Afrikanischer Skandalfilm löst Massenproteste aus

Der Film «The Wound» behandelt traditionelle Beschneidungsrituale und Homosexualität in Südafrika. Nach heftigen Protesten erlangte der Film nun eine Porno-Klassifizierung und darf nicht mehr regulär gezeigt werden.

Ausufernde Proteste begleiteten schon Monate vor der offiziellen Premiere die Kampagne des Filmdramas «The Wound» in Südafrika. Das Werk des Regisseurs John Trengrove, das es bis auf die Shortlist für die Nominierten des «Bester fremdsprachiger Film»-Oscars schaffte, sorgt für rege Unstimmigkeiten im Land. Nun haben sich sogar offizielle Stellen in die Diskussion eingeklinkt und mit einer unorthodoxen Methode den Film quasi indiziert.

Nachdem gewalttätige Proteste und sogar Todesdrohungen gegen Filmcrew und Kinobetreiber laut wurden, beschlossen schon viele der grösseren Lichtspielhäuser, aus Angst vor Angriffen freiwillig auf die Ausstrahlung zu verzichten. Nach der kontroversen Entscheidung des «Film and Publication Board», den Film als «X18» zu klassifizieren, werden nun auch alle anderen Kinos gezwungen, den Streifen aus dem Programm zu nehmen. X18 ist die Klasse, in die sonst ausschliesslich Hardcore-Pornos fallen.

Von Pornografie weit entfernt

«The Wound» behandelt in einer fiktiven Story zwar heikle Themen, die vor allem bei Angehörigen der Volksgruppe der Xhosa einen wunden Punkt treffen: Traditionelle Beschneidungs- und Männlichkeitsrituale, sowie Homosexualität. Von Pornografie ist der Coming-of-Age-Streifen allerdings weit entfernt.

Im Mittelpunkt des Dramas steht der Teenager Kwanda aus Johannesburg, der von seinem wohlhabenden Vater in sein altes Heimatdorf geschickt wird, um sich dem schmerzhaften Initiationsritus unterziehen zu lassen. Während des tagelangen Heilungsprozesses lernt der 17-Jährige den gleichaltrigen Xolani kennen. Zwischen den beiden Jungs entsteht eine zarte aber intensive Freundschaft, in deren Verlauf folgenschwere Entscheidungen zu einer Katastrophe führen.

Kulturelle Aneignung und falsche Lebensweisen?

Fachkritiker bezeichnen den Streifen, der in den letzten Monaten auf Festivals weltweit jede Menge Preise einheimste, als «kraftvolle Auseinandersetzung mit Sexualität, Männlichkeit und kultureller Identität vor dem Hintergrund traditioneller Xhosa-Zeremonien».

Die Gegenstimmen fordern stattdessen den Boykott des Films – notfalls mit Gewalt. Kulturelle Aneignung (u.a. durch den weissen Regisseur), Missbrauch traditioneller Riten für kommerzielle Zwecke und die ungehemmte Darstellung falscher Lebensweisen sind nur einige der Punkte, die argumentiert werden.

Das Produzenten-Team von «The Wound» will jetzt rechtliche Schritte gegen den Entscheid für die «X18»-Klassifizierung einleiten. Was allerdings nicht so einfach werden dürfte – untersteht doch die zuständige Behörde direkt dem Ministerium für Kommunikation.



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