Nackter dicker Mann begeistert tausende Fans

Ein 35-jähriger Typ mit Glitzerstaub im Vollbart tanzt nackt singend durch die Welt und erobert dabei Herzen und das Internet. Wir wollten wissen, wer dahintersteckt.

Durch einen glücklichen Zufall haben wir vor ein paar Tagen (und damit viel zu spät!) den fabelhaften Sänger, Musiker, Tänzer, Schauspieler, Poeten und Entertainer mit dem klingenden Namen Bird Berlin entdeckt. Der immer glückliche Nürnberger, der mit bürgerlichem Namen Bernd Pflaum heisst, beglückt die Menschheit mit seiner Kunst, seinem Charme, seinem sexy Body und tonnenweise Glitzer.
 
Seinen ursprünglichen Job als gelernter Heilerziehungspfleger und sein Studium (Theaterwissenschaften und natürlich Politik – was auch sonst?) hat er schon vor zwölf Jahren zugunsten einer Karriere im Showbusiness aufgegeben. Nach einem Abstecher als Indierocker in der Band «The Audience», mit der er durch ganz Europa tourte und sogar im Vorprogramm der «Kooks» aufrat, beschloss er, sein Alter Ego zu seinem Lebensmittelpunkt zu machen.

So dick und doch so viel Energie

 «Ich bin gerade 35 geworden, das ist das beste Alter, um alles zu machen, was man machen will», erzählt er. Nach dem Ausstieg aus der Band widmete er sich der elektronischen Musik. «Mit vielen Chören und schön kitschig. Ich liebe Kitschiges.» Und das hört und sieht man sofort. Seine Songs und Videos sind der Beweis dafür, dass zurückhaltender Minimalismus und Bird Berlin nichts gemein haben.

Humorvolle Texte, die jedem deutschen Schlagerhit in puncto Schwülstigkeit das Fürchten lehren, von oben bis unten durchgestylte und supertrashige Musikclips und Shows voll Energie, Liebe und nackter Haut. Ganz nach dem Motto: «Mehr ist mehr». Das sympathische Schwergewicht zieht sich nämlich gern mal aus. Was mittlerweile – neben Glitzerstaub im Vollbart – zu seinem Markenzeichen geworden ist, hat eigentlich ganz pragmatische Gründe, wie der Bayer verrät: «Ich bin doch so dick. Und wenn ich mich auf der Bühne so blitzschnell bewege, dann fang ich so schnell zum Schwitzen an. Das ist mit wenig Klamotten viel toller. Und der Glitzer hält besser!»

Ein Häufchen im Hier und Jetzt

So unglamourös der Grund dafür auch sein mag; das Konzept geht auf. Inzwischen kann Birdi von seiner Kunst leben. «Zumindest für die Miete und ab und zu neue Leggings reicht es. Und fürs Essen.» Obwohl er jetzt schon immer mal wieder Auftritte vor über 1000 Leuten hat, wie auf dem Fusion Festival oder mit den Elektropunkern von «Frittenbude», geht es ihm nicht um den Fame. «Ich würde lügen, würde ich behaupten, es nicht toll zu finden, vor so vielen Menschen aufzutreten. Man möchte natürlich immer wie ein kleiner Chihuahua sein Häufchen im Hier und Jetzt liegen lassen. Aber ich bin auch so schon megaglücklich.»

Wer so direkt, schillernd und anders die Welt beleuchtet, hat auch immer wieder mit negativen Stimmen zu kämpfen. Auch unserer selbsternannten Glitzerkoryphäe kommen selten aber doch mal Hater unter. «Die sind aber nach den ersten paar Songs dann meist so verwirrt, dass sie nur noch gucken, gehen oder mich berühren wollen», erklärt Birdi. «Wenn du schön im Herzen bist, wenn du pur bist und freudig, dann wirkt sich das auch ganz automatisch auf deine äussere Schönheit aus. Das ist ja das Coole am Sich-selbst-toll-Finden – man kann es ganz schnell weitergeben.»

Magst du mit mir Einhorn reiten?

Und genau das macht er auch. Mit seiner positiven Ausstrahlung ist es fast unmöglich, das Ausnahmetalent nicht lieb zu haben. Da muss man sich schon sehr anstrengen, sich nicht über (und mit) dem lustigen, dicken Mann zu freuen, der nackt und voller Lebenslust über die Bühne springt und Liebe unters Volks mischt.



Am 19. Mai erscheint Bird Berlins erstes Album. Es heisst «Mach die Augen nur 1x zu, wenn du mich küsst!» und enthält Songs wie «Magst du mit mir Einhorn reiten?» und «Pomm Fitz 4 Ever».


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15 Kommentare

Zombie vor 3 Monate
Gefällt mir..😃
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Antwort von Andi vor 3 Monate
an den falschen Zombie Wir haben schon längst gemerkt, dass du nicht der wahre Zombie bist. Also geh scheissen!
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jazzz vor 3 Monate
Wer noch nicht überzeugt ist... Ein Konzert sagt mehr als 1000(!!) Worte.
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Guido vor 3 Monate
Naja, dieser Erfolg kommt nicht nur von alleine sondern spricht die Erinnerung an. So ist die Ähnlichkeit mit Zach Galifianakis aus Hangover unverkennbar. 😉
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