Vom muslimischen Gangster zum jüdischen Rapper

Nissim Black war früher Gangsterrapper in den USA. Heute lebt er als ultra-orthodoxer Jude in Israel und rappt über Gott. Wir haben ihn in seinem Stammkaffee in Jerusalem getroffen.

Es gab da diesen Wendepunkt. Diesen Tag, an dem er wirklich um sein Leben bangte und nur noch betete. Die Polizei suchte ihn, nachdem eine befeindete Gang ihn fälschlicherweise wegen Waffenbesitzes und Mordes angeschmiert hatte. Ein Bekannter von ihm wurde in einem Nachtclub erschossen und dessen Freunde schworen Vergeltung. Es war ein Bandenkrieg, wie man ihn wohl aus dem Fernsehen kennt. Für D.Black (31) war es jedoch die Realität. D.Black erzählt seine Geschichte in einem kleinen Cafè bei ihm um die Ecke, in einer jüdisch-konservativen Nachbarschaft in Jerusalem. Hier lebt er seit 2013 mit seiner Frau und seinen vier Kindern als ultra-orthodoxer Jude unter seinem neuen Namen: Nissim Baruch Black.

Nissims Leben ist geprägt von der Suche nach Halt und Antworten. Sein muslimischer Grossvater betete mit ihm fünfmal täglich, damals bezeichnete sich Nissim als gläubiger Moslem. Der Glaube gab ihm Stabilität während einer turbulenten Kindheit: Seine Eltern nahmen Drogen, er selbst rauchte mit neun Jahren Gras. So sehr ihn beide Elternteile diesbezüglich negativ geprägt haben, so waren sie diejenigen, die ihn an die Musik herangeführt hatten.

Beide waren Musiker, Hip-Hop-Künstler. Sein Vater Rapper, seine Mutter war Teil einer Hip-Hop-Girlband. Nissims Suche nach «innerem Frieden», wie er es nennt, führte ihn als Teenager zu Jesus, zum religiösen Christentum. Als Nissim 19 Jahre alt ist, stirbt seine Mutter an einer Überdosis. Er verlässt seinen Heimatort Seattle und zieht nach New York, um seine Musikkarriere voranzutreiben.

«Slim Shady Records» und The Game

Er war in der Szene schon damals kein Unbekannter. Angekommen in New York führte er unter anderem Gespräche mit Eminems Plattenfirma «Slim Shady Records». Er lebte das Hip-Hop-Leben, produzierte den Song «Taped Conversation» für The Game und wurde populärer. Aber mit steigender Popularität kamen auch Neid und Missgunst. In einem Rap-Battle wurde Nissim angefeindet und herausgefordert. Sein Stolz war gekränkt und er antwortete. Aus diesem musikalischen Krieg entwickelte sich dann die Situation im Nachtclub und ihre Folgen.

Auf der Suche nach Spiritualität und Antworten fing Nissim an, sich für die jüdischen Lehren zu interessieren und begann, die Torah zu studieren. Acht Stunden täglich verbrachte er mit dem Torah-Studium, googelte sich von einer Frage zur nächsten und wandte sich schliesslich an einen Rabbiner. Zweieinhalb Jahre lernte er alles was er wissen musste und wollte, und trat schliesslich zum Judentum über. Immer an seiner Seite: Seine Frau Adina, mit der er zusammen ist, seitdem er 17 war. 

Eurovision für Israel

Nissims Geschichte hat ein grosses Publikum in Israel erreicht und faszinierte die Nation, als er sich in der Casting-Show «Kohaw Nolad» (Hebräisch für «Ein Star wurde geboren») der Jury stellte, um für Israel am Eurovision Song Contest teilzunehmen. Ein Afroamerikaner in schwarz-weissem Gewand, wie es die Ultra-Orthodoxen tragen, hatte den Überraschungseffekt, den sich die Produzenten der Show erhofft hatten. Nissim selbst war derjenige, der sich entschied, nach einer Runde die Sendung zu verlassen.

Nissim braucht die Eurovision für seine Karriere nicht. Sowohl heute wie auch früher verdient er mit Hip Hop seinen Lebensunterhalt. Er reist für Konzerte um die Welt, von den USA nach Grossbritannien. Während er früher über das Gangsterleben rappte, so stehen heute religiöse Inhalte im Vordergrund. Es liegt nah, sich zu fragen, ob Nissim verrückt sei. Oder «meschugge», wie man auf Yiddisch sagt. Und ja, anfangs habe man ihm unterstellt, etwas meschugge zu sein. «Aber mein Umfeld merkte schnell, dass ich es ernst meine», sagt er. «Heute freut sich meine Familie mit mir, dass ich meinen inneren Frieden und ein Zuhause gefunden habe.»


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67 Kommentare

MarcO vor 4 Monate
Unglaublich sowas von doof der Typ. Und unglaubwürdig wenn das ein Ortodoxer Jude ist bin ich ein Rabbiner
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Sobobeli vor 4 Monate
Toleranz wäre hier angesagt.
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Mensch vor 4 Monate
So So konvertieren und gut ist oder wie? Deswegen glaube ich nicht an irgend ein Glauben weil keiner anscheinend der richtige ist. Glaubt an euch selber und lasst euch nicht von Heuchler mit Büchern etwas von Liebe und bla bla erzählen. Wie viele Kriege wurden in "Gottes" Namen geführt man kann es nicht mehr zählen.
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Fairness allen Menschen. vor 4 Monate
Verse aus der Bibel: Todesstrafe für vergewaltigte Mädchen, wenn sie nicht oder nicht laut genug geschrien haben! "Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; ..." (5. Mose 22,23-24) Todesstrafe für Homosexuelle! "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; ..."(3.Mose 20,13). Weshalb dieser Kommentar? Nur um zu zeigen dass NICHT NUR im Koran von töten gesprochen/geschrieben wurde.
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