Chinesisches Startup macht sich zum Affen

Ein chinesisches Startup deponierte 300'000 mietbare Regenschirme an öffentlichen Plätzen. Der Glaube ans Gute im Menschen ging aber zuweit: Nach nur drei Monaten sind bereits beinahe alle Schirme verschwunden.

Die Share Economy ist das Heilsversprechen unserer modernen Welt. Während alle Zeichen um uns herum auf hyperkapitalistischen Egoismus deuten, ist der kollaborative Konsum ein flackerndes Kerzlein, das in unserer Gesellschaft die sozialen Werte hochhält. Wir teilen Wohnungen, Sofas und Sexkeller, Autos und Velos, finanzieren gemeinsam Startups und Kunstwerke oder hüten die Hunde unserer Nachbaren. Angesichts all dieser Errungenschaften der Share Economy könnte man fast schon glauben, der Mensch sei gut.

In China, dem Nachfolger der USA an der wirtschaftlichen Weltspitze, erfreut sich die Share Economy genauso an Beliebtheit wie auch bei uns. Gerade im Technologie-Epizentrum Shanghai werden Elektro-Autos, Waschmaschinen und sogar Basketbälle geteilt. Eine gute Sache. Aber die Geschichte des Startups «Sharing E Umbrella» beweist, dass hier vielleicht eher gemeinsam eine wirtschaftliche Blase errichtet, statt wirtschaftliche Erfolge geteilt werden.

Fast der gesamte Bestand verschwunden

Vor drei Monaten entstand «E Umbrella». Die Idee: An gut frequentierten öffentlichen Plätzen werden Regenschirme mit Schlössern (zum Öffnen des Schirms) platziert. Über eine Handy-App deponiert man umgerechnet knapp drei Franken und schnappt sich danach einen Schirm. Gibt man ihn zurück, berappt man für jede genutzte halbe Stunde zusätzlich rund fünf Rappen.

300'000 Regenschirme verteilte das Unternehmen in den vergangenen Wochen in Chinas Grossstädten. Heute ist eine erschlagende Mehrheit davon geklaut, verloren, ausgeliehen und nicht zurückgebracht – kurz: Verschwunden. «Wir haben vermutlich die Rückgabe der Schirme zu wenig gut durchdacht», sagte Zhao Shuping, der CEO des Unternehmens, gegenüber der «South China Morning Post». «Während man Velos überall parken kann, muss man die Schirme an einem geeigneten Ort aufhängen.»

90% der Velos geklaut

Tja – da hat wohl jemand zu wenig weit gedacht. Eigentlich hätten ihm die Geschichten zweier Fahrradverleihe in China eine Lehre sein können: «Wukong Bicycles» gingen 90% der Fahrräder verloren und «3Vbike» blieben nach drei Monaten Geschäftsgang noch «ein paar Dutzend» von anfangs tausend Drahteseln.

Was lernen wir daraus? Vielleicht ist das ganze Teil-Zeugs doch nicht so eine gute Idee – zumindest deutet auch die eine oder andere Story von demolierten Airbnb-Appartements darauf hin. «E Umbrella» will trotzdem weitermachen: «Alles was sich auf der öffentlichen Strasse befindet, kann und soll geteilt werden», sagt der CEO. Bis Ende dieses Jahrs sollen dreissig Millionen Schirme auf Chinas Strassen verteilt werden.

Wir wünschen viel Erfolg und da uns jetzt ein bisschen ein schlechtes Gewissen plagt: Sorry, liebes Battere-Team, wir haben alleine im Team noch drei Powerbanks von euch, die wir am Kiosk ausgeliehen haben. Vielleicht geben wir diese jetzt doch noch zurück.  


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24 Kommentare

SJW Radar vor 5 Monate
Ich verfüge leider über kein abgebrochenes gender Studium wie die tilllate Mitarbeiter. Aber nur 2min googeln und ich habe bessere Infos als die SJW's. Im Video wird die ganze Idee durchgekaut.
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Kapitalistische Anarchie vor 5 Monate
Das ist eine Falle: Dahinter steckt die Regierung. Die Schirme sind mit GPS-Sendern ausgestattet und am Tag X werden dann 300'000 Menschen aus dem Verkehr gezogen und in Arbeitslager versetzt. Wetten dass das Gerücht reicht, um die Schirme wieder hin zu bekommen?
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S.G. vor 5 Monate
Für 3 Franken kann ich mir einen billigen China Schirm ja kaufen wieso soll ich Ihn dann mieten???
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Fabio vor 5 Monate
Nicht das Chinesische Startup macht sich zum Affen, sondern die Menschheit
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