Make-up-Künstler schminkt weisse Frau schwarz

Ein Make-up-Artist auf Instagram verscherzt es sich mit dem Netz. Wieso? Weil der Amerikaner eine weisse Frau mit einer Riesenmasse an Schminke in eine schwarze verwandelt.

Achtung, am Social-Medial-Himmel zieht ein neuer Shitstorm auf. Nein, es dreht sich nicht um eine TV-Sendung mit herzlich wenig Kleidung und dafür ganz viel Füdlis oder äusserst missglückte Werbespots, sondern um ein Kosmetikdesaster.

Ein Make-up-Künstler aus Los Angeles hielt es offenbar für eine gute Idee sein weisses, blondes und blauäugiges Model in eine schwarze, braunäugige Frau zu verwandeln. Als er das Vorher-Nachher-Bild auf Instagram stellt, ist der Hagel an Hasstiraden logischerweise nicht weit.

«Ich entschuldige mich nicht für mein Kunstwerk»

Wie der begabte Schminkexperte neben das mittlerweile gelöschte Foto auf seinem Instagram-Account «paintdatface» schrieb, ging es in seinem Farbexperiment nicht um die Hautfarbe: «Es handelt sich hier nicht um einen Versuch, die Rasse zu ändern». Dumm nur, dass es aber genau danach aussieht.

Alle prophylaktischen Versuche nicht in die Rassistenschublade gesteckt zu werden, waren vergebens. Trotz der riesigen Shitstorm-Lawine findet der junge Mann aber: «Ich entschuldige mich nicht für mein Kunstwerk und das, was ich schön finde.» Die Inspiration für das Make-up kam von seiner kubanischen Herkunft und seine Absicht war es, die Schminke vage zu halten, um Frauen verschiedener Kulturen damit zu repräsentieren. Trotzdem ging der Schuss mächtig nach hinten los.

«Widerlich» und «bizarr»

Während so mancher Twitter-Nutzer die Arbeit des Amerikaners als «widerlich» und «bizarr» bezeichnet und ihn beschuldigt «Blackfacing» zu betreiben – eine Methode, bei der in den zwei letzten Jahrhunderten weisse Schauspieler schwarz geschminkt wurden – eilen andere ihm zur Hilfe. Laut seinen Unterstützern wollte der Schminkbegeisterte lediglich die Möglichkeiten von Make-up aufzeigen.

Bevor er sich das nächste Mal in ein rassentechnisch heikles Make-up-Abenteuer stürzt, wird sich der verantwortliche Herr bestimmt zweimal überlegen, die Schminkpalette in die Hand zu nehmen. Schliesslich will er sowas sicherlich kein zweites Mal erleben. Zumindest nehmen wir das jetzt mal an.


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75 Kommentare

Peter Vogel vor 5 Monate
Wofür soll er sich entschuldigen? Nur weil er jemanden etwas dunkler geschminkt hat? Was in der Vergangenheit geschehen ist ist nicht sein Problem.
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Renato. vor 5 Monate
Skittles brachte mal zur Feier des Christopher Street Days eine weisse Version ihrer Bonbons heraus, da sie dem Regenbogen der LBTQ-Gemeinde nicht die Show stehlen wollten. Und alle schrien "Rassismus"!! Weil die Skittles weiss und nicht schwarz waren. Wie sieht etwas aus, wenn es gar keine Farbe hat? Richtig, weiss. Es war nur logisch aber man machte aus einer Mücke einen Elefanten.
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Dino vor 5 Monate
Was soll das? Schlimm genug, dass sich das Netz über dieses Make-Up aufregt, aber dass Tilllate gleich noch mit aufsteigt? Er hat eine Frau "afroamerikanisch" geschminkt, nicht den Holocaust verleugnet. Und er zeigt auch, dass dieses Model schön aussieht, egal ob schwarz oder weiss. Das nenne ich auch Gleichberechtigung. Hört doch auf mit dem ewig gesuchten Entsetzen über alles was nur annähernd mit Rassen, Geschlecht oder Minderheiten zu tun hat. Ehräwort...
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Tim vor 5 Monate
Wenn man eine schwarze Frau weiss geschminkt hätte, hätte niemand etwas gesagt #doublestandards
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