Jetzt landen die Oscar-Filme im Netz

Jedes Jahr kurz vor den Oscars tauchen die heissesten Anwärter als Raubkopien im Internet auf. Doch woher stammen die Leaks überhaupt? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Screener Season.

Filme als Raubkopien im Internet zu schauen, ist heutzutage fast schon normal – in der Schweiz ausserdem legal. Momentan läuft Fans dieser Leaks das Wasser im Mund zusammen: Die Screener Season, also die Wochen vor den Oscars, während denen massenhafte Filme online auftauchen, ist in vollem Gange.

Doch wie kommen die Raubkopierer überhaupt an die teilweise noch unveröffentlichten Streifen? Wer steckt hinter den Leaks? Und was hält Hollywood davon? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was genau ist die Screener Season?
Die Screener Season beginnt meist zwischen Dezember und Januar und fühlt sich für Fans von Raubkopien an wie die zweite Weihnacht. Kurz vor der Oscarverleihung werden die Filme digital oder per DVD an Mitglieder der Academy geschickt (sogenannte Screener), damit diese sie bewerten können. Der offizielle Kino-Release ist zu diesem Zeitpunkt teilweise noch Wochen entfernt. Trotzdem landen die Oscar-Anwärter im Internet und zwar nicht als verwackelte Kamera-im-Kino-Aufnahme wie bei anderen neuen Releases, sondern in hoher Qualität. Verbreitet werden die Files dann vor allem via Filesharing-Plattformen wie BitTorrent.

Wer steckt hinter den Leaks?
Natürlich ist niemand so dämlich und prahlt im Internet damit, einen brandneuen Film geleakt zu haben. Meist stecken hinter den Raubkopien anonyme Gruppierungen. In den vergangenen Jahren fiel etwa ein loses Kollektiv namens Hive-CM8 besonders auf, da es für viele grosse Leaks verantwortlich war.

Wer ist Hive-CM8?
Das Kollektiv hinterliess in der Vergangenheit Spuren auf der ganzen Welt – von den Staaten über Russland bis nach Asien. Hive-CM8 ist allerdings sogar in der Piratenszene nicht unumstritten. Die Gruppierung wurde etwa scharf kritisiert, als sie den Tarantino-Streifen «The Hateful Eight» vor dem Kino-Release online stellte – in ziemlich mieser Qualität. Im Anschluss entschuldigten sich die anonymen Köpfe hinter Hive-CM8 bei Quentin Tarantino und den verärgerten Fans.

Wie kommen die Raubkopierer an die Filme?
Schwer zu sagen. Fakt ist: Die Screener werden auch heute noch teilweise als DVDs an die Mitglieder der Academy verschickt. Besonders skrupellose Raubkopierer gehen angeblich sogar so weit, diese physischen Exemplare zu klauen, um sie zu rippen. Manchmal gibt Hive-CM8 in Mitteilungen die Quelle an, dabei handelt es sich aber meist um nichtssagende Hinweise wie «A cool dude on the street». Dass ein Leak auf einem Oscar-Screener basiert, erkennst du daran, dass der Hinweis «For your consideration» als Wasserzeichen darin auftaucht.

Sind die Filme gekennzeichnet?
Jup, laut der Academy lässt sich dank sichtbaren und unsichtbaren Wasserzeichen relativ gut zurückverfolgen, woher ein Leak stammt: In der Vergangenheit bekamen auch schon Mitglieder der Oscar-Jury Ärger, weil ihre Version im Internet auftauchte. Die Raubkopierer wissen aber selbstverständlich von den Watermarks und tun alles, um diese zu entfernen oder unkenntlich zu machen. Laut Hive-CM8 ist das mit stundenlangem Aufwand verbunden – unter anderem müssen einzelne Frames aus Filmen entfernt werden.

Was sagen die Studios dazu?
Naja, du kannst dir vorstellen, dass die grossen Produktionsfirmen keine Freude daran haben, wenn ihre Filme gratis (und manchmal noch vor dem offiziellen Release) im Internet landen. Deshalb gehen sie rechtlich gegen die Verantwortlichen vor. Die Raubkopierer hingegen argumentieren, dass sie mit ihren Leaks Werbung für die Filme machen.

Wer bekommt Ärger dafür?
Einzelne Personen lassen sich nur selten auffinden, trotzdem kommt es vor: 2016 wurde etwa ein Typ aus Kalifornien zu acht Monaten Hausarrest und einer Busse von über einer Million Dollar verurteilt, weil er den Screener von «The Revenant» online gestellt hatte.

Welche Filme wurden dieses Jahr bereits geleakt?
Bereits jetzt findest du online Raubkopien von einigen Oscar-Kandidaten wie «Lady Bird», «I Love You Daddy», Golden-Globe-Abräumer «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» oder dem Animations-Film «Coco». In den nächsten Wochen dürften noch weitere dazu kommen.


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9 Kommentare

MissD vor 2 Tagen
Ich lade mir nur noch Soft pornos runter die Frauenfreundlich sind da ich nur einen Vibrator und das Sozialamt als Freund habe.
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Antwort
Fdk vor 4 Tagen
Legal und nicht strafbar ist nicht dasselbe
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So en seich do vor 5 Tagen
Einfach mal midt erzählen... Es ist nicht legal, ist ne grauzone da die digitale verwendung erlaubt ist WEN MAN DAS ORIGINAL BESITZT. Da jedoch nie jemand danach fragt, wird es tolleriert...
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Antwort von Spyy31 vor 4 Tagen
hä? in der schweiz ist das downloaden, streamen immer erlaubt, auch wenn es aus illegalen quellen stammt. auch kopien sind erlaubt, sofern bestehende kopierschutzmassnahmen nicht umgangen werden und mit den kopien kein geld verdient wird. es darf also auch für familienmitglieder oder freunde eine kopie gemacht werden.
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