Hunde im Büro? Nein, danke!

Unser Autor ist kein grosser Fan von Vierbeinern am Arbeitsplatz. Er findet: Wer sein Tier mit zum Job bringen muss, sollte sich lieber einen Goldfisch zulegen.

Bei uns im Grossraumbüro laufen immer mal ein paar Hunde rum. Vermehrt kleine im Handtaschenformat, hin und wieder auch grössere Exemplare. Einige davon sind ruhig und liegen nur rum, andere rennen ständig aufgeregt zitternd, schwanzwedelnd und nach Aufmerksamkeit heischend durch den Raum. Wenige Ausnahmen kläffen pausenlos. Einer hat sogar mal seelenruhig neben meinen Tisch geschissen.

Hunde sind kein Grundrecht

Grundsätzlich habe ich kein Problem mit Hunden. Oder Tieren jeglicher Art. Ich esse sie nicht einmal – meinetwegen soll kein Lebewesen umgebracht werden und der Gedanke daran, einen Kadaver zu verspeisen, macht mich jetzt auch nicht sonderlich an. Womit ich aber ein Problem habe: Menschen, die davon ausgehen, dass sie ein Grundrecht darauf haben, ihren Vierbeiner anderen Leuten zumuten zu dürfen.

Eigentlich ist es doch ziemlich simpel: Wenn ich einen Vollzeitjob habe und jeden Tag acht Stunden mit anderen Personen in einem Büro verbringe, dann sind die Voraussetzungen für einen Hund nicht gegeben. So ein Tier verlangt viel Verantwortung, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Ich will niemandem absprechen, dass es eventuell auch sehr erfüllend und bereichernd sein kann, sich um ein bedürftiges Wesen zu kümmern. Schön und gut.

Wer Hunde nicht liebt, ist kein schlechter Mensch

Nun ist es aber so, dass einfach nicht jeder Mensch die gleichen Glücksgefühle hegt und pflegt, wenn ein vierbeiniger Fellball seine Haare, Geräusche und Ausdünstungen an dem Ort verbreitet, an dem man seinen Job zu erledigen hat. Ich weiss: Wer Hunde nicht abgöttisch liebt, ist automatisch ein schlechter Mensch und soll sich beschämt in die Ecke stellen.

Das ist auch mitunter ein Grund, warum wohl in den seltensten Fällen jemand aufsteht und sagt: «Halt, stopp! Bitte lass dein Tier zuhause!». Hat man die Wahl zwischen der sozialen Ächtung der gesamten Kollegschaft oder der – wie in meinem Fall – halbwegs gelassenen «Ohne Hund wärs mir lieber, aber wenns sein muss...»-Resignation, wählt man natürlich das kleinere Übel. Fair und respektvoll geht aber anders.

Ich fühle mich gestresst und genervt

Ich möchte mich nicht schlecht dafür fühlen müssen, dass ich nicht in entzücktes Gekreische ausbreche, wenn ein Köter auf mich zurennt, an meinen Beinen hochspringt und seine feuchte Nase an meiner Hose reibt. Ich möchte mich nicht dafür rechtfertigen müssen, warum ich nicht das Bedürfnis verspüre, mich vor jedem dahergelaufenen, «ach sooooo herzigen» Hund zu bücken, um sein (in vielen Fällen) stinkendes Fell zu streicheln.

Es gibt Menschen – und offenbar auch Studien – die besagen, dass die Anwesenheit von Hunden in einem professionellen Umfeld für Stressreduktion, allgemein besseres Arbeitsklima und höhere Leistungsbereitschaft sorgt. Ich spreche jetzt für mich und (wie ich aus erster Hand weiss) eine Menge anderer Nicht-Hunde-Fans: Das stimmt nicht. Eher im Gegenteil. Hunde im Büro stressen und nerven mich.

Dein Kind nimmst du auch nicht mit

Versteht mich nicht falsch. Die Tiere können ja nichts dafür. Es liegt allein an den Haltern. Und klar, es kann ruhig mal vorkommen, dass gewisse Umstände dazu führen, dass Waldi oder Schnuffi oder Bello ausnahmsweise mal mitgebracht werden muss. Dagegen sage ich kein Wort. Bitte, wenn jemand akut Hilfe braucht und nicht weiss, wohin mit seinem Vierbeiner: Sag Bescheid, ich gehe sogar Gassi mit dem Ding, wenn es nicht anders geht. Aber das als Selbstverständlichkeit zu sehen finde ich ziemlich mies.

Dein Baby oder Kleinkind bringst du ja auch nicht täglich mit zur Arbeit. Weil es weder für das Kind noch für die Kollegen der zumutbarste Ort ist, an dem es sich ständig aufhalten sollte. Warum also den Hund? Tipp: Hast du keine Zeit für ein Haustier, schaff dir keines an. Oder kauf dir einen Goldfisch.


Kommentar schreiben

106 Kommentare

Angus vor 26 Tagen
Ich mag Hunde eigentlich. Aber nicht im Restaurant und schon gar nicht im Büro. Für mich unverständlich und nicht tolerierbar den Vierbeiner mit auf die Arbeit zu nehmen.
6
8
Antwort
kurt vor 26 Tagen
nun ich verstehe den autor voll und ganz. ich mag auch keine hunde, seit einmal ein hund nach mir geschnappt hat. und noch weniger mag ich hunde von leute die sagen" der will nur schnuppern/spielen" denn denen vertraue ich überhaupt nicht. aber wenn man dazu steht, das man hunde nicht mag, dann wird man recht schnell angefeindet. manche der hundebesitzter verstehen dich dann wenn man es erklärt weshalb man keine hunde mag und nehmen ihren hund an die sehr kurze leine. und ganz gute hundebesizer die ihre umgebung sehr gut beobachten machen es sogar noch bevor man etwas sagt. denn mein psycholog hat mir dann mal erklärt, das man ganz unbewusst abneigungssignal aussendet.
3
5
Antwort
Damisi vor 26 Tagen
Ich habe das Glück ein Büro für mich zuhaben. Mit meiner Vorgesetzten habe ich eine Vereinbarung unteschrieben, die mir die Mitnahme des Hundes unter bestimmten Regeln genehmigt. In dem Büro führe ich viel Mitarbeitergespräche und auch andere. Mitarbeiter die Angst, oder Allergien haben, lade ich selbstverständlich zum Gespräch in ein anderes Büro ein. Niemand meiner Angestellten muss Hunde gern haben. Der Hund steht nie auf um jemanden zu begrüssen und ich fordere auch ein den Hunde ebenfalls zu ignorieren, bzw. in Ruhe zu lassen. So klappt da nun schon seit 3 Jahren. Mir tut der Hund enorm gut. Er besteht darauf, dass ich meine Pausen mache und am Abend aufhöre zu arbeiten. Vor der Arbeit, am Mittag und vor allem am Abend gehen wir laufen und spielen miteinander. Er ist tiefenentspannt und zugleich mein "personal fitnesstrainer" . Er hilft mir zu einer ausgewogenen Work-life Balance. Ohen ihn wäre ich in meinen Job bereits durchgeknallt. Er wirkt nur schon mit seiner Anwesenheit mässigend bei Auseinandersetzungen. Bei mich anbrüllenden Beschwerdeführern steht er ( 65cm Schulterhöhe) nur mal kurz auf, streckt sich, gähnt so, dass man sein ganzes Gebiss sieht und legt sich mit tiefgründigen Blick wieder hin..... und schon reden wir wieder normal miteinander 😃 ps. ein Grossraumbüro würde ich meinem Hund nicht antun und ich würde in einem Grossraumbüro herumrennende und kläffende, Leute belästigende Hunde nicht dulden. Never!
41
6
Antwort
Tina vor 26 Tagen
Wen interessiert es eigentlich, ob Ihr Autor Hund liebt? Ob ein Hund ins Büro mitdarf, hängt ausschließlich vom Firmeninhaber ab. Muss er sich halt um einen anderen Job umsehen! Wahrscheinlich ist er er mit dieser Einstellung ohnehin unbeliebt. In seiner Kindheit muss sehr viel schief gelaufen sein.
42
29
Antwort
video
Ich habe mir spontan die Lippen aufspritzen lassen

Ich habe mir spontan die Lippen aufspritzen lassen

Wer in Dubai protzt, muss 4000 Franken zahlen

Wer in Dubai protzt, muss 4000 Franken zahlen

Dieses Sextoy macht schmerzlosen Sex möglich

Dieses Sextoy macht schmerzlosen Sex möglich

«Es ist sozial verpönt, den Sommer zu hassen»

«Es ist sozial verpönt, den Sommer zu hassen»