Wer in Dubai protzt, muss 4000 Franken zahlen

Für Social-Media-Stars wirds in den Vereinigten Arabischen Emiraten teuer. Influencer zahlen bald 4000 Franken jährlich, um eine Lizenz für ihr Business zu erhalten.

Vegane Social-Media-Sternchen lieben es, ihre hübschen, in Szene gesetzten Yoghurt-Werbungen zu posten. Zwar ziemlich heuchlerisch, aber so verdienen sie halt ihre Brötchen. Für Influencer in Dubai gestaltet sich das ab sofort schwieriger.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten gilt ab Ende Juni nämlich eine neue Regelung: Social-Media-Influencer benötigen künftig eine Lizenz, um Werbung auf verschiedenen Online-Plattformen wie Facebook, Instagram oder Youtube für Hipsteruhren und Lippenpflegeprodukte zu schalten. Und dafür müssen sie pro Jahr 15'000 Dirham – das sind umgerechnet 4050 Franken – zahlen. Autsch.

Influencing wird als Unternehmen betrachtet

Der National Media Council (NMC) der Vereinigten Arabischen Emirate verkündete die Neuerung Regelung vor ein paar Tagen. Dort ansässige Influencer werden nun behandelt wie Unternehmer, bzw. Selbstständige. Der NMC erklärt, dass die Lizenzregelung jeden betrifft, der bezahlte oder eine unbezahlte Form von Ideen, Waren oder Dienstleistungen Online präsentiert oder fördert». Heisst konkret: Diejenigen, die Online-Werbung machen, müssen sich an die neue Vorschrift halten.

Der NMC veröffentlichte gleichzeitig mit dem neuen Gesetz die Jahresgebühren für andere Branchen. Erstaunlich: Social-Media-Helden sollen am meisten hinblättern. Publishing- und Druckfirmen beispielsweise zahlen nur 945 Franken, die Videogame-Branche 2160 Franken und Audiounternehmen 1080 Franken.

Was soll damit erreicht werden?

Das neue Gesetz soll «ausgewogene und verantwortungsbewusste Medieninhalte fördern, die die Privatsphäre des Einzelnen respektiert und die Öffentlichkeit - insbesondere Kinder - vor negativen oder schädlichen Inhalten schützt», erklärt Mansour Ibrahim Al Mansouri, der Generaldirektor der NMC.

Diejenigen, die sich nicht an die neue Regelung halten wollen, müssen mit harten Konsequenzen rechnen. Bei Nicht-Registrierung ist eine saftige Busse von 1350 Franken möglich – und womöglich wird sogar der Account des Influencers gelöscht.

Für einige ein Tropfen auf dem heissen Stein

Huda Kattan, Influencerin und eine 34-Jährige Amerikanerin, die in Dubai lebt, dürften die paar Batzen nichts anhaben. «Huda Beauty», so nennt sie sich auf Instagram, besitzt nicht nur über 25 Millionen Follower, sondern ebenfalls eine populäre, gleichnamige Beauty-Linie.

Schwieriger wirds für Mikroinfluencer, die nur nebenbei Social-Media-Marketing betreiben. Wie beispielsweise die Emiratin Sana Chikhalia. Sie verdient monatlich ungefähr 4000 Franken – und für sie ist die jährliche Gebühr viel. Trotzdem erzählt Chikhalia dem Online-Magazin «The Wired»: «Ich freue mich auf die Veränderung, da es jetzt nur noch wenige(re) Blogger geben wird. Echte Influencer investieren viel Mühe und Zeit in ihre Arbeit und machen das nicht nur für die Werbegeschenke.»


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12 Kommentare

Franz vor 21 Tagen
Yogurth ist nicht vegan
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hmm vor 21 Tagen
Naja, Adfluencer wäre langsam ein passenderer Name.
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E. Kaufmann vor 21 Tagen
Bei diesem Begriff wird es mir ja schon schlecht. Irgend ein Otto Normalverbraucher meint plötzlich, er sei für die Mitmenschen unentbehrlich und meint gar Hotelaufenthalte nicht begleichen zu müssen. Recht so, dass nun ein Staat eine Lizenzgebühr erhebt. Sollte die Schweiz auch machen.
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Markus vor 22 Tagen
Die Begriffe ändern ständig: Manipultor, Vermarkter, Influencer, ... what‘s next?
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