«Sechs Franken für ein Bier? Das ist doch verrückt!»

Wer tanzen will, pilgert dieses Wochenende ans Openair Frauenfeld. Wer Geld ausgeben will, aber auch. Wir haben uns rumgefragt, wie viel sich die Festivalgänger den Spass kosten lassen.

Um die 30 Grad im Schatten, zigtausende Besucher und fette Klänge am Openair Frauenfeld. Und wir sind mittendrin. Trotz Sommersonnen-Antipathie und wenig Ahnung von Hip Hop wirft sich unser mutiger Redaktor ins Getümmel. Denn: Er hat eine Mission!

Wie viel Kohle sind wir eigentlich bereit auszugeben – für ein paar verschwitzte Tage inmitten einer Masse (höchstwahrscheinlich) nicht nüchterner und (noch wahrscheinlicher) nicht allzu gut duftender Partytiger?

Wir haben uns umgehört:

Tamara und Florian, 17, wahrscheinlich noch in der Schule
Dieses sympathische Duo spricht eigentlich nur französisch. Unser Redaktor hingegen gar nicht. Mit Hand und Fuss und ziemlich viel Spekulation, sind wir zu folgendem Schluss gekommen: 300 Franken pro Person, inklusive Tickets. Sehr sparsam, die beiden!

Rene, 20 und Annca, 19, aus Deutschland
Wir haben in Frauenfeld erstaunlich viele Deutsche getroffen. Zwei davon heissen Rene und Annca. Sie haben für das Open-Air ein bisschen was zusammengespart, das jetzt verballert werden kann. «Alles in allem sind es gut 1200 Franken für uns beide, die uns das Festival insgesamt kostet. Das ist es aber wert, dafür kann man schon mal ein bisschen sparen.»

Samuel, 36, Mr. Pizza-Superstar
Samuel ist uns aufgefallen, weil er einfach die coolsten Schuhe und supercoolsten Socken der Welt besitzt. Zudem ist er auch noch ziemlich nett und hat uns einfach auf eine Pizza eingeladen. Danke nochmal! Zum Thema Festival-Budget sagt er: «Ich bin eigentlich schon zu alt für Open-Airs. Das viele gute Essen hier probiere ich aber sehr gern! Da gebe ich schon den einen oder anderen Hunderter aus.»

Julia, 20, Loredana, 21 und Fabrizio, 19, VIPs
Im schicken VIP-Camping-Bereich treffen wir auf dieses heitere Trio. Um es ein bisschen sauberer, ruhiger und exklusiver zu haben, zahlen sie je 250 Franken für den fancy Platz. Zusätzlich fallen noch an die 300 Franken für Essen und Getränke zusätzlich für jeden an.

Jazz und Angelo, beide 26, beide sehr sexy
Dieses hippe Power-Couple ist nicht nur Augenschmaus und meganett, sondern anscheinend auch noch talentiert (Angelo legt als DJ beim Festival auf und hat somit Gratis-Tickets bekommen) und sparsam (sie mieten sich mit Kollegen einen grossen Wohnwagen, so zahlt jeder pro Nacht nur um die 30 Franken). Für Essen und Trinken haben im Voraus alle zusammengelegt. Die Verpflegung am Gelände selbst zu besorgen, wäre zu teuer.

Deborah, 28, hat zwei Drinks in der Hand
Diese Lady fiel uns nicht nur durch ihr tolles Kleid auf, sondern vor allem auch durch die Doppelportion Gin-Tonic in ihren Händen. Sie erzählt uns, dass sie regelmässig seit «sechs oder sieben Jahren» aufs Frauenfeld kommt. Als alter Hase und Super-Fan meint sie: «Ich bezahle den normalen Ticketpreis und dann kommen noch etwa 200 Franken pro Tag für Alkohol und Essen dazu.» Damit liegt sie wohl im Rennen um den Titel als «Biggest Spender» auf Platz 1.

Lustiges Pärchen, Alter unbekannt, angehende Topmodels
Diese beiden Partymäuse haben unsere Kamera gesehen und waren sofort Feuer und Flamme. Heidi Klum wäre stolz auf ihre Posingsicherheit! Unsere Frage nach $$$ schienen sie allerdings irgendwie nicht ganz zu verstehen. Oder sie wollten einfach nicht antworten.

Manuela und Ivy, beide 18, It-Girls
Sie sind nicht nur wunderhübsch, sie sind auch gut vernetzt. Auf unsere Nachfrage hin zeigen sie uns ihre Backstage-Bändchen und meinen lachend: «Alles gratis! Geht nur mit Vitamin B!» Geht in Ordnung. Auch eine Methode.

Claudio, 21, angehender Student
Claudio zeigt uns beim Posieren seine starken Arme. Die hat er vielleicht durch harte Arbeit so stark gemacht. Denn: «Als Student hat man noch nicht so viel Geld, darum muss ich wirklich sparen, um mir das Festival leisten zu können. Durch Nebenjobs und Taschengeld hole ich die rund 600 Franken, die ich insgesamt brauche, rein.»

Mara & Tiffany, 18, Sparfüchse
«Wir finden es hier viel zu teuer! Sechs Franken für ein Bier? Das ist doch verrückt!», wird energisch festgestellt. Abgesehen von Ausgaben für Camping und Ticket kommen die beiden jedoch mit je 30 Franken für das gesamte Open-Air aus. Wie das? «Wir lassen uns einladen. Und manchmal trinken wir einfach aus fremden Gläsern.»

Remo, Geburtsjahr 1968, coole Socke
Dieser coole Dude hat mit Abstand die beste Frisur des Tages. Bei Festivals gibt er kein Geld aus – im Gegenteil! «Ich suche mir immer verschiedene Arbeiten bei allen Festivals, Abbauen, Aufbauen, alles was anfällt. Dann kann ich Spass haben und die Musik und Party geniessen und zudem auch noch Geld verdienen.» Guter Mann, gute Idee!

Die Antworten sind also ziemlich durchwachsen, von Nullkommajosef bis zu über 200 Franken pro Tag nur für Alkohol und Fast Food ist so ziemlich alles dabei. Hauptsache ist doch, dass man sich gut fühlt und Spass hat. Wer dazu weniger Geld braucht, kann sich glücklich schätzen. Alle anderen müssen eben investieren – oder sich schlaue Tricks überlegen.
 


Kommentar schreiben

57 Kommentare

Wälle der zuhause Gbliebene vor 1 Jahr
Darum geht man ja eben nicht an einen solchen Anlass, auf jeden Fall ich nicht! Und die Musik die am radio Gespielt wird hat noch weniger Fehler und die bessere Qualität als der Lärm dort.
2
18
Antwort
Paul Müller vor 1 Jahr
Pure abzocke
16
1
Antwort
Antwort von Bitte ein Bit vor 1 Jahr
stimmt
0
0
Antwort
Markus vor 1 Jahr
Ich weiss nicht was ihr habt, bei Fussballspielen ist das der normale Preis!
6
5
Antwort
Hast du den schlimmsten Mitbewohner der Welt?

Hast du den schlimmsten Mitbewohner der Welt?

«Wir Syrer verlieren fast nie unseren Humor»

«Wir Syrer verlieren fast nie unseren Humor»

Soll Spotify Nazi-Musik sperren?

Soll Spotify Nazi-Musik sperren?

2500 Franken für eine einzige Büroklammer

2500 Franken für eine einzige Büroklammer