Eine Atemübung, die wie DMT flashen soll

DMT ist die bewusstseinserweiternde Droge der Stunde. Im Internet kursieren Atemübungen, die auf legalem Weg ähnlich reinhauen sollen – unser Redaktor hat sie ausprobiert.

N,N-Dimethyltryptamin, DMT genannt, ist ein Stoff, der in so gut wie allen Lebewesen vorkommt. Momentan macht der Name aber vor allem als Hype-Droge die Runde. Wer DMT raucht, verliert den Bezug zur Realität für einige Minuten komplett: Konsumenten berichten von spirituellen Erfahrungen in einer Fantasiewelt, in der dich lustige Männchen – von manchen als Aliens oder tote Seelen interpretiert – herzlich empfangen. Wenn du mehr darüber erfahren willst, schau dir hier den Film «The Spirit Molecule» an.

Wir sind im Internet auf eine Atemtechnik gestossen, die angeblich das körpereigene DMT freisetzt und einen vergleichbaren Trip auslöst, wie wenn man das Zeug raucht. Und weil ich unbedingt wissen wollte, wie high man durch reines Atmen werden kann, hab ich die Methode ausprobiert.

Der «Iceman» hats erfunden

Die Atemtechnik ist angelehnt an die sogenannte Wim-Hof-Methode. Wim Hof, auch bekannt als «The Iceman», ist ein Niederländer, der über ein Dutzend Weltrekorde im Ertragen von extremer Kälte hält. Der Mann legt sich stundenlang in Eisbäder und hat einst versucht, in Shorts den Mount Everest zu besteigen. Und er atmet gerne.

Jedenfalls besteht die Technik aus drei Schritten, die der Anwender drei bis vier Mal wiederholen sollte. Danach schliesst man die Augen und ist angeblich auf einem ganz legalen DMT-Trip.

Nur kurz zur Sicherheit: Du solltest diese Atemübung auf keinen Fall im Stehen (oder im Wasser – dabei sind schon Menschen ertrunken) durchführen. Weil du im Grunde genommen hyperventilierst, besteht die Möglichkeit, dass du ohnmächtig wirst. Also setz dich irgendwo hin oder leg dich ins Bett, damit du dir nicht den Kopf anstösst, falls du zusammenklappst. Und wenn du Herz- und Blutdruck-Probleme hast oder anfällig für epileptische Anfälle bist (siehe Infobox), raten wir dir eh davon ab.

So geht's:

1. Mach 30 bis 40 «Power Breaths»
Atme so tief ein, wie du nur kannst und lass die Luft wieder raus – allerdings nicht alles, nur bis deine Lunge wieder entspannt ist. Nach einigen Zügen, wirst du dich wegen der erhöhten Sauerstoffzufuhr eventuell bereits leicht benommen fühlen.

2. Atme aus und halte die Luft an
Nach dem letzten «Power Breath» lässt du die Luft raus und versuchst dann, möglichst lange nicht mehr einzuatmen. Erzwinge aber nichts – hole wieder Luft, bevor es unangenehm wird.

3. Atme so tief wie möglich ein und halte die Luft an
Sobald du nach Punkt 2 einatmen musst, ziehe so viel Luft wie möglich rein und halte sie für zirka zehn bis 15 Sekunden in deiner Lunge.

4. Wiederhole das Ganze drei bis vier Mal
Gehe zurück zu den «Power Breaths» und wiederhole das ganze Prozedere. Bleib danach ruhig sitzen, schliesse die Augen, meditiere und geniesse den Trip.

Schwindel und leichtes Kribbeln

Ich hab mich also im Büro in eine ruhige Ecke zurückgezogen und nach diesen Regeln geatmet. Bereits im zweiten Zyklus wurde mir leicht schummrig. Es setzte ein leichtes Schwindelgefühl ein und ich musste kurz grinsen. Dabei blieb es dann vorerst auch.

Nach Abschluss der Atemübung schloss ich die Augen, sah ein paar bunte Punkte und nahm ein leichtes Kribbeln im Gesicht und in den Händen wahr. Ein durchaus angenehmes Gefühl aber ich würde mich hüten, das als Trip zu interpretieren. Ich war tatsächlich entspannter als vor der Atemübung – aber höchstens Yoga-und-Meditation-entspannt und nicht «Meine Fresse, was hab ich denn da nur geraucht?»-entspannt.

Wie ein DMT-Flash? Bullshit!

Dass man mit Atemübungen seinen Gemütszustand beeinflussen kann, ist unumstritten. Bewusste Bauchatmung kann dir zum Beispiel helfen, Panikattacken zu überwinden und mit der richtigen Technik fällt es dir angeblich auch einfacher, einzuschlafen. Wie viel Sauerstoff in dein Hirn kommt, hat also definitiv Einfluss auf deine Wahrnehmung.

Ob sich mit Atemübungen das körpereigene DMT freisetzen lässt, ist allerdings höchst umstritten. Und dass diese Technik einen wirklich psychedelischen Flash auslöst in meinen Augen Bullshit.


Kommentar schreiben

37 Kommentare

jenny vor 2 Monate
Eine solche Technik wird schon sehr lange in der indischen Meditation angewandt. Fast genau so. Als ich es einmal unter Anleitung eines 'Gurus' durchgeführt habe, war es tatsächlich so, als wäre man irgendwie high. Einige brachen in lautes Geschrei oder Gelächter aus, andere konnten nicht aufhören zu weinen. Einzelne sind auch umgekippt (ihnen wurde natürlich sofort geholfen). War eine spannende Erfahrung, aber irgendwie auch etwas beängstigend. Eine uralte Technik als etwas neues zu verkaufen...naja.
4
1
Antwort
the hündeler vor 2 Monate
Wir haben früher als Jugentliche ähnliches gemacht. Wir nannten es "Hündli" und man wurde kurz onmächtig. War sicher nicht gesund, aber damals hatte man als 14jähriger kein zugang zu Alk oder Gras und musste sich halt so behälfen. War sicher nicht gesünder ...
11
4
Antwort
Dominique Saxer vor 3 Monate
Aha. Mit Anleitung wie man sich bis zur Onmacht Atment. Sehr Toll.. Das ist weder gesund noch sonst was. Auserdem lösst es das hyperfebtilieren aus und dadurch kommt das gefühl zu ersticken da man nicht mehr genug sauerstoff hat und das Herz immer Schneller Schlägt. Ich kenne das zu gut. Und es ist Schreklich das Gefühl wen man denkt man erstickt obwohl man Atmen Kann. Menschen mit Platzangst kennen das gefühl zu gut. Lasst den Scheiss
26
7
Antwort
Saugefährlich vor 3 Monate
Eventuell wäre hier noch hinzuzufügen, dass man sowas NIE ALLEINE ausprobieren sollte. Bei Ohnmacht droht Erstickungsgefahr durch verschlucken der Zunge. Habt Ihr eigentlich noch alle Tassen im Schrank, sowas ohne gewisse Warnungen zu veröffentlichen?
45
3
Antwort
Weisst du, wie man auf Insta am besten stalkt?

Weisst du, wie man auf Insta am besten stalkt?

Britische Schule bietet Platz für Hitler und Frauenhass

Britische Schule bietet Platz für Hitler und Frauenhass

Was sind eure legendärsten Schwänzer-Storys?

Was sind eure legendärsten Schwänzer-Storys?

Marilyn Manson ist in ICF-Gebetshalle unerwünscht

Marilyn Manson ist in ICF-Gebetshalle unerwünscht