Deshalb sollten Frauen mens­trua­tions­frei bekommen

Unsere Redaktorin hat ungewöhnlich starke Regelschmerzen, weil sie an einer Unterleibskrankheit leidet. Deshalb will sie, dass Frauen menstruationsfrei bekommen.

Einmal im Monat blute ich aus meiner Muschi. Wer jetzt sagt, dass man nicht über Menstruation spricht, hält am besten einfach mal die Klappe. Denn nur, weil das Thema oftmals immer noch totgeschwiegen wird, ist es weder eklig noch abnormal, sondern gehört eben dazu. Was jedoch absolut nicht dazugehört: Die Schmerzen, die so unerträglich sind, dass ich mehrere Tage lang Rheumatabletten fressen muss, damit ich irgendwie durch den Tag komme, während mir konstant kotzübel, schwindlig und heiss ist.  Ich habe Endometriose – eine nicht heilbare Unterleibserkrankung, die 190’000 Frauen in der Schweiz betrifft.

Natürlich geht es nicht jeder Frau monatlich so beschissen gehen: Manche spüren nur ein leichtes Ziehen oder sind emotional so aufgebracht wie Britney Spears 2007. Trotzdem: Die meisten von uns gehen mit Schmerzen zur Arbeit und quälen sich am Schreibtisch durch den Tag – weil es ihnen peinlich ist, weil sie keine Schwäche zeigen oder wirken wollen, als wäre ihre blutende Vagina eine Ausrede für Netflix und Schokolade im Bett. 

Mein Unterleib hat beim Bullshitbingo gewonnen

Auch mir geht es oft so. Dann sitze ich neben meinen Kollegen im Büro und kann mich vor Schmerz nicht auf meine Arbeit konzentrieren. Die Erschöpfung drückt schwer auf meine Augen und jede Stunde muss ich panisch aufs WC laufen, nur, um dann doch nicht kotzen zu müssen und meine Fassade kurz ablegen zu können. Das ist allerdings nur die Fliege auf dem Scheisshaufen: Manchmal tut durch diese Krankheit nicht nur die Periode, sondern auch Sex ziemlich weh. Es fühlt sich fast so an als hätte mein Unterleib beim Bullshitbingo gewonnen und jegliche Preise auf einmal abgesahnt.

Was spricht also dagegen, den Büroschreibtisch auch mal gegen das Sofa zu tauschen und im Bademantel von Zuhause aus zu arbeiten? In Italien wurde Anfang des Jahres ein Gesetzentwurf von vier Parlamentarierinnen der Demokratischen Partei eingereicht, der sogar noch weiter geht: Unternehmen sollen Frauen bis zu drei bezahlte freie Tage pro Monat während ihrer Periode geben, wenn sie ernsthafte Beschwerden haben. Doch die Debatte um die Menstruation ist nicht neu: Schon 2014 stellte der Londoner Reproduktionsmediziner und Gynäkologe Gedis Grudzinskas diese Forderung. Und um ehrlich zu sein: Ich finde, wir brauchen diese Regelung auch in der Schweiz.

Zieht euren Stock aus dem Arsch

Das Problem ist nämlich nicht, dass wir bluten, sondern dass wir immer noch dafür verurteilt werden, eine normale Körperfunktion zu haben. Also lasst uns verdammt nochmal mehr über Blut, Gebärmutterschleim, Divacups und Endometriose sprechen, damit sich alle mal den Stock aus dem Arsch ziehen können und wir uns nicht mehr still und heimlich quälen müssen. 


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178 Kommentare

Robert B. vor 25 Tagen
Ist das die moderne und supercoole Art Informationen zu vermitteln (Muschi, Klappe halten, beschissen, Bullshitbingo, Scheisshaufen, Stock aus dem Arsch)!? Soll das hipp oder ansprechend sein? Es ist ja nicht unbedingt so, dass die Autorin davon selbst betroffen ist. Vor wenigen Stunden tauchten Artikel zum gleichen Thema auf anderen Nachrichtenportalen auf. Das kommt von ©dpa ,"der unabhängige Dienstleister für tagesaktuelle, multimediale Inhalte". Nieder!
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vor 26 Tagen
Mädel , sowohl von deiner bekotzten sprache wie auch vom inhalt :'du hast einen supper lattenschuss !'lg hilde k.
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Bartträger aber kein 'Sozi' vor 26 Tagen
Zu Hause bleiben bei Krankheit oder Schmerzen macht Sinn; es zu erleichtern, die schmerzvollen Tage nicht arbeiten zu müssen auch. Aber muss dann gleich jede frei kriegen, wenn vielleicht 50% der Frauen tatsächlich betroffen sind? Ist für mich das Giesskannenprinzip der SP, welches auch bei der AHV immer weniger finanzierbar wird.
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Anonym vor 26 Tagen
Hört doch endlich auf zu jammern, nehmt euch zusammen und notfalls ein Schmerzmittel und hört auf, euer Umfeld, das schon genug unter eurem hormonell bedingten Gezicke, dem Geschrei eurer Gofen und der erzwungenen Fremdfinanzierung (Mutterschaftsurlaub, Kitas, Kindergeld, Schulen oder der Unsitte von Geschenkwunschlisten an Unbeteiligte wie „Göttis/Gotten“ zu leiden hat), jetzt auch noch mit solchem Weibergejammer zu behelligen.
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