22-Jähriger knipst Warzen, Narben und Glasaugen

Ein junger Spanier will den Begriff «normal» neu definieren. Dafür lichtet er aussergewöhnliche Models mit körperlichen Makeln oder sozial verpönten Extremen ab.

Francesc Planes aus Valencia ist gerade mal 22 Jahre alt und lebt jetzt seinen Traum: Als freier Fotograf arbeitet er sowohl für diverse Fashion-Brands in ganz Europa, als auch an eigenen, sehr persönlichen Projekten. Seine Bilder sind bunt, ehrlich, simpel und haben doch immer einen Twist, eine tiefere Ebene.

«Ich wollte schon immer alle Dinge, die mich umgeben und beeindrucken einfangen. Ich hatte das dringende Bedürfnis, mich kreativ auszudrücken. Irgendwann kaufte ich mir eine Einweg-Kamera im kleinen Laden um die Ecke und knipste einfach darauf los», erzählt der Künstler von seinen Anfängen. «Seitdem ist meine Liebe für die Fotografie entfacht.»

Anklang bei Presse und Publikum

Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums der Visuellen Kommunikation fing er an, sich selbstständig um Arbeit zu kümmern. Ob kommerzielle Aufträge für grössere Magazine und Marken, oder eben eigene Projekte, an die er mit sehr viel emotionaler Bindung herangeht - Francesc Planes steht immer zu 100 Prozent hinter dem, was er macht und ist dankbar für jede Möglichkeit.

«Ich bin sehr glücklich über all das, was mir im Moment passiert. Ich hatte tolle, bekannte Kunden und meine bisher grösste Eigenproduktion namens Normal findet guten Anklang beim Publikum und bei der Presse», schwärmt der sympathische junge Mann.

Schönheit ist selbstbestimmt

Normal ist eine Fotoserie, die Körper, Menschen und Verhaltensweisen zeigt, die von der gesellschaftlichen Definition des Wortes «normal» weit abweichen – ungeschönte, direkte Nacktheit, Körperfett, Narben, Tattoos, Sommersprossen, Muttermale.

«Für mich ist es wichtig, dass ich etwas fühle, dass mich Menschen positiv beeinflussen und mir emotional etwas auf meinen Weg mitgeben», erklärt Francesc. «Was schön oder normal ist, bestimmt jeder für sich selbst.»

Um Models für das Projekt zu finden, machte er sich nicht nur im Freundeskreis und im Internet auf die Suche – sondern auch ganz gezielt auf der Strasse. Es sei nicht immer sehr einfach gewesen, gibt er zu. Dennoch waren die Menschen, die später zu seinen Models wurden, froh und stolz, Teil dieser Reihe zu sein – auch wenn sie sich dafür auszuziehen hatten.

Stolze Models, glücklicher Künstler

«Es war mir sehr wichtig, sie alle im reinstmöglichen, natürlichsten Zustand abzulichten. Keine Kleider, keine Accessoires, nur der Körper. Ihr reines, physisches Selbst.» Obwohl all seine Modelle ihn persönlich sehr beeindruckt haben, wird ihm Alba in besonderer Erinnerung bleiben, wie er sagt. Die junge Frau hat eine Krankheit namens Melanozytennävus, die ihre Haut über und über mit Muttermalen und dunklen, haarigen Hautflecken bedeckt.

Trotz ihres ungewöhnlichen Äusseren lächelt Alba stark und stolz in die Kamera, während sie dem Betrachter offen die unzähligen Flecken und Male zeigt, die sie am ganzen Körper – sogar auf den Fusssohlen – bedecken. Für Alba ist das Alltag, für Alba ist es ganz normal.
 


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11 Kommentare

Colin vor 8 Tagen
Am Ziel vorbei. Es sollte nicht heißen "normal ist langweilig", sondern "jeder ist schön, auch mit seinen Makeln".
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Antwort
hmmpf vor 8 Tagen
und was isch da neu?
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Antwort
Drehdichnichtum vor 8 Tagen
Das Wort/Begriff "Model" steht für mich für Menschen die gesund/normal sind/waren und sich für Geld/Ruhm/Irgendwas verändern. Und nicht umgekehrt wie in diesem Fall.
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Antwort
Bibi vor 8 Tagen
Top 👍🏼
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