Das erste virale Video erhält eine Fortsetzung

Die Animation «End of Ze World» ist eines der beliebtesten Kultvideos im Netz. Jetzt ist die aktualisierte Fortsetzung da.

Vor fünfzehn Jahren war das Netz noch ein etwas anderer Ort. Facebook gabs noch nicht und selbst Myspace und Netlog interessierten hierzulande noch kaum jemanden. Alle schrieben via ICQ, MSN oder AOL und Google Maps war noch ferne Zukunftsmusik.

Auch wenn das jetzt übel klingt – es war nicht alles schlecht damals. Klar, Smartphones waren noch kein Ding, aber witzige Internetvideos dafür schon. Einer der meistgesehenen Klassiker der Netzkultur war damals «End of ze World» – eine eineinhalbminütige Abrechnung mit dem damaligen geopolitischen Klima, die mit dem Fazit endet: Wir werden alle sterben, die Welt geht unter, bye!

Trump vs. Atomwaffen

Gebastelt wurde das Video vom damals 18-jährigen Jason Windsor, gesehen wurde es von Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Fünfzehn Jahre später meldet sich der mittlerweile professionelle Animator nun wieder zu Wort. Und zwar mit einer Fortsetzung des kultigen Clips: «End of Ze World …probably for real this time». Darauf hat die Welt zwar nicht gewartet, aber Überraschungen sind ab und an doch ganz okay.

Der Auslöser für das Wiederauftauchen von Windsor: Die Welt geht an den Arsch. Zumindest aus seiner Sicht. Verantwortlich dafür sind nicht wie im Original die Atomwaffen, sondern der amtierende US-Präsident, der nicht nur sein Land spaltet, sondern den Weltfrieden bedroht.

Throwback

Für die Fortsetzung bedient sich der mittlerweile 33-jährige Vater bei diversen kultigen Memes, die das Netz seit dem Erstling feiert: Das russische «Aaah, Motherland!» ist wieder zurück und es gibt immer noch Leute, die ziemlich «Le Tired» sind. Bleib deinen Wurzeln treu, dachte sich Windsor wohl.

Der grösste Unterschied findet sich aber gen Ende der Fortsetzung. Während der 18-jährige Windsor zwar atomare Aufrüstung kritisierte, lieferte er weder eine Lösung, noch rief er zu Taten auf. Mit 33 Jahren und einer Familie sieht das aber bereits anders aus: Der Animator ruft dazu auf, sich bei seinen lokalen Abgeordneten zu melden um Trump aus dem Weissen Haus zu treiben.

Bisschen mehr Aktivismus

Der politische Aktivismus verleiht dem Video zwar einen leicht unangenehmen Nachgeschmack (schliesslich war das Original ein wundervoll naives Werk), aber man muss trotzdem sagen: Seinen Humor hat der Typ immer noch behalten.

Während ihr euch das Filmchen anseht, gehen wir unserer neuerwachten Liebe fürs Internet der frühen 2000er nach und versuchen uns an unsere alten ICQ-Nicknamen zu erinnern. Hach, das waren noch gute Zeiten.


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2 Kommentare

Sandro vor 28 Tagen
Das erste Video das viral ging war wohl die Flashanimation von Kimble, Kim Dot Com. Musste man minutenlang laden 😀
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Gerry vor 29 Tagen
Wieso habe ich von diesem Kultvideo noch nie etwas gehört? Bedeutet Kult nicht, dass man es kennt und das schon seit langer Zeit? Oder ist das Video nur in ganz bestimmten Kreis Kult? Im übrigen ist das nur eine weitere Fortsetzung von irgend etwas, weil keiner mehr Lust hat innovativ zu sein.
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