Ich trage seit zehn Jahren keine Unterwäsche

Unser Autor ist kein Fan von Unterbekleidung. Die Minustemperaturen zwingen ihn nun das erste Mal seit gut einem Jahrzehnt wieder dazu, sein einziges Paar Boxershorts hervorzukramen.

Das Leben ist zu kurz für Ausdauersport und hässliche Unterwäsche. Oder Unterwäsche ganz im Allgemeinen. Nach diesem Motto lebe ich seit einer augenöffnenden Erkenntnis vor etwa zehn Jahren und manövriere mich damit relativ unbeschadet und wohlauf durch den Alltag.

Weit mehr als meine halbe Existenzdauer auf dieser Erde durchlebte ich eine Lüge, eingezwängt in ein Gefängnis aus Baumwolle, behindert in meiner Freiheit und Lebenslust. Bis zu jenem historischen Tag, an dem ich schnell noch vor Geschäftsschluss zum Supermarkt um die Ecke laufen musste, um meine Weinvorräte fürs Wochenende aufzustocken. Keine frischen Unterhosen mehr – keine Zeit für Kompromisse. Also einfach Hose an, darunter nichts. Merkt keiner und sind nur ein paar Schritte.

Sexy-verruchte Wiedergeburt

Das Folgende mag nun dramatisch klingen, dessen bin ich mir durchaus bewusst. Und doch ist es so: Diese kleine, aus einer Not heraus entstandene Entscheidung hat mein Dasein nachhaltig verändert. Nie zuvor habe ich mich auf derartige Weise frei und ungezwungen gefühlt, wie in jenen ersten Momenten meines ab diesem Zeitpunkt unterhosenlosen Zustands. Zum offensichtlichen Freiheitsgefühl, dessen es wohl keiner weiteren Erklärung bedarf, gesellte sich zudem eine Art sexy Verruchtheit.

Es war nicht etwa, als hätten mich meine neuen Sinnesempfindungen untenrum in einen Zustand chronischer Erregung versetzt. Viel eher nahm ich erstmals ausserhalb eines sexuellen Kontexts bewusst wahr, dass ich im Besitz eines funktionstüchtigen Sets männlicher Genitalien bin. Es fühlte sich an wie eine Wiedergeburt!

Unbeengtes Bau

Kritische Stimmen mögen jetzt entsetzt aufschreien und tadelnd irgendwas von wegen «pervers» oder «Grüsel» (was auch immer das bedeuten mag) und «Hygienemangel» rufen. Da ich jedoch nicht das Bedürfnis habe, mich öffentlich zu entblössen und zudem regelmässig sowohl meine Kleidung als auch meinen Intimbereich wasche, möchte ich derlei Argumente nicht gelten lassen.

Da ich allgemein nur Baumwollhosen trage und auf Jeans prinzipiell verzichte, entgehe ich zudem nicht nur unangenehmen Reibungs- und Druckstellen sondern auch dem gefürchteten Einklemmen von Vorhaut oder Hodensack im Reissverschluss. Hinzu kommt weiters, dass das unbeengte Baumelnlassen einigen Studien zufolge sogar die Qualität der Spermien möglichst hoch halten soll.

Wenn der Penis schrumpft

Heute besitze ich noch zwei Paar Notfall-Boxershorts, die ich für besondere Situationen wie etwa Flugreisen (sollte ich denn durchsucht werden und meine Beinkleider fallen lassen müssen, möchte ich nicht unbedingt dem gesamten Security-Team mein bestes Stück präsentieren) oder aggressive Minustemperaturen (wie dieser Tage) herauskrame. Glücklicherweise fliege ich nicht so oft in die Ferne und die penisschrumpfenlassende Eiseskälte soll ja auch bald wieder vergehen.

Und du so? Wie stehst du zum Thema Freiheit untenrum? Bist du grosser Verfechter etablierter Werte und wohlig-warmer Sicherheit unter den Jeans? Oder lässt du doch auch eher im «Team Freeballing» alles nach Lust und Laune baumeln? Die Kommentarspalte lechzt schon nach deinen Inputs!



[Teaser: Symboldbild | 20 Minuten Tilllate]


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181 Kommentare

Las loh Bambele vor 4 Monate
Wenn die Körperhygiene stimmt, dann ist alles in Ordnung. Trage selbst auch selten Unterwäsche. Wer jetzt denkt, dass es da ein Problem mit dem Toilettengang gibt, der hat wohl noch nie was von Vorhaut etwas zurückziehen, dass nichts in der Vorhaut hängen bleibt und nacher Abschütteln gehört. Wer dann noch tröpfelt, sollte mal mit dem Arzt sprechen.
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Sonja B. vor 4 Monate
Eigentlich nur eckelhaft. Fühlt sich von einer feinen Unterhose eingezwängt, aber von satten Jeans nicht. Stell mir gerade vor, wie es in dieser Hose mieft. Was sich dort so alles tummelt an Urin-, Fäkal- und anderen Spuren. Stell mir gerade vor, wie es um seine Hygiene sonst noch so steht. Noch schlimmer bei Frauen, die ja noch zusätzliche Hygienische Probleme mit z.B. Ausfluss haben. Jetzt weiss, ich wenigstens wieso ich alle gekauften Kleider zuerest wasche oder reinige.
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Mike Huber vor 4 Monate
"Da ich allgemein nur Baumwollhosen trage" - da ist der Fall klar um was für einen Hippie-Typen es sich handelt. In der realen Welt mit einem normalen Job jedoch nicht praktikabel. Einfach nur unhygienisch und schmuddelig.
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Adrian vor 4 Monate
Ganz schön peinlich, wenn er mal vergisst den Hosenstahl zu schliesse 😉
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