Gibts bald tausende Beatles-Goa-Remixes?

Sony und ein Start-Up haben eine Lösung für Sampling und DJ-Mixes gefunden. Das war längst überfällig.

Soundcloud, der Streaming-Opa, der alle Jahre immer wieder reanimiert werden muss, besitzt im Gegensatz zu Spotify oder Apple Music einen ziemlich grossen Vorteil: Soundcloud ist nicht nur die Homebase von Amateur-Trappern und zehntausenden Möchtegern-Dr.-Dres, sondern auch die erste Adresse für Remixes und DJ-Sets. (Mal abgesehen von Mixcloud, aber das ist immer noch viel zu nischig.)

Während die grossen Namen auch auf Spotify oder Apple Music zu finden sind, müssen kleinere Künstler bisher meistens draussen bleiben. Der Grund: Das Urheberrecht. In einem einstündigen DJ-Mix werden meistens über 20 Tracks verarbeitet – und um für all diese die Freigabe der Rechteinhaber zu erhalten, müssten DJs die Turntables für eine viel zu anstrengende Zeit gegen Telefon und Tastatur tauschen. Und die Chance, für alle Tracks eine Freigabe zu erhalten, ist noch nicht Mal gegeben. Büez!

Eine automatisierte Lösung

Das Blatt scheint sich aber zu wenden: Sony arbeitet neu mit dem Start-Up Dubset zusammen, um den ganzen Prozess tausendmal einfacher zu machen. Die Idee: Ein Algorithmus liest den gesamten Musikkatalog ein und analysiert ihn. Hast du einen neuen Song mit Samples oder einen neuen Mix am Start, lädst du diesen auf die Plattform hoch, diese vergleicht ihn mit der Datenbank und innert Minuten hast du die Rechte abgeklärt und deine Mucke bewilligt.

Dass jetzt plötzlich auf Spotify tausende Goa-Remixes von Beatles-Songs auftauchen könntet, liegt natürlich nicht an einer Eingebung des Grosskonzernes, etwas Gutes für die Kulturszene tun zu wollen. Denn derzeit geistern im Netz zigtausende Remixes und DJ-Sets umher, die Samples von Sony-Material verwenden. Sind diese nicht bei Urheberrechtsverwaltern registriert, sieht Sony keine Kohle dafür. Die neue Plattform will dies ändern und verteilt die Tantiemen automatisch zwischen den beteiligten Parteien.

Das war längst überfällig

Grundsätzlich ist das eine Win-Win-Situation. DJs können ihre Sets auf den gängigen Streaming-Plattformen anbieten und sich dafür sogar Cash auszahlen lassen und Sony muss weniger Zeit damit verbringen, das Netz auf unrechtlich verwendetes Material zu scannen.

Und ganz allgemein: Wir leben eh in einer Mashup- und Remix-Kultur. Da ist es längst überfällig, effiziente Lösungen zu finden, um mit Sampling und DJ-Sets umzugehen. Das Start-Up Dubset liefert jetzt eine Methode – und wir freuen uns auf tausende Remixes von Michael Jackson. Unser Lieblings-Mash-Up von Jackson und Iron Maiden (!) findet ihr übrigens hier. Hoffentlich werden wir zukünftig also noch viel mehr solcher Clashes zu hören kriegen.


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23 Kommentare

Ekeltoni vor 21 Tagen
Was ist goa? Wenn es ist was ich vermut sind das hippies die techno hören und bunte lichter haben? Wie kommt es zu dieser kombi? Sind das die vom burning man? Sorry aber ich peils nicht.
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blubb vor 21 Tagen
Goa? Ist doch seit 15 Jahren vollkommen irrelevant.
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Blick in die Vergangenheit vor 22 Tagen
Zu Anfang meiner GOA Lebensphase, kannte das noch keiner und die, die es kannten, verurteilten es aufs übelste... War von Vorteil, keine total überloffenen Partys. Soo viele kleine illegale Partys irgendwo im Wald, das war toll. Und heute, ja heute ist es nichts spezielles mehr.....
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Zombie vor 22 Tagen
Sehr geehrte Musikliebhaberinnen und Musikliebhabern, ich lade für Euch ein Sampler hoch, der nach dem Tod von meinem Mentor Bob Marley von seinen Gevättern mit Instrumenten und mit mehr Trompeten und Saxophone erschaffen worden ist und das alles ohne einen computerisierten DJ und vorallem ohne die unfreundlichen Mitarbeitern von Sony! Michael Jackson kritisierte irgend ein Chef von Sony als Rassisten, unfreundlicher Ausbeuter der Musikindustrie, wie dem auch sei, das Video für Euch ist TOP!!! Hoch lebe Marley und Jackson, Danke für die Aufmerksamkeit!!!
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