Dralle Hintern und sexuelle Belästigung

Die Bildserien zu Themen wie Ärschen oder Catcallern einer amerikanischen Fotografin sorgen regelmässig für Aufsehen. Wir haben uns mit dem jungen Ausnahmetalent unterhalten.

Caroline Tompkins kommt ursprünglich aus Ohio, wohnt jetzt in Brooklyn. Sie hat gerade mal ihren Abschluss an der New Yorker School of Visual Arts in der Tasche und schon gehört sie zum Team des renommierten Magazins «Bloomberg Businessweek». Zudem arbeitet sie als freischaffende Fotografin für Medien rund um den Globus – und das auch noch ziemlich erfolgreich.

Mit ihren kreativen Ideen für spannende, intime und sehr persönliche Bildstrecken geht sie regelmässig viral und sogar Sender wie BBC berichten über ihre Arbeiten. Ihre Serie «Hey Baby» etwa wurde international heftig diskutiert.

Machtausübung und Männlichkeitsbeweise

Sie widmet sich hier dem Thema Catcalling oder sexueller Belästigung auf offener Strasse. Wann immer ihr ein fremder Mann ungebetene Anmachen nachschrie, ging sie auf den jeweiligen Typen zu, fragte nach seinen Beweggründen und bat darum, ein Foto schiessen zu dürfen.

Erstaunlicherweise liess sich ein grosser Teil der Männer sogar darauf ein: «Manche posierten sogar stolz, viele liefen weg oder verdeckten ihre Gesichter, andere waren beschämt aber erlaubten mir trotzdem, sie zu fotografieren», erklärt Caroline.

Sie wollte mit diesem Projekt eine Diskussion über ein tägliches Phänomen anregen, dem Frauen überall immer wieder begegneten. «Ich glaube, beim Catcalling geht es nicht einmal um die individuellen Frauen, sondern um Machtausübung und Männlichkeitsbeweise.»

Ein schöner Tag für Hintern

Aber die fleissige Fotografin kann auch anders. Wenn sie mal nicht gegen Sexismus und für Frauenrechte – wie mit ihrem feministischen Zine «Girl Pains» – kämpft, knipst sie gern auch einfach mal einen ganzen Tag lang verschiedene Hintern in allen möglichen Posen. Genau so geschehen in der Bildstrecke «A Beautiful Day For Butts». Die Auftragsarbeit für das Magazin «The Fader» zeigt die lustige, bunte und sexy Seite von Tompkins kreativem Geist.

Bei all dem Erfolg bleibt die sympathische Blondine aber trotzdem am Boden und antwortet auf die Frage, ob sie stolz auf ihren Erfolg sei: «Ich bin stolz auf meine Freunde und Familie. Das über mich selbst zu sagen, fällt mir schwer.» Umso sicherer ist sich Caroline Tompkins dafür, wenn es um ihre Ziele im Leben geht.

«Ich will den Pilotenschein machen und an einem Triathlon teilnehmen. Ich will meinen Master-Abschluss ausserhalb Amerikas machen. Ich will küssen und geküsst werden. Ich will lieben, so richtig viel lieben. Ich will, dass sich meine liebsten Menschen sicher fühlen, verstanden und geliebt. I want it all, Baby!»
 


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77 Kommentare

Alyssa vor 23 Tagen
Ich muss als Frau einfach sagen, dass es sehr unangenehm ist, von einer Gruppe Männern zurufe oder Pfiffe zu hören, da es keine Art gibt, richtig darauf zu reagieren. Ich sehe es nicht als sexuelle Belästigung jedoch ist es einfach störend und in der Nacht auch teilweise beängstigend, da man meist nur betroffen ist, wenn man alleine unterwegs ist. Das alter sowie die Ankleide spielt eine sehr kleiner Rolle, aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es sowohl mit Wintermantel wie mit Hot-Pants vorkommt. Es ist wichtig, dass das Thema einmal angesprochen wird, da es wohl kaum eine Frau gibt, welche diese Zurufe als angenehm empfindet. Es gibt einen grossen Unterschied zwischen einem Mann, der auf einem zugeht, lächelt und nach der Handynummer fragt oder einer Gruppe Männer, welche einem von weiten Komplimente für den Arsch zuruft. Ich denke dessen sind sich Männer auch bewusst.
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ImOut vor 24 Tagen
Allein die Diskusion über dieses unbedeutende Thema zeigt deutlich, wie realitätsfremd unsere Gesellschaft geworden ist. Medien sei dank sind nun alle Menschen virtuell miteinander verbunden und meiden den persönlichen Kontakt. Alles was übers Anschreiben auf Facebook hinausgeht, ist bereits eine Bedrohung! Schöne neue Welt, weiter so!
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Es wird langsam schlimm vor 24 Tagen
Es wird langsam schlimm. Als Frau wird man jederzeit und überall belästigt. Jeden Morgen in der Bahn geht's los, da sabbern schon die ersten vor sich hin. Dann versuchen sie dich in der Menge "unauffällig" zu betatschen. Neeein, uns Frauen stört euer erigierten Penis nicht, wenn ihr in uns an den Arsch drückt. Wir finden das toll! Achtung, Ironie! Wieso glauben die Herren der Schöpfung auch im 21. Jahrhundert noch sich wie triebgesteuerte Neandertaler verhalten zu müssen?
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Antwort von Kriti Ker vor 24 Tagen
Merkwürdig, ich fahre jeden Tag Zug, habe noch keinen Mann gesehen der sich an einer Frau gerieben hat, keinen mit offener Hose etc wo fährst du hin, dass das jeden Tag passiert?
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