Wir haben Sextoys gebastelt und ausprobiert

Sexspielzeug sorgt für Abwechslung – auch in einsamen Stunden. Ist aber gar nicht so billig. Um Geld zu sparen haben wir einen Bastelnachmittag eingelegt und selbst Toys hergestellt. Testergebnis: Unbefriedigend.

Wir sind uns ja fürs so gut wie nichts zu schade. Ob Selbstversuche als Aktmodell oder ein Tag auf Flirtkurs mit Scientology – für den Job überwinden wir unsere Ängste, legen unsere Scham (und manchmal auch Würde) ab und hoffen inständig, dass unsere Eltern niemals auf die Idee kommen werden, unsere Artikel lesen zu wollen.



Neben all diesen investigativjournalistischen Höchstleistungen bleibt natürlich kaum Zeit für ein anständiges Liebesleben. Ausserdem sind wir arm wie die Kirchenmäuse und haben kein Geld, um uns fancy Dildos und Taschenmuschis zu kaufen. So haben wir einen Nachmittag damit verbracht, uns Youtube-Tutorials reinzuziehen und uns für einsame nächtliche Stunden ein paar praktische Gadgets für untenrum zu basteln. Sextoys Marke Eigenbau. Wie die Dinger aussehen, seht ihr oben in der Diashow. Die Testergebnisse gibts hier:


Ella – Heissklebe-Penis und Wachsdildo

Bevor hier irgendwelche fremde Gegenstände auch nur in die Nähe meiner Intimzone gelangen, brauche ich dringend ein Glas Wein für meine Nerven. Irgendwie schon komisch. Meine Mitarbeiter wissen, dass ich heute Abend masturbieren werde. Und trotzdem freut sich wohl ein kleiner Teil von mir, denn der Gedanke an meine eigenen Peniskreationen erfüllt mich – aus welchen abartigen Gründen auch immer – mit Stolz.

Und sie sehen doch tatsächlich aus wie Dildos. Okay, zumindest das Heissklebepistolekonstrukt. Bevor ich mich also ans Eingemachte  mache – haha –, hole ich alkoholischen Nachschub und Unmengen an Gleitgel, das dann, dank meiner vor Nervosität zitternden Hände, zum grössten Teil auf dem Bett landet. Toll, jetzt muss ich nach meinem mutigen Selbstversuch auch noch die Bettwäsche wechseln. Aber ich schweife ab.

Ich kann nicht aufhören, an euch zu denken

Ich stülpe je ein Kondom über beide Selfmade-Dildos, komme aber irgendwie nicht in Stimmung – trotz gedimmtem Licht und extra aufgetriebenen Entspannungskerzen, die mein Zimmer mit sinnlichen Düften füllen sollen. Ich kann nicht aufhören, an meine Kollegen in der Redaktion zu denken. (Nicht, dass ihr nicht alle verflucht sexy seid, gell!) Ziemlich merkwürdig.

Als ich mich endlich hochkonzentriert überwinde, mein selbstgebasteltes Sexspielzeug zu testen – verdammt, was ist eigentlich, wenn während des Aktes irgendwas in mir abbricht? – werde ich bitter enttäuscht. Die Eigenkreationen schmerzen. Mit einer Gurke hätte ich womöglich grösseres Vergnügen verspürt. Die Dildos sind zu dick. Wie schon befürchtet. Da hilft auch der Gedanke nicht, dass die Köpfe meiner zukünftigen Kinder noch viel grösser sein werden. Ich habe offensichtlich zu unsauber gearbeitet und der Moment der eigentlichen sexuellen Entfaltung wird für mich ungeniessbar.

Mein Fazit ist demnach ziemlich eindeutig: Nein! Und zwar nein zum Heissklebepistolemeisterwerk, nein zum Kerzenwachskondomdildo und nein zu selbstgebastelten Sextoys im Allgemeinen. Ich bleibe wohl bei dem, was Gott mir gegeben hat: Meine Hände.

Simon – Taschenmuschi und Latex-Hintern



Schon allein der Anblick des aufgeblasenen Latexhandschuhs in Hinternform lässt mich blöd lachen. Habe selten etwas als weniger sexy empfunden, als dieses luftballonähnliche Ding mit der Öffnung, die mich ordinär anzulachen scheint. Ziemlich schwierig, mein bestes Stück hier einsatzbereit zu halten. Als ich es nach einer gefühlten Ewigkeit immerhin auf Halbmast gebracht habe, wage ich einen Versuch.

Ich entjungfere nun also immer noch kichernd diesen Handschuh. Zumindest versuche ich es. Zusätzlich zum Schamgefühl vor mir selbst (Was mache ich hier eigentlich?) kommt jetzt auch noch ein grauenvoller Gedanke: Was mache ich, wenn das Teil platzt? Also der Gummi-Arsch, nicht mein Penis. Wie erkläre ich das dem Arzt, der mich dann wieder zusammenflicken muss? 



Geplatzt ist zum Glück nichts. Aber auch ansonsten hat sich nicht viel getan. Statt wolllüstiger Ekstase zieht sich mein kleiner Simon-Goldständer jedoch vollends zurück. Da geht gar nichts mehr. Ich kapituliere fürs Erste und werfe den Po meiner Mitbewohnerin ins Zimmer. Vielleicht erschreckt sie sich und kreischt. Lustig! Hihi!



Ich hatte schon mieseren Sex


Ernüchtert und  eigentlich sowas von überhaupt gar nicht in sexy Stimmung widme mich nun der selbstgemachten Taschenmumu. Die sieht (nicht zuletzt wegen der hübschen Geschenkpapier-Ummantelung) immerhin ein wenig einladender aus. Zumindest körperlich scheine ich nun wieder zu funktionieren und nehme meine neueste Eroberung einfach mal mit ins Bett. Für einen One-Night-Stand wirds schon reichen, sage ich mir. 



Und tatsächlich: Gibt Schlimmeres. Ein bisschen seltsam, ein bisschen zu weich und auch ein bisschen ekelhaft zwar, aber gar nicht mal so übel. Hatte schon echte, lebendige Sexpartner aus Fleisch und Blut, die noch seltamer, weicher und ekelhafter waren, als diese gepolsterte Chipsdose. Irgendwann schlafen allerdings meine Arme ein. Ganz schön anstrengend! Noch vor dem grossen Finale – das heute wirklich auf sich warten lässt – breche ich also ab und verabschiede mich auch von Testobjekt Nummer Zwei. Liebe gehe ich schlafen, immerhin bin ich schon im Bett. 




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44 Kommentare

Zombie vor 8 Monate
Laacchhh hehehe ich liebe das Tilllateteam einfach total! Simon Gold und Ella Schmid, Allegra Wolf, Benjamin Quirico, Sarah Christen, Lorena Mancino, David Naegeli, Laura Gehrig, wie auch Ihre anderen Teamkollegen und Ihre Vorgesetzten sind einfach Klasse, glaubt mir, für diese Menschen gibt es nur ein Wort : Klasse!! Was ich am allerbesten dabei finde ist die Tatsache, dass Sie sich selber noch darüber lustig machen laaacchhhhh hehehe das nenne ich sehr professionell gegenüber sich selber, denn man sollte sich selber niemals zu ernst nehmen hehe man könnte meinen, dass das gesamte Tillateteam meine eigenen Töchtern und Söhnen wären hehe macht bitte weiter so, Ihr wisst, das Euch niemand anderst so gross und ehrlich lieb hat, wie Euer Zombie, Dankeschön!!!! Für alle anderen Kommentatoren, die den grandiosen Witz dieses Artikels offenbar nicht verstanden und es viel zu ernst genommen haben ( Was leider keine Seltenheit ist ) sage ich, dass sich das Tilllateteam doch nur über die Sextoys lustig gemacht hat hehehe! Hoch lebe die Zeitung 20min und das Tilllateteam, alles andere ist mir Wurscht!!!
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Petra vor 9 Monate
Ist ein Witz. Dildos kosten ab 3 Dollar bis für spezielle 20 Dollar. Man muss sie hald nicht hier im Sexschop kaufen.
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Der Geniesser vor 9 Monate
Lieber Simon. Genügend Gleitmittel und ein Pornofilmchen dazu, dann kommt es zu einem schönen Happy End.
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Antwort von Peter U. vor 9 Monate
Für was Gleitmittel? Dafür gibt es eine Vorhaut, da braucht man keine Gleitmittel.
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