Wenn Frauen sich zwischen die Beine starren

Um den weiblichen Intimbereich zu enttabuisieren, veranstalten Frauen Workshops, in denen sie sich gegenseitig ihre Vulva präsentieren.

«Dieser Bereich da unten ist eine verbotene Zone», sagt Julia Rehkopf. «Kein Wunder – es gibt nicht einmal ein Wort dafür, das wir alle gerne benutzen. Langsam ist die Zeit reif, eben doch mal zu gucken.»

Die Reporterin des Y-Kollektivs, ein Netzwerk junger deutscher Journalisten, besuchte deshalb einen Workshop namens Vulva Watching. Das Konzept ist simpel und trotzdem irgendwie irritierend: Frauen zeigen sich gegenseitig ihre Mumus.

Besser zum Psychologen als zum Chirurgen

Offenbar schämen sich auch im Jahr 2018 noch viele Damen für ihre Genitalien. Einige verzichten sogar auf Oralverkehr, weil ihnen das Aussehen ihres Intimbereichs peinlich ist. Gynäkologin Dr. Vera Gojic bestätigte uns vergangenes Jahr, dass sich immer mehr Kundinnen für Labienoperationen interessieren, also sich die Schamlippen verkleinern lassen möchten. Für Gojic meist ein unnötiger Eingriff: «Wer seine Schamlippen gar nicht akzeptieren kann, sollte lieber zum Psychologen statt zum Chirurgen. Meistens sind es psychische Blockaden, die schon in der Kindheit oder Jugend entstanden sind und einem das Leben schwer machen.»

Vulva Watching ist eine etwas praxisbezogener Form der Therapie: Fünf Frauen versammeln sich, schauen hin und machen sich gegenseitig Komplimente für ihre Genitalien. «Wenn wir vor uns selbst keine Angst haben, haben wir auch nach aussen keine Angst», sagt die Workshop-Leiterin im Video des Y-Kollektivs.

«Unverkrampft und natürlich»

Obwohl der Kurs leicht esoterisch anmutet – Räucherstäbchen und gemeinsames Atmen bilden den Einstieg – fühlt sich die Reporterin wohl. «Die Situation wurde schneller als gedacht unverkrampft und natürlich», sagt sie. Nachdem die anderen Anwesenden alle die Beine gespreizt haben, zieht auch sie blank.

Rehkopfs Fazit: «Es war richtig schön.» Zwar sei Vulva Watching nicht für jederfrau, trotzdem zeige das offene Nacktsein vor Gleichgesinnten Wirkung. «Wir Frauen sollten wissen, wie wir zwischen den Beinen aussehen», findet sie zum Abschluss. «Von allen anderen Körperteilen wissen wir es ja auch.»

Was hältst du vom Vulva Watching? Würdest du deinen Freundinnen deine Mumu zeigen und sie selbst anschauen? Diskutiere mit in den Kommentaren.


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200 Kommentare

Lou vor 7 Tagen
Ich finde es kann für die eine oder andere eine gute Sache sein. Doch mich hat gestört, dass die Therapeutin gesagt hat eine Muschi mit kleinen Schamlippen (innere und äußere), wie sie angeblich in pornos gezeigt werden, seien Mädchenbrötchen. Sie sagte das sehr abwertend. Ich denke es geht darum Frauen zu zeigen, dass jede Yoni anders ist. Und, dass das auch gut ist. Und dann sowas. Wäre ich dabei gewesen, wäre ich vermutlich gegangen, denn ich hätte mich verletzt gefühlt (wenn ihr wisst wieso).
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révolte vor 14 Tagen
honte pour votre article!
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Andrea vor 14 Tagen
Sorry aber hender nid was lesenswerters ? Als so müll, was für kapputti mensche mached das und für was ? Unteligenz isch da wit entfernt! Und us allem bullshit chunt was. Grussigi gsellschaft
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Nadine vor 15 Tagen
Ich finde die Vorstellung seeeeehr befremdlich. Die meisten meiner Freundinnen haben mich früher oder später irgendwann schon mal nackt gesehen. - No big deal. Aber extra mit gespreizten Beinen vor sie setzen, müsste ich mich jetzt nicht extra. Was mir aber gar nicht gefällt: Da wird darüber geredet, "dass es nicht mal ein Wort gibt, das wir alle benutzen". - Und die Lösung ist dann offenbar Babysprache. "Mumu" sagen doch keine erwachsenen Frauen untereinander. Das tönt echt so danach, als ob da einem 2 jährigen Mädchen erklärt wir, woher das Pipi und die Babys kommen.
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