«Ist es meine Schuld, wenn du zu kurze Kleider trägst?»

Falscher Stolz, Geldgeilheit, Verleumdungen und sexistisches Victim-Blaming: Der Krieg zwischen YT-Superstar PewDiePie und Streamerin Alinity eskaliert.

Felix Kjellberg, besser bekannt als PewDiePie, ist zweifelsohne einer der grössten Youtuber aller Zeiten. Dass er sich mit seiner – oft politisch wenig korrekten – Meinung nicht zurückhält, hat ihm zwar schon das eine oder andere Mal mächtig Ärger eingehandelt, seiner immensen Popularität aber wenig Einhalt geboten.

«Die Nutte da drüben»


Die neueste Kontroverse, in die der Schwede verwickelt ist, ist ein Youtuber-Drama erster Klasse, das sich seit mittlerweile zwei Wochen in die Länge zieht. Den Beginn machte ein sogenannter «Copy Strike» durch die kanadische Gamerin Alinity, die sich durch die Bezeichnung «Twitch thot» von PewDiePie angegriffen fühlte.

«Thot» bedeutet in diesem Zusammenhang «That Hoe Over There», zu Deutsch so viel wie «Die Nutte da drüben». Der Schwede entschuldigte sich für seine unglückliche – jedoch angeblich nicht herablassend gemeinte – Ausdrucksweise und entfernte den entsprechenden Clip von Alinity.

Offener Sexismus vs. Opferrolle


Wer jetzt denkt, dass damit alles gesagt sei, liegt selbstverständlich meilenweit daneben. Der Höhepunkt der bisherigen Streitigkeiten liegt noch bevor: Die Gamerin nahm die Entschuldigung nicht an und bekundete stattdessen Besorgnis über den offenen Sexismus, den sie PewDiePie unterstellt.

«Wenn du die Entschuldigung nicht annehmen kannst – was willst du dann von mir? Was soll ich tun?», reagiert Kjellberg in einem 13 Minuten langen Antwortvideo. «Es ist, als sei sie daran gewöhnt, dass alles nach ihren Vorstellungen läuft. Sie hört nicht auf, sich selbst in diese Opferrolle zu positionieren.»

«Du weisst genau, was du machst»

Weiters begründete er seinen Standpunkt mit einer Reihe von Beispielen, die er als bewusste sexuelle Provokation sehen würde: «Wenn du dich in Unterwäsche zeigt, deine Brüste zusammenpresst oder dir eine Glace in den Rachen stösst, weil du angeblich Halsschmerzen hast – ist das unsere Schuld? Du spielst gern das Dummerchen, ich weiss aber, dass du nicht dumm genug bist, um nicht genau zu wissen, was du da machst.»

Der darauffolgende Shitstorm von Fans beider Seiten traf die Gamerin natürlich härter, als den Schweden, der mit über 62 Millionen Abonnenten – trotz aller vergangener, aktueller und wohl auch zukünftiger Fehltritte – eine fast unbesiegbare Armee treuer Fans hinter sich hat.

Waffenstillstand – aber kein Ende in Sicht


Im Interview mit Vice beklagt Alinity die Angriffe, stetigen Belästigungen und Drohungen, die sie seit dem öffentlichen Beef von PewDiePies Fans täglich erreichen: «Ich kann gar nicht erklären, wie grauenhaft alles ist. Ich will ehrlich sein: Wäre das nicht mein Job, hätte mich der Vorfall schon lange aus dem Internet vertrieben.»

Obwohl mittlerweile eine Art «Waffenstillstand» zwischen den beiden Web-Celebritys herrscht, scheint das Kriegsbeil offiziell noch nicht begraben zu sein. Es bleibt abzuwarten, ob, wann und wie dieses Drama sein Ende finden wird.


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111 Kommentare

offenbar alter Mann (36 jährig) vor 23 Tagen
sollte ich die kennen?
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Realist vor 23 Tagen
Kenne beide nicht - aber irgendwie scheint das der Beginn einer langen Freundschaft zu sein... 😉
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Mica vor 23 Tagen
Wenn 2 Narzissten aufeinander treffen... Ich kann mich aber nicht so recht entscheiden wer/was nun peinlicher ist... die Beiden oder ihre Fangemeinden.
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Antwort von Whatever vor 19 Tagen
Hey ehm kennst du die 2 überhaupt und schaust ihre videos? Du klingst wie eine lästerne Mittelschülerin die keine Ahnung aber Meinung
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