«Das Internet hat mein Sozialleben zerstört»

Wie viel Angst und Einsamkeit uns Instagram, Snapchat und Co. bescheren können, zeigt uns der neue Kurzfilm «Synthetic Overture». Millennials sprechen über ihre Online- und Social-Media-Sucht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass du diesen Artikel gerade auf deinem Handy liest, ist verdammt hoch. Mal Hand aufs Herz: Wie oft hast du heute schon Instagram gecheckt? Wir verbringen gefühlt das halbe Leben in den sozialen Medien und sind süchtig nach virtueller Bestätigung. Mit genau dieser Thematik befasst sich der neue Kurzfilm «Synthetic Overture» des Regisseurs Jovan Todorovic.

In der neunminütigen Dokumentation, die ihre Premiere auf «Dazed» feierte, bittet Todorovic eine Gruppe Tweens über ihre Beziehung zu ihrem Handy und über Technologie zu sprechen. Die Protagonisten werden durch die unterschiedlichen Aufnahmestile, die zwischen Videotagebuch und cineastischen Shots schwanken, von zwei Seiten dargestellt: Ihre Online-Persönlichkeit und ihr «echtes» Selbst.

Die Angst, sich einsam zu fühlen

«Für mich ist ein Telefon einfach nur ein Telefon», sagt eine der Personen, während ein anderer Mittzwanziger davon spricht, sein Handy sei eine Verlängerung seines Körpers: «Man könnte es auch ein abtrennbares Organ nennen.» Einer meint: «Das Internet hat mein Sozialleben zerstört.»

Und obwohl die Protagonisten aus vielen verschiedenen Ländern kommen, verbindet sie ein gemeinsames Gefühl: Die Angst, einsam zu sein und sich durch die perfekt inszenierte Selbstdarstellung der anderen isoliert und ausgeschlossen zu fühlen. Die sphärischen Klänge des Soundtracks und die düsteren, kalten Farben verstärken die bedrückende Stimmung des Kurzfilms.

«Ist das unsere wahre Identität?»

«Für unsere Generation ist es ein natürlicher Zustand, online zu sein und unsere Emotionen durch GIFs und fünfzehnsekündige Videos auszudrücken», meint «ZDDZ»-Designer und Co-Produzent Dasha Selyanova, der auch im Film zu sehen ist. «Aber sind wir sicher, dass das unsere wahre Identität ist? Macht uns das glücklich?»

Fakt ist: Wer täglich mehr als zwei Stunden in den sozialen Medien verbringt, für den ist es doppelt so wahrscheinlich, sich isoliert zu fühlen. Und wenn wir ganz ehrlich mit uns selbst sind, wissen wir, dass vieles Bullshit ist: Denn was wir unseren Mitmenschen online präsentieren, sind meistens bloss sorgfältig kuratierte Schnipsel der schönsten Momente unseres Lebens.


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28 Kommentare

Alfred A. vor 7 Monate
Das Internet ist wie das Powernet oder das ColdWaternet: Es ist einfach da wenn man es braucht und es macht die keine Vorwürfe wegen Belästigung wenn man es braucht. Also ist es gut so, wie es ist.
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vor 7 Monate
Internet ist was für loser. In your face!
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Antwort von Versteher vor 6 Monate
Sagt der richtige xD hammer in your face haha
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Markus vor 7 Monate
Brauche virtuelle Bestätigung! Bitte Leute, gebt mir ein paar Likes damit ich mich nicht so alleine fühle!
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