Diese Männer schminken sich besser als jede Frau

Ein australischer Fotograf lichtet in einer glamourösen Portraitserie die unglaubliche Transformation von Drag-Künstlerinnen und -Künstlern ab. Das Ergebnis: Die wohl extravagantesten Vorher-Nachher-Bilder des neuen Jahres.

Aaron Walker aus Melbourne, Australien, ist Fotograf, Designer und arbeitet seit Jahren auch als Akrobat im Zirkus. Ein ziemlich buntes Leben führt der Künstler, der nicht gern über sein Alter redet, demnach sowieso schon. Kein Wunder also, dass seine Werke genauso fabelhaft sind, wie er selbst.

Eine seiner neuesten Bildreihen geht zurzeit im Internet ziemlich durch die Decke: «Dragformation» nennt er das Projekt, in dem er Drag Queens vor und nach ihrer Verwandlung ablichtet. Also Performance-Künstler, die mit Geschlechterrollen spielen und die Grenzen zwischen Mann und Frau verschwimmen lassen.

Der Hype ist riesig

Nicht erst seit dem internationalen Megaerfolg von «RuPaul's Drag Race», Conchita Wurst und Dschungelcamp-Queen-der-Herzen Olivia Jones ist Drag zu einem der auffälligsten und beliebtesten Phänomene am Rande des Mainstreams geworden. Wer liebt es nicht, in andere Rollen zu schlüpfen, sich zu verkleiden und für eine kurze Zeit ein völlig anderer Mensch zu werden? Die Faszination ist enorm und der Hype gross.

Aarons Idee, die Transformation von Drag-Artists zu dokumentieren, sei ihm gekommen, als er Backstagefotos bei einer Show einer befreundeten Queen machen durfte. «Da ist mir erst bewusst geworden, dass mich der Prozess der Verwandlung viel mehr fesselte als der Auftritt selbst. Der Unterschied zwischen strassentauglichem Alltagsoutfit und der Persona auf der Bühne – genau den wollte ich festhalten», erzählt uns der Fotograf.

Ohne Schminke sind sie introviertiert

Er lässt uns an einer überraschenden Erkenntnis teilhaben: «Was mich überrumpelt hat, war vor allem die Tatsache, dass viele der Künstler*innen vor ihrer Verwandlung ziemlich introvertierte, fast schon scheue Menschen sind. Die Bühnenpersönlichkeit, die sie annehmen, ist nicht wer sie wirklich sind, sondern wer sie werden wollen.»

Durch seine Arbeit in der Theater- und Zirkuswelt wäre es einfacher, Personen zu finden, die bereit sind, sich dem Projekt anzuschliessen. «Dragformation» solle das Talent und die kreative Credibility, die hinter diesem Prozess stecken, betonen und gleichzeitig die bewusste Wahrnehmung von Drag als Kunstform steigern. Zudem hoffe er, dass die Portraits zu einem weiterführenden, akzeptanzfördernden Dialog verhelfen.

Es gibt nicht nur Queens

Bisher habe er zwanzig Personen portraitiert, die alle in irgendeiner Weise die Kunstform Drag für sich aufgreifen und interpretieren. «Nicht alle verwenden den Ausdruck Queen, es sind auch Frauen dabei, deren Charakter ein Mann ist. Einige verwandeln sich überhaupt in genderlose Personas, ohne Rücksicht auf die binäre Geschlechterverteilung. Es ist wichtig, diese Leute als zeitgenössische Künstler zu begreifen, die Drag als Ausdruck ihres kreativen Drangs benutzen.»

Die Serie sei noch lange nicht abgeschlossen und Aarons grosser Wunsch sei es, eines Tages einen Bildband publizieren zu können. «Ein schönes, grosses, schweres Coffee-Table-Book voller Drag Künstler. Das ist mein Ziel», schwärmt er.


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17 Kommentare

Catty vor 24 Tagen
Ich finde den Titel sehr macho. Viele talentierte Frauen können sich viel besser als diese Männer schminken (z.B. NikkieTutorials und Kandee Johnson). Es heisst es schon wieder: sogar schminken können Männer besser!
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Wagis vor 24 Tagen
Hei Man(n)in Basel ist Fasnacht, also nichts wie los.
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Queen vor 24 Tagen
Einfach nur abartig.
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Zombie vor 24 Tagen
Fantastischer Artikel! Als Maskenbildner sage ich, dass diese Boys es ganz gut draufhaben, sich in der Rolle der Frau bildlich zu versetzen. Was bei manchen Fotos hier aber total falsch am Platz ist, ist der verdammte Bart, weil das dann eher in Richtung geschminkter Weinachtsmann geht, was aber andersrum für die Fasnacht ein Knaller ist hehe 😃! Als Jugendlicher war ich total in Boy George verknallt hehehe ich weiss nicht wieso und warum aber ich wollte den Kerl Tag und Nacht in meinem Bett haben hehe mir war das sowas von egal ob Der jetzt ein Kerl oder eine Dame ist hehe Hauptsache Körperflüssigkeit literweise mit Ihm verschwenden 😃, heute würde ich eher von Ihm wegrennen Dankeschön 😃! Wer diesen Artikel mit Transsexuelle verwechselt, ist besoffen! In der Welt der Androgynität, gibt es sehr viele Sachen und jede einzelne Sache unterscheidet sich enorm. Drag Queens, sind weder schwul noch weniger sonst was, denn für Diese ist es nur eine reine Show uns grosse Simpathie für die Damenwelt, danach gibt es Transvestiten, wo auch ähnlich wie die Drag Queens sind aber die Mehrheit der Transvestiten haben meistens einen sexuellen Fetisch an sich und manchmal sehr gerne in die Rolle des anderen Geschlechts sexuell schlüpfen mögen, dann gibt es die sogenannten DWTs ( Damenwäscheträgern ) wo ebenfalls sehr viel mit der sexuellen Orientierung zu tun hat genauso wie die CDs ( Crossdressern ) aber es gibt auch Menschen, die gerne ab und zu einmal Kleidern des anderen Geschlechts tragen, weil es ganz einfach bequemer ist z.B. eine Dame, die gerne Männerhosen anhat, Die muss auch nicht unbedingt lesbisch sein oder ein Mann der Zuhause für sich einmal gerne ein langer Rock oder Strümpfe trägt, muss auch nicht unbedingt Gay sein und dann gibt es auch die Femboys und die Femboys oder Manwomens sind eigentlich Menschen, die von reiner Geburt aus, rein körperlich, irgendetwas von Beiden Geschlechtern geerbt haben, wo aber mit der sexuellen Orientierung auch nix zu tun hat, doch das kann man dann absolut Androgyn nennen ( Genauso einer ist Zombie, ich also auch ) und zum Schluss gibt es dann auch die Transsexuellen und bei Ihnen ist es seelische Angelegenheit und es sind Menschen, die in einem falschen Körper geboren sind und nicht viele davon schaffen dann die OP mit der Geschlechtsumwandlung ( Meine Hochachtung und Respekt für diese geamte androgynische Welt )! Als ich mich einmal für ein paar Kolleginnen von mir, selber als Frau angezogen hatte, so kreischten meine Kumpelinnen lauter Freude und bekam nur Komplimente, weil es mir total steht, ja herzlichen Dank auch, danach setzte ich meine Flossen in Frauenstiefeln rein und schminkte mich selber auch und wollte dann vor meinen Kolleginnen Model spielen stattdessen flog ich mit meinem Hintern 3 mal zu Boden während die Damen nur über mich lachten und ich nur rumfluchte und später danach selber auch lachen musste 😃! Uebriegens, für alle anderen die Boy George gut fanden, so gugt Euch mal auf Youtube seine Geschichte mal an unter dem Spielfilm " Worried about the Boy "! Hoch leben die Frauen und die Trannys!
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