Wir sind alles nur erbärmliche Ratten

Aufstehen, arbeiten, trinken, schlafen – und das Ganze von vorne. Der animierte Kurzfilm «Happiness» ist ein Meisterwerk, in dem wir uns selbst wiedererkennen.

Hasst du deinen Job? Wer nicht... Täglich schleppen wir uns aus dem Bett, um einer in vielen Fällen relativ sinnlosen Tätigkeit nachzugehen. Am Wochenende brechen wir dann aus dem Hamsterrad aus, betrinken uns, bis wir kaum noch unseren Namen buchstabieren können und am Montag geht das Spiel wieder von vorne los.

Steve Cutts, ein Illustrator aus dem UK, macht den täglichen Kampf zum Thema seines neuen Kurzfilms «Happiness». Der grosse Star: Eine erbärmliche Ratte, mit der wir uns seltsamerweise nur zu gut identifizieren.

Das Streben nach falschem Glück

Im Englischen beschreibt ein «Rat Race» (Dt.: Rattenrennen) den erbarmungslosen Konkurrenzkampf des Kapitalismus. Die Tretmühle, in der wir alle gefangen sind. «Happiness» zeigt den Alltag einer Ratte inmitten dieser gnadenloser Gesellschaft: Ohne ersichtlichen Grund wird sie in diese Welt geschleudert und ist sofort Teil des Rennens, umringt von anderen Nagern, die genau gleich aussehen, genauso wenig Bock haben und trotzdem mitspielen.

In seinem Alltag begegnet unserem Protagonisten immer wieder Glück – oder immerhin die Illusion davon. Im Kino läuft ein Film namens «Happiness», das Gesöff, mit dem er sich nach dem anstrengenden Tag zukippt heisst «Happiness» und genauso die lustige Pille, die ihn seine erbärmliche Existenz kurzzeitig vergessen lässt. Doch egal, was die Ratte auch versucht: Ihr Streben nach Glück – oder immerhin dem nötigen Cash dazu – endet doch wieder nur in der Mausefalle namens Büroschreibtischs.

Vom Moby-Video bis zum Simpsons-Chouch-Gag

Der Macher Steve Cutts ist in der Szene kein Unbekannter: Er war das Genie hinter Mobys animiertem Clip zu «Are You Lost In The World Like Me?», ausserdem steuerte er bereits einen Couch-Gag zu den Simpsons bei. Genau genommen schlägt er sich also ziemlich gut im erfolgsorientierten System, das er mit «Happiness» kritisiert.

Trotzdem bricht er mit seinem animierten Kurzfilm mit dem Grundsatz der Profitabilität, denn: «Happiness» kannst du dir gratis und ohne Werbung auf Youtube anschauen.


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31 Kommentare

Noch Fragen ihr Ratten vor 22 Tagen
Bedingungsloses Grundeinkommen.
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Frank vor 22 Tagen
Was soll das Gehammere? Nehmen wir an, wir gehen raus auf die Strasse. Bewaffnet bis an die Zähne. Jagen die "Adligen" Wie einst in Frankreich Anno 1790. Politiker Banker Manager durch die Bank, die man erwischt, ab aufs Schafott mit denen. Wird das Leben danach besser werden? Eher nicht Wer seinen Job hasst, soll sich umschulen. Aber eines ist sicher. Der Mensch ist mit einem Job Glücklicher als ohne. Selbst ein schlechter Job ist besser als keiner. Nicht jammern. Agieren ist die Devise
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Zombie vor 28 Tagen
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin und war immer der Meinung, das arbeiten einfach zum Menschen gehört, alleine physisch und vorallem psychisch, damit er was zu tun hat und nach etwas streben muss. Man kann nicht behaupten als normaler Angestellter, das man damit nie etwas erreicht hat, denn man erreicht jeden Tag etwas ( z.B. das Essen im Kühlschrank, was eigentlich das Wichtigste überhaupt ist ) und zwar, man erlebt den nächsten Tag und nicht jeder Tag ist gleich der andere, auch wenn es manchmal den Anschein hat und man tatsächlich denkt das wir uns alle in einer sogenannten " Rat Race " bewegen. Man lebt und man erlebt immer etwas abwechslungreiches, es gibt Zeiten da ist es nur immer gleich und es gibt andere Zeiten wo etwas Veränderung im Leben vorkommt! Wer sich natürlich ein gewisses Ziel in den Kopf setzt, dass man unbedingt reich werden muss, dann ist die spätere Enttäuschung umso grösser und so ein Gedanke habe ich mir seit immer nie zukommen lassen, weil ich stets immer mit dem Gedanke gelebt habe als wie es mein letzter Tag wäre, das man entweder plötzlich auf der Stelle oder auch den nächsten Tag tot sein kann und das vergessen einfach manche Menschen und meinen das alles heute nur noch " Selbstverständlich " ist und da ist genau die Arbeit die beste Medizin gegen alles, denn eine vollkommene 100%ige Garantie dass man Morgen noch lebt gibt es definitiv nicht! Ich habe auch schon Jobs machen müssen, bei denen ich jeden Tag hätte kotzen können aber dennoch habe ich stets das Beste daraus gemacht und alles mit meinem Gedanken, das es mein letzter Tag sein könnte und dieses selbsternanntes psychologisches Denken, hat mir bis heute immer geholfen! Genauso wie vor 200 Jahren die Menschen im Sommer und Herbst dauernd Holz holen mussten damit Sie im Winter im Haus warm haben können, so muss man das heute genauso machen, nur eben wie hier geredet wird, ist das System anderst als damals ( Uebriegens das Video finde ich absolut ok ) aber schlussendlich ist es dasselbe, man kann also nicht nur behaupten, das man nur alleine für Geld arbeiten muss! Später habe ich ein Weinachtsessen und ich MUSS dorthin gehen, weil es ein Befehl ist und niemand kann sich vorstellen wie ich das hasse, ich mag viel lieber arbeiten weil ich dort meine Ruhe habe also was mache ich jetzt? Soll ich etwa anrufen und sagen ich habe Durchfall und nicht hingehen kann?? Auf gar kein Fall, ich gehe hin und tu so als wie es mein allerletzes Weinachtsessen sei und tu so als wie ich mich total freuen würde, probiert doch das mal auch aus, wenn ihr etwas nicht gern machen wollt, tut so als wie ihr euch freuen würdet, macht sogar noch unechte Freudesprünge hehehe 😃 es ist genauso wie ich immer sagte : Ironie heilt einfach alles im Leben und psychisch hilft es immer, jedenfalls mir!! Besten Dank für eure Aufmerksamkeit, zu Risiken und Nebenwirkungen spucken Sie auf der Packungsbeilage und beschimpfen Sie den Arzt ihres Apothekers, euer Krampus alias Zombie hehe😃 😃!!!
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Ekeltoni vor 28 Tagen
Jaja, hier hat sich wieder mal irgendein hipster was aus seinem geistigen arschloch gepopelt mit diesem filmli😂,hihihi!!! Dass der grösste teil der menschheit ein vertiertes und mechanisches leben gelebt wird war mir längst klar jahrelang bevor es angesagt war überall sich darüber zu beschweren dass das leben einem hamsterrad gleicht. Deswegen habe ich mich auch von dem verabschiedet, was man im volksmund ein "geregeltes arbeitsleben" nennt. Ich koste lieber die ödheit der einsamkeit aus anstatt die grösste zeit meines lebens mit leuten zu verbringen die ich eigentlich nicht kenne und nicht kennenlernen will. Ein solches leben ist den hamsterpeoples überlassen. Und wenn man kein hamstermensch ist, dann erhebt man sich von selbst mit schweiss, sorgen aber vor allem willenskraft über das hamsterleben. Sich bloss am wochenende über das hamstersein zu beschweren und solche filmli zu drehen ist ein typisches hamsterverhalten. Das leben einfach laufen laussen. Einfach das machen was alle erwarten. Mit dem strom schwimmen. So lange bis gemerkt wird dass man ein hamster ist. Und sich dann darüber beschweren. Und montags zurück ins laufrad. Das problem ist dass ihr etwas seid dass ihr nicht sein wollt. Nämlich hamster. Und ihr könnt nicht werden was ihr sein wollt weil ihr zu wenig entschieden wollt. Eigentlich öden mich solche menschen tierisch an. Aber mir solls recht sein. Jemand muss ja schauen dass ich ein haus zum wohnen strassen zum drüberfahren etc. habe🙄.
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