Gamestudio bekämpft den «Krebs der Industrie»

Eine Indie-Gamefirma verschenkt ihr neues Spiel an die User. Die Gründe dafür sind kleine Geldbeutel der Konsumenten, aber auch illegale Downloadplattformen. Die Gamewelt freuts.

Wenn man sich ein Game kaufen will, läuft das nicht immer ganz easy: Entweder sind die Preise zu hoch oder – je nachdem wie man alt ist – haben Mama und Papa ein Problem damit, wenn der Junior Horror-, sexy oder gewaltverherrlichende Games spielt. So auch beim neu erschienenen Gruselgame «Darkwood»

Dem wollen die Macher – das polnische Gamestudio «Acid Wizard» - entgegenwirken. Zumindest dem Geldproblem der User und bieten darum ihr neustes Meisterwerk gratis zum Download an. Natürlich besteht auch die Option das Game für umgerechnet 16 Franken zu kaufen.

Raubkopien mit Viren

Die eigentliche Idee der Entwickler von «Darkwood» – an dem sie vier Jahre lang hart gearbeitet haben – war es, ein Zeichen gegen den illegalen Downloadmarkt zu setzen. Denn oft bieten dubiose Webseiten – sogenannte «Key Reseller» – neue Games zum Verkauf an. Die kommen aber oft von fragwürdigen Händlern, die das Game oft mit gestohlenen Kreditkarten gekauft oder durch Hacking entwendet haben.  Häufig sind die Raubkopien auch mit Viren versehen.

Dies schadet der Gamingbranche – vor allem kleinen Indiestudios wie Acid Wizard – extrem. Kein Wunder, bezeichnen sie die oft kriminellen Plattformen als «Krebs, der die Industrie aussaugt». «Da ist es uns viel lieber, sie laden unser Spiel direkt von uns herunter. Das ist dann legal, sicher und kostenlos“, meint Acid Wizard.

Gefeierte Idee

Im Gegenzug zur Möglichkeit, «Darkwood» komplett kostenfrei zu spielen, haben die Entwickler jedoch eine Bitte an die Spieler und Fans. Wenn sie das Game mögen, sollen sie es vielleicht später nachzukaufen. Denn nur so wäre es dem mittellosen Indie-Studio möglich, weiterzuarbeiten.

In den Foren des Studios überschlagen sich die User mit Dankesreden und Komplimenten, was wir auch verstehen.  


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27 Kommentare

Advocatus Diaboli vor 17 Tagen
Weshalb ist das einen Artikel wert? Auf Steam gibts tonnenweise Spiele absolut gratis (auch ohne free-to-play Games), da macht eins mehr oder weniger auch keinen Unterschied. Die Key-Reseller sind ein Problem, aber das viel grössere Problem, welches Indies derzeit zusetzt ist einfach die Tatsache, dass zu viele Leute Games herstellen und bei Steam verscherbeln. Meist halt die verhassten Asset Flips, bei welchen vorgefertigte Game-Elemente wie Level, Gegner, Waffen, Spielmechaniken, etc. eingekauft, zusammengewürfelt und unverändert als "originelles, neuartiges" Spiel verkauft werden. Oder halt Erstlingswerke und Amateurware welche viel zu stolze Newbie-Programmierer für ihren Magnum Opus halten. Wenn pro Tag mehrere hundert Games auf Steam neu erscheinen, ist es kein Wunder, dass selbst gute Games, welche wenig oder gar kein Marketing betreiben, in der Flut untergehen.
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JJ vor 18 Tagen
Viren bei einem gestohlenen Key sind unmöglich... Man hat das Spiel am Ende vom Server des bestohlenen Anbieters...
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Stefan vor 18 Tagen
Der Krebs der Industrie ist es ein Spiel halbfertig zu veröffentlichen und dann nochmals 50.- für die verdammten DLC zu verlangen. Es ist nun wirklich Pay2Win anstelle von Play2Win.
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Antwort von Sonic vor 18 Tagen
EA, Activision und Co. haben wirklich eine neue Ära diesbezüglich eingeleitet. Dies ist auch eine Entwicklung in der Branche, welche ich äusserst ärgerlich finde und nur von der Geldgeilheit der Publisher zeugt. Raubkopien mögen für solche grossen Firmen zwar ein Ärgernis sein, mehr als ein Dorn im Auge aber wohl kaum, die Millionen fliessen trotzdem. Gerade aber kleinere Indie Studios wie Acid Wizard, haben grosse Probleme mit Raubkopierern, da sie auf den Erlös jedes Spiels angewiesen sind. Die Spiele nun zu verschenken ist daher eine wirklich noble Geste und setzt ein Zeichen in die richtige Richtung.
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