«Geld zu verschenken macht mich geil»

Geldsklaven sind Fetischisten, die Erfüllung darin finden, sich ohne Gegenleistung finanziell ausnehmen zu lassen. Wir haben mit einem jungen Mann über seine Erfahrungen gesprochen

Fürs Alter vorsorgen. Sparen für die Million. Für viele – gerade junge Leute – eher Wunschdenken, obwohl wir es doch wirklich wirklich versuchen. Leider kommen uns dann so schöne Dinge wie Konzerteintritte, das eine oder andere Bier am Wochenende oder dieses wunderschöne Paar Schuhe, das wir unbedingt zum Überleben brauchen, in die Quere. Immerhin haben die meisten von uns nach Impulskäufen und unnötigem Geld-aus-dem-Fenster-Werfen zumindest ein halbwegs schlechtes Gewissen.

Familienvater und Geldsklave

Und dann gibt es Leute wie Peter*. 29 Jahre jung, schon verheiratet und Vater von einem jungen Kind. Dank seines Jobs in der Logistikbranche verdient er ungefähr 4000 Franken, mit denen er seine kleine Familie unterstützen muss. Da bleibt nicht allzu viel übrig für teure Hobbys und Anschaffungen, will man meinen. Aber: Peter ist Geldsklave.

Das bedeutet: Er steht darauf, sich von einer fremden, ihm mehr oder weniger unbekannten Frau finanziell ausnehmen zu lassen wie eine Weihnachtsgans. In seinem Fall nennt sich diese fremde Frau «Herrin Mela» und ist bereits seit mehreren Jahren ganz schön erfolgreich als Geldlady unterwegs. Was sie genau macht und wie das ganze Prozedere funktioniert, kannst du hier nachlesen.

Neugierig, wie wir sind, wollten wir aber auch mal die andere Seite zu Wort kommen lassen und uns genauer über das Wieso, Weshalb, Warum der Beweggründe eines Geldsklaven informieren. Da kommt uns der Kontakt zu Peter, der seit gut zweineinhalb Jahren regelmässig sein Erspartes als Tribut an Mela abgibt, ganz gelegen.

Geldüberweisungen sind geiler als Sex

Aufmerksam geworden sei der junge Familienvater auf seine Herrin durch eine Anzeige im Internet. «Ich habe ihr dann geschrieben, dass ich ihr dienen will. Nach einem ersten Tribut ging es dann richtig los», erzählt er. Er kenne bis heute weder ihren richtigen Namen noch ihr Gesicht. Pro Woche wechseln dennoch um die 150 Franken den Besitzer. Dafür bekommt und erwartet Peter: Nichts. Der Kontakt beschränkt sich rein auf den Akt der Geldüberweisung per Paypal und gelegentliche E-Mails.

Aber warum macht er das? Seine Antwort: «Weil Herrin Mela es verdient und ich sie und ihre dominante Art vergöttere.» Logisch. Fast schon fühlen wir uns schlecht, wegen der ganzen Fragerei. Trotzdem – so einfach können wir damit nicht abschliessen. Irgendetwas muss da doch dahinterstecken. Sicher, es ist ganz klar sexuell konnotiert. Schon allein durch die Begriffe «Herrin» und «Sklave» kann man auf Bezüge zur BDSM-Szene schliessen.

Befriedigung gipfele hier nicht in Orgasmen oder sexuellen Gefälligkeiten, sondern im beidseitigen Bewusstsein einer Machtverschiebung. «Es macht mich eben sehr zufrieden und auch geil. Erniedrigung durch schöne Frauen. Ab und an bekomme ich auch ein Foto ihrer Füsse», versucht Peter zu erklären. Gegenleistungen seien nicht verpönt, würden jedoch auch nicht erwartet werden. Es entsteht eine Art bizarres Abhängigkeitsverhältnis auf rein psychologischer Basis mit etwas verschrobenen Rollenbildern. Der devote Part ist hier der Geber.

Die Familie darf nicht darunter leiden

Da sich diese Spielchen – im Gegensatz zu greifbaren Sexualpraktiken, zum Beispiel mit einer Domina – aber grösstenteils im Kopf (und eben auf dem Konto) abspielen, ist es schwierig, einen Anfang und ein Ende festzulegen, um die Balance zu halten. Dieser Fetisch kann schnell von einem sexuellen Hobby in ein gefährliches und schädigendes Suchtverhalten kippen. Dessen ist sich Peter bewusst und er kennt seine Grenzen: «Meine Familie darf nie darunter leiden. Das ist mein absolutes Tabu.»

Seine Frau, mit der er auf Anweisung von Geldherrin Mela schon lange keinen Sex mehr habe, wisse nichts von seinen ungewöhnlichen und teuren Vorlieben. Sie würde es nicht verstehen. Dennoch ist es keine Option, sich seiner Herrin nicht mehr weiter finanziell hinzugeben. Zu gross sei das Verlangen, sich ganz klein zu fühlen.


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107 Kommentare

Alexa333 vor 5 Monate
Du sagst, du lässt nicht zu, dass seine Familie darunter leidet. Was ist mit deiner Frau, mit der du auf Anordnung deinef Herrin keinen Sex hast? Sie ist "nur" deine Geldherrin! Wieso bestimmt sie über dein Sexleben? Du wirst verlassen werden. Und dann wirst du jeden Monat richtig viel bezahlen müssen....
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Bertb vor 5 Monate
Das verschenk es an leute die es gebrauchen können; aber nicht so!
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Nora vor 5 Monate
Er darf mich für 200.- Fr. im Monat ebenfalls Herrin nennen😃
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wiedersinnig vor 5 Monate
Aha, sein oberstes Tabu ist, dass die Familie darunter leiden muss. Was ist denn mit seiner Frau mit der er seit Eochen nicht mehr schläft? Leidet die vielleicht nicht? Kranker idiot
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