Student sucht Senioren als WG-Partner

Ein 24-jähriger Brüttiseller sucht per Flugblatt nach aussergewöhnlichen Mitbewohnern: Senioren. Anstatt Miete will er mit Hilfsarbeiten bezahlen.

Seit gut zwei Wochen finden wir an Busstationen, schwarzen Brettern und in Trams immer wieder Zettel mit einer ganz besonderen Anfrage: «Angehender Design-Student der ZHdK sucht ein Zimmer bei einem(r) Senior(in) in der Stadt Zürich. Als Gegenleistung biete ich Alltagshilfe an», ist darauf zu lesen. Darunter ein paar lustige Fotos von einem sympathisch grinsenden Typen, die Aufforderung, ihn bei Fragen jederzeit anzurufen.

Mehr Apotheke, weniger Internet

Edgar Koller, so heisst der junge Mann, hat die anstrengende und demotivierende Suche nach passenden Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern auf einschlägigen Foren und Gruppen im Internet satt. «Ich brauche Ruhe und Ordnung und habe gemerkt, dass ich mit älteren Personen viel besser klarkomme», erklärt er uns bei einem Besuch in der Redaktion.

Die Idee, mit Flugblättern nach betagten WG-Partnerinnen oder -Partnern zu suchen, kam ihm durch einen Bekannten, der ihm von einer ähnlichen Aktion erzählt hatte. «Die Menschen, die ich suche, sind wahrscheinlich weniger im Internet unterwegs, deswegen habe ich meine Flyer in Apotheken, Trams und schwarzen Brettern bei Migros und Coop verteilt», verrät der quirlige Künstler.

Die perfekte Win-win-Situation

Ans Konzept der «Generationsübergreifenden Wohnpartnerschaften» von Pro Senectute angelehnt, soll auch bei Edgar und seinen Mitbewohnern in spe die Faustregel gelten: Anstatt Miete zu bezahlen, tauschen die Parteien Wohnraum pro Quadratmeter gegen Arbeitsstunden.

Durch das Zusammenwohnen mit alten Menschen soll laut dem angehenden Designer eine Win-win-Situation entstehen. Einerseits müsse er sich als armer Student nicht mehr um finanzielle Belastungen durch hohe Mietkosten sorgen, während sich auf der anderen Seite seine potentiellen Mitbewohner von anstrengenden Alltagstätigkeiten und sozialer Isolation befreit sähen.

Generationsverbindende Freundschaften

Der passionierte Hobby-Gärtner schwärmt: «Es ist die perfekte Symbiose und wird auch letztendlich mehr sein, als eine reine Zweckgemeinschaft. Eine tolle Freundschaft, bei der die Generationen voneinander lernen und miteinander wachsen können – das wäre perfekt!»

Bisher hat sich leider noch keine passende Wohngemeinschaft ergeben. Aber Edgar gibt nicht auf und hat bis zum Studiumsanfang ja auch noch ein paar Monate Zeit, um ein neues Zuhause zu finden.


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13 Kommentare

Schwadi Adi vor 24 Tagen
Alte Menschen riechen komisch..
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Felix vor 24 Tagen
@Tanja D.: Logisch möchte der "Kollege" gerne Miete sparen! Na und?? Würden wir doch alle gerne! Und wer sagt, dass es nichts "gesünderes" gibt, als bei einer Leisung die Gegenleistung stets mittels Geld zu vergüten...?? Ich jedenfalls glaube an das generationenübergreifende "aneinander-wachsen-können" und wünsche viel Erfolg. ...und ich denke, dieser positive Artikel über Kreativität und Offenheit hat gerade in der heutigen Zeit sehr wohl seine Berechtigung - vom Gegenteil gibt es schon mehr als genug. Danke Tilllate, und viel Erfolg Edgar!
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Spricht aus Erfahrung vor 25 Tagen
Ich habe mit einer älteren Dame zusammen gelebt... Das stellen sich die Leute viel zu einfach vor. Da zahlt man übelst drauf!
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Antwort von olivia vor 23 Tagen
womit? Geld? Lebensqualität? Zeit?
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