Für einen Dollar siehst du, wer ebenfalls einen Dollar gezahlt hat

Würdest du einen Dollar zahlen, nur um zu sehen, wie viele Leute ebenfalls einen Dollar gezahlt haben? Für einen anonymen Homepagebetreiber scheint das Konzept aufzugehen.

Eine Homepage, die auf ein Unternehmen in Panama läuft, ein Konto bei Paypal, eine halbwegs originelle Schnapsidee und neugierige Menschen – mehr brauchts scheinbar nicht, um ein bisschen Kohle zu scheffeln.

Die Idee hinter dem Projekt peoplepaiddollar.com ist denkbar simpel: Du zahlst einen Dollar um herauszufinden, wie viele andere Leute dasselbe getan haben.

Du glaubst, das könne keineswegs funktionieren? Tja, in einer Welt, in der Menschen ihre gebrauchte Unterwäsche verticken oder jemandem nur dafür Kohle zahlen, dass sie von dieser Person gedisst und finanziell «gemolken» werden, sollte es eigentlich niemanden überraschen, wenn Leute dafür Geld ausgeben.

Ein Testversuch

Obwohl wir sonst eher so Low-Budget-mässig unterwegs sind und uns sogar unsere Sextoys selbst basteln, sind wir doch von Natur aus neugierig. Deshalb mussten wir die Seite gleich selbst mal ausprobieren – für den investigativen Journalismus, Watergate, Pizzagate und so.

Also ab auf die Page und bei Paypal einloggen, um die Neugier zu befriedigen. Da beim Bezahldienst unseres Vertrauens keine Kreditkarte hinterlegt ist, sondern momentan nur Prepaid-Guthaben im tieferen einstelligen Stutz-Bereich deponiert ist, fühlen wir uns auch nicht sonderlich gefährdet – auch wenn die Webseiten-Briefkastenfirma in Panama, die als Domaininhaber registriert ist, nicht gerade vor Seriosität trieft. Also: Ab mit dem Stutz!

Das Resultat? Wenn ihr uns 90 Rappen zahlt, verraten wir es euch.

Rund 400 Dollar pro Tag

Im Ernst: Wir sind jetzt rund einen Franken ärmer (ehrlich gesagt: Sogar zwei Franken, weil wir testen wollten, ob der Zähler tatsächlich funktioniert) und wissen jetzt, dass 5712 andere Menschen ebenfalls bezahlt haben. Und es fühlt sich ganz okay an, das zu wissen – mehr aber auch nicht.

Laut ICANN, dem Koordinationsorgan für die Vergabe von Webadressen, ist die Webseite seit dem 22. Juli online. Schenkt man dem Projekt nicht nur Kohle, sondern auch sein Vertrauen, bedeutet das: Pro Tag haben rund 400 (!) Menschen einen Dollar bezahlt, um zu sehen, wie viele andere ebenfalls bezahlt haben.

Soziale Studie, Kunstprojekt oder Abzocke?

Egal ob es sich hierbei um einen elaborierten Hoax oder eine absurde Crowdfunding-Idee handelt – die Seite könnte man easy als soziale Studie oder als Kunstprojekt präsentieren. Ähnliche Ideen gabs zwar schon zur Genüge (Die «Million Dollar Homepage» beispielsweise), aber das hält die Menschen offensichtlich nicht davon ab, Geld aus dem Fenster zu werfen. Uns auch nicht.


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10 Kommentare

Anna vor 5 Tagen
Ich bin neugierig zu wissen, bin ich der einzige, der auf dieser Website bezahlt hat?
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Cavi33 vor 5 Tagen
Für eine Hand voll Dollar, es interessiert mich überhaupt nicht wer schon so blöd war einen Dollar zu zahlen. Dumme sterben nicht aus, das ist das Geheimrezept alles Abzocker.
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MIRKO vor 7 Tagen
Vermutlich habt ihr unwissend gerade eine Terror Organisation oder sonstige verbrecherische Institution unterstützt. Und die lacht sich jetzt ins Fäustchen und dankt für die gratis Werbung.
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Stefan vor 7 Tagen
Geil. Eine weitere dummen Steuer.
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