Tentakel helfen dir beim Daten

Vier Designstudierende arbeiten an einer Alternative zu den unzähligen Dating-Apps. Sie heisst Ripple und besteht aus Kameras und Tentakeln.

Auf den ersten Blick wirkt die heutige Dating-Welt so einfach, glücklich und naiv wie das Disneyland. Egal was für ein Geschlecht und Drogenverhalten du hast – jede und jeder flirtet heut auf einer eigenen App: Homos, Kifferinnen, Menschen mit Welthass oder Sugardaddys. Verglichen mit vergangenen Dating-Methoden – beim Vater um die Hand anhalten oder zwei Kamele und einen Esel investieren – leben wir Millenials im Flirthimmel. Angeblich.

Ein paar Designstudierende aus London sind da anderer Meinung und entwickelten eine Real-Life-Alternative zum digitalen Liebesmarkt. Ihr Date-Doktor nennt sich «Ripple» und soll beim Flirten in der echten Welt helfen. Mit Kameras, kleinen Motoren und Tentakeln. True Story.

«Die Menschen sind scheu»

«Heute findet Dating immer mehr auf digitalen Plattformen statt. Aber häufig fühlt sich das gekünstelt an und die Selbstdarstellung kann nervig sein», sagt Jonathan Rankin, der gemeinsam mit drei anderen Studierenden am Ripple arbeitet. «In Experimenten beobachteten wir aber, dass viele Menschen zu scheu sind, um jemanden vis-à-vis anzusprechen. Der Ripple soll diese Nervosität abbauen und eine aufregende, glückliche Stimmung schaffen.»

Das Gerät wird auf den Schultern getragen und scannt mit Kameras die Mimik der Personen rundherum. Ein komplexer Algorithmus entziffert dann, ob einer der Typen im Raum auf dich steht. Ist das der Fall, kribbelt dir ein kleiner Motor am Rücken und die Tentakel bewegen sich ganz unauffällig in die Richtung der betroffenen Person. Sehr subtil.

Als Vorbild dienen Tiefseetiere

«Die Tentakel sind von Seetieren inspiriert, die mit farbig-glitzernden Körpern ihre Artgenossen anziehen», sagt Rankin. «Genau so sollen sie auch die Gefühle von Menschen nach Aussen tragen, die ansonsten ihre Emotionen verbergen.»

Erste Tests der Entwickler sprechen dafür, dass die Idee funktioniert. «Beim letzten Test in einer kleinen Bar waren die Leute zurückhaltend beim Anprobieren. Danach war es sehr faszinierend zu sehen, wie sich die Leute erfreut umguckten, wenn ihnen der Ripple verriet, dass jemand im Raum auf sie steht.»

«Ein Gadget für Open-Airs»

Aber: Wollen wir wirklich mit Tentakeln auf den Schultern durch den Club spazieren? «Momentan eignet sich der Ripple am besten für spezielle Events wie Open-Airs, an denen sich die Leute nicht schämen, etwas freakig herumzulaufen.» Klar, denn die Idee hinter dem Gadget wirkt fast so absurd wie die Tentakel an sich. Aber die Entwickler glauben daran, dass solche Erfindungen genau so Teil des Paarungsritual werden wie Dating-Apps. «Wir haben uns gefragt, wie das Liebesleben in zehn oder mehr Jahren aussehen wird. Mit Hilfe des Ripples wollen wir verhindern, dass wir dann nur noch digital und nicht mehr in echt miteinander kommunizieren.»

Auch wenn uns das Gadget an die dystopische Serie «Black Mirror» und an die Tentakel aus Hentai-Pornos erinnert – lieber laufen wir als farbige Qualle verkleidet durch die Gegend, anstatt alleine zu sterben.  


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4 Kommentare

Cybot vor 5 Monate
Ist schon 1. April? Das Ding sieht weder echt noch funktionstüchtig aus, von der Problematik bei der Software mal ganz abgesehen. Wer auf solchen Blödsinn reinfällt, der glaubt wohl auch Trumps Fakten.
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feli vor 5 Monate
Traurig...und traurig wie Mensch zunehmend das Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten verliert und sie dadurch verliert (Beobachtungsgabe, Kommunikation, Intuition, Gebären, Partnerfindung... uswusfundhastdunicht gesehen...)-nicht lange und wir kriegen gar nix mehr allein auf die Reihe...
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Antwort von Timur vor 5 Monate
Darauf soll es ja hinauslaufen von gewissen Leuten...
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Brain vor 5 Monate
Sagt mal, habt ihr jetzt völlig den Sinnfür die Realität verloren? Was zur Hölle...?!
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