Diese Gabel macht uns aggressiv

Eine junge Designerin stellt grundlangweilige Alltagsgegenstände her, die so nutzlos sind, dass sie schon wieder irgendwie cool werden. Wir haben mit dem Girl gesprochen.

Katerina Kamprani wohnt im schönen Griechenland und ist von Beruf eigentlich Architektin. Ihr Herz schlägt aber für Industriedesign – sie liebt es, Alltagsgegenstände zu erfinden, designen oder umzustrukturieren. Wie etwa in ihrer Serie «The Uncomfortable». Hier entwickelt sie Objekte des täglichen Gebrauchs, wie wir sie alle kennen und immer wieder verwenden – und entzieht ihnen die Sinnhaftigkeit.

Wir wollten genauer herausfinden, welcher philosophische Ansatz hinter schrägen Stühlen, verdrehten Giesskannen und offenen Gummistiefeln steckt – oder ist es einfach pure Boshaftigkeit? Darum haben wir die Designerin zum Gespräch gebeten:

Hallo Katerina! Steigen wir gleich direkt ein: Wieso machst du das?
Das Projekt hat eigentlich als Spass begonnen. Die Idee wurzelt wahrscheinlich darin, dass ich nach dem Architekturstudium nie meinen Plan umgesetzt habe, Industriedesign zu studieren.

Ist es eigentlich ein sadistischer Zug gegen Leute mit Zwangsneurose? Oder vielleicht eine Parodie auf unpraktisches Design?
Ach, ich fühle mich wirklich wie eine Sadistin wenn ich mir neue unnütze Objekte ausdenke. Oft lache ich laut, wenn mir eine gute Idee in den Sinn kommt. Aber mit der Zeit ging es immer mehr um meine Liebe zu Design. Ich habe erkannt, dass Alltagsgegenstände oft eine versteckte Sprache sprechen, die die meisten Leute stillschweigend voraussetzen.

Gerade bereitest du dich für deine erste Ausstellung vor und produzierst deine Objekte endlich richtig. Wie fühlt sich das an, wenn eine Idee zur Realität wird?
Es ist grossartig! Ich liebe es, sie in Lebensgrösse zu sehen. Ich probiere sie auch tatsächlich alle aus!

Welches deiner unbequemen Designs ist dein persönlicher Favorit?
Mein Liebling ist die Giesskanne. Es scheint, als hätte diese eine eigene Persönlichkeit und als würde sie auf sich selbst zurückschauen. Wie eine sehr introvertierte Giesskanne. Eine, die sich weigert, Blumen zu giessen!

Wie kann man sich deinen Designprozess vorstellen? Nimmst du normale Gegenstände und schraubst an ihnen rum, bis es dir passt?
Es muss auf jeden Fall ein sehr bekannter und einfach zu bedienender Gegenstand sein. Ich vermeide komplizierte Sachen und alles, das Technologie verwendet. Dann versuche ich einen kleinen Schritt in der normalen Anwendung des Gegenstandes zu sabotieren. Aus den vielen Ideen, die mir dabei einfallen, wähle ich die aus, die mich selbst am meisten zum Lachen bringt.

Welche Art von Design bevorzugst du in deinem ganz privaten Alltag zuhause?
Ich bin sehr praktisch veranlagt. Ich mag zeitgenössische, simple Formen aber kann genauso auch altmodisches Design anerkennen. Ich verwende die Teller meiner Grossmutter und ich liebe das handgefertigte Keramikset, das mir meine Mutter geschenkt hat. Kaufe ich neue Sachen, sind die aber sehr einfach.


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20 Kommentare

Ssio vor 5 Monate
Die ist geil
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Antwort
Ich könnte Heulen vor 5 Monate
so ein schwachsinn, und dafür bekommt Sie Wahrscheinlich auch noch Geld!
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Bertrand vor 5 Monate
@Kein Leser Die Frage ist, ob das "mit dem Girl gesprochen" auch so gemeint ist. Ich meine, ob es dem Journalisten tatsächlich gerade so herausgerutscht ist. Dann ist es meiner Meinung nach auch ganz ok. Aber einen auf Jugendlichen zu machen ist voll schräg.
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Jörg Hahneburger vor 5 Monate
@kriga "die Giesskanne funktioniert so nicht!" - Es gibt auch Politiker, die nicht funktionieren. HAHA - So einen Kommentar schreibe ich auch einmal!
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Antwort
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