben Hampton ist ein erfolgreicher Influencer. Das verdankt er vor allem der Arbeit seiner Eltern.

Eigentlich ist Ben ein gewöhnlicher Junge: Er geht in die Schule, spielt gerne Fussball, besucht einen Tanzkurs, ist ein bisschen verliebt und möchte gerne ein berühmter Youtuber werden. Der grösste Unterschied zwischen ihm, seinen Mitschülern und wohl den meisten Menschen: Er hat seinen Lebensziel eigentlich schon erreicht – und das mit sechs Jahren.

Über 700'000 Menschen folgen Ben auf Instagram, auf Youtube hat er nochmals 75'000 Follower und mit der Aufnahme ins «Team 10» – einer der beliebtesten Vlogger-Crews – wurde er eigentlich bereits zum Social-Media-Ritter geschlagen. Seine Videos sind gut geschnitten, seine Kleider meistens ziemlich stylisch und seine Connections in die Influencer-Szene (er ist ein Buddy von Jake Paul) sind ebenfalls stark. Man fragt sich: Woher kommt das?

Daddy sei Dank

Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand: Da mischeln die Eltern mit. Und dass Bens Vater Brendan Hampton ausserdem selbst ein Social-Media-Experte ist, macht die ganze Sache etwas einfacher. Daddy managet Twitter-Accounts mit insgesamt über 30 Millionen Followern, führt Insta-Seiten mit schicken Usernamen wie «travel» oder «money» und verdient damit angeblich quartalsweise einen sechsstelligen Betrag. Und die Mutter unterstützt ihren Sohn, indem sie ihn eine Viertelstunde früher weckt, ihn in das #dailyoutfit steckt und danach für Instagram ablichtet.

Logisch werden da Vorwürfe laut, die Eltern würden ihr Kid schlicht als Geldpresse missbrauchen. Schliesslich gehts da um Produktplatzierungen, Werbedeals oder diverses Ben-Merchandise. Dem widersprechen die beiden aber vehement: «Er ist in erster Linie ein Kind und erst an zweiter Stelle ein Social-Media-Star», sagte der Vater dem «Daily Beast». Die Ideen für die Videos würden alle aus dem Kopf von Ben stammen und wenn das junge Sternchen die Schnauze voll von Social Media hätte, würden sie ihn niemals zu weiteren Outfit-Pics oder Prank-Videos drängen.

Ist das moralisch okay?

Die ganze Sache mit den Kinderstars wurde ja bereits im Vor-Internet-Zeitalter kritisch betrachtet. Dank Instagram, Snapchat und all dem Kram intensiviert sich das Phänomen aber noch zusätzlich. Und das weckt Fragen: Bens Kindheit wird wohl sein Leben lang im Netz zugänglich sein – wird er das irgendwann bereuen? Ist ein Sechsjähriger überhaupt fähig dazu, solche Entscheide zu fällen? Ist es überhaupt okay, Fotos von den eigenen Kindern ins Netz zu stellen, wenn diese noch nicht ansatzweise die potenziellen Konsequenzen davon verstehen können?

Was haltet ihr vom Internet-Fame des jungen Ben? Unterstützen ihn seine Eltern in seinem Traum oder handeln sie moralisch etwas fragwürdig? Erzählt es uns unten in den Kommentaren.


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32 Kommentare

@itsmetashi04 vor 5 Monate
Ich wünschte, wir hätten auch so grosse Influencer in der schweiz!*sigh!*
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Hümmel Hülf vor 6 Monate
6 Jähriger auf Social Media? Unsere Menschheit ist schwer am verdummen, da haben es die Afrikaner echt am besten ohne das Digizeugs
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PolChef vor 6 Monate
Immer diese kriminellen Nager. Wahrscheinlich sind die dort, wo sie die Kameras vergewaltigt haben nichtmal heimisch.
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Albert Einstein vor 6 Monate
Lüüt wo sich vu Influencer influence lönd hend sowieso en Dachschade. Allne andere no es schöns Jahr. ~Albert Einstein, 3.1.1921
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