Darauf können wir 2017 verzichten

2016 war ein schlechtes Jahr – da sind wir uns wohl alle einig. Damit 2017 besser wird, haben wir eine Not-To-Do-Liste erstellt. Bitte haltet euch daran!

Vor einem Jahr sammelten wir bereits einige Dinge, auf die die Welt 2016 hätte verzichten können. Leider erhörte sie unser Stoss-Hass-Gebet nicht (die Sau!) und hat uns ein Jahr geliefert, in dem unzählige Promis starben und Donald Trump gewählt wurde. Und Kanye West musste ins Krankenhaus. Kurz gesagt: Alles, woran wir noch geglaubt haben, ging vor die Hunde.

Damit das im nächsten Jahr nicht so weitergeht, haben wir eine kleine Not-To-Do-Liste erstellt. Bitte halte dich daran, liebe Welt. Dann geht es uns allen bald um einiges besser.

Internet-Challenges

2016 war das Jahr der Internet-Challenges: Bottle-Flip-Challenge, Mannequin-Challenge, Grey-Sweatpants-Challenge … die Liste ist riesig. Und die meisten Challenges sind nur eine Woche oder zwei witzig. Richtig schlimm wird es aber erst, wenn die Marketing-Abteilungen von Grosskonzernen gefühlte zwei Kontinentalverschiebungen später einen Internet-Trend als billiges Promo-Mittel missbrauchen. Deshalb unsere Wunsch-Challenge: Die Lasst-den-Scheiss-bitte-sein-Challenge.

Pokémon Go

Wir alle lieben Pokémon. Und in diesem Sommer war unsere Liebe für Pikachu und Co. grösser, als je zuvor – aber nur für ein paar Tage. Denn unzählige Abstürze, fehlende Hauptfeatures und der Fakt, dass man am Zürcher Hauptbahnhof mehr Pokémon fangen kann als in der Walliser Wildnis, machten «Pokémon Go» zu einem kurzen, unlogischen Trauerspiel. Leider, denn es hätte so gut sein können.

Exklusive Musikreleases

Beyonce, Kanye West, Frank Ocean, Drake und viele andere haben dieses Jahr ihre Alben exklusiv auf einem der drei grossen Streaming-Services Spotify, Apple Music und Tidal veröffentlicht. Als Musikliebhaber wollen wir gerne für Musik zahlen – auch wenn die Streaming-Kohle fast nur bei Major-Labels landet – aber wir wollen nicht drei verdammte Abos lösen, damit wir uns die neuen Alben unserer Lieblinge reinziehen können. Wenn so die Zukunft der Musikindustrie aussieht, dann fangen wir lieber wieder an, uns die Musik zu saugen.

Das «postfaktische Zeitalter»

«Postfaktisch» wurde zum Wort des Jahres gekürt – wahrscheinlich auch dank der Wahl von Trump. Natürlich sind Fake-News ein wichtiges Thema, aber das Problem kennt man seit Jahrtausenden. Schon die Philosophen der Antike stritten darüber, was Wahrheit ist und wie man sie erlangen könne. Natürlich kam jeder zu einem anderen Schluss und wenn wir heute die «Weltwoche, die «WOZ» und kurlige Internet-Blogs lesen, kriegen wir genau so verschiedene Wahrheiten serviert. Wenn man eine davon als «postfaktisch» beschimpft, heisst das nichts anderes als: Ich finde diese Wahrheit nicht korrekt. Und dafür können wir auch einfach «falsch» sagen, statt postfaktisch. Das klingt besser.

Sexuelle Gewalt verharmlosen

Ein Tiefpunkt des Jahres: Die SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler, die behauptete, Frauen seien Mitschuld an Vergewaltigungen. Auch wenn sie im Nachhinein bemerkte, dass die Aussage vielleicht nicht so ganz ok ist, muss man festhalten: Das geht gar nicht.

Kanye West

Kanye will US-Präsident werden – einem kürzlichen Tweet zufolge zwar erst 2024 und nicht 2020, aber trotzdem werden wir ihn hypen wie Sau. Deswegen: Yeezy, bitte chills ein wenig. Du hast bereits das wahrscheinlich beste Album von 2016 veröffentlicht und hübsche Models auf dem Laufsteg zum Kollabieren gebracht. Und wenn die Menschheit in einem Atomkrieg untergegangen ist, wird auf Höhlenwänden noch dein kulturelles Erbe eingeritzt stehen: «I made that bitch famous». Kanye, du hast dieses Jahr genug für uns getan. Entspann dich das nächste Jahr ein wenig, damit du ready bist für deine Präsidentschaftskandidatur. Denn nach Trump brauchen wir dich. Ganz dringend.

Drohnen

Mittlerweile kriegt man für gerade mal 50 Franken eine Drohne mit Kamera. Leider. Deswegen hat beinahe jeder so ein Ding zuhause und versucht damit, die sexy Nachbarin durchs Badezimmerfenster auszuspionieren oder will National-Geographic-würdige Vogelaufnahmen vom Lieblingsskatepark schiessen. Dass haben wir aber alles schon x-Mal gesehen. Deswegen: Zielt doch bitte mit euren übriggebliebenen Silvesterraketen auf ein paar Drohnen im Himmel. Danke!

Feiertage an Wochenenden

Als ob uns Brexit und Trump nicht gereicht hätten, hat irgendein Idiot letztes Jahr alle Feiertage aufs Wochenende verlegt. Weihnachten? War am Wochenende. Silvester? Wochenende. 1. Mai? Wochenende. Also, 2017, bitte lass den Scheiss. Und falls du vielleicht noch den Ostersonntag auf einen Montag verlegen könntest – das wäre super. Adedankemerci! 

Über 2016 wettern

Damit haben wir nun genug gelästert. Schliesslich tut das ganze Netz momentan nichts anderes, als darüber wettern, wie schlimm das letzte Jahr war. Aber obwohl uns Memes etwas anderes weismachen wollen, gab es tatsächlich schlimmere Jahre. 1968 begann mit dem Bruch des Waffenstillstandes in Vietnam, später wurde Martin Luther King umgelegt, Richard Nixon gewählt und die Studentenrevolte in Paris endete nicht mit einer fröhlichen Hippie-Welt, sondern nur mit noch mehr Staatsmacht. Vielleicht war 2016 also doch gar nicht so schlimm.

Das Schlusswort überlassen wir aber am liebsten James Blunt, der uns erklärt, wieso 2017 noch viel schlimmer werden könnte: 


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28 Kommentare

Bullshitdetektor vor 3 Monate
Vielleicht hören wir auf mit Bullshitnews hypen, hören auf mit viralem Bullshit und hören auf Bullshit 'im Internet' zu 'feiern' und hören auf irgendwelche Bullshitter zu Wort kommen zu lassen, wie irgendwelche Teenager die darüber urteilen wollen, wer ein Trasher Shirt tragen darf und wer nicht.
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Denker vor 3 Monate
Zeitverschwendung! Beyonce, Kanye West, Frank Ocean, Drake sind keine Musiker und haben damit nichts zu tun. Es sind einfach Talentlose pop pfeifen. Kanye als President wie dumm seit ihr? Sehr dumm würde ich sagen Trump ist übrigens besser als Hillary alle die auf ihrer Seite sind, haben einen Blumekohl statt ein Gehirn im Kopf....
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Regula vor 3 Monate
Bitte 2017 weniger Geburten (2016 über 82000 ein Wahnsinn).Diese Vermehrungszahlen sind ein Wahnsinn.Implant,Spirale sind das Zauberwort .
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djcologneandy vor 3 Monate
103 mal rank 1 weltweit mit dj mixen bei mixcloud ich fands nen geiles jahr ansonsten natürlich nur kacke überall nur noch deppen Trump,Erdogan,Putin,Merkel,kein Wunder das man brexiten muss auch wenns denen nicht wirklich viel bringen wird. 😀 Euch mal nen frohes neues sagt #cologneandy
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