18-jähriger Schüler erfindet Mittagspausen-Klub

Denis Estimon aus Florida bekämpft Ausgrenzung an Schulen. Mit seinem Projekt «We Dine Together» bringt er Leute zum Essen zusammen und schafft dadurch Gemeinschaftsgefühl.

Als Denis Estimon zusammen mit seiner Mutter aus Haiti nach Florida immigrierte und dort auch eingeschult wurde, war es nicht einfach für den Jungen, Anschluss zu finden. «Da war diese Sprachbarriere und meine Mutter arbeitete sehr viel, ich hatte also kaum jemanden, mit dem ich mich unterhalten konnte», erzählt er im Interview mit ABC News. «Ich fühlte mich isoliert und einsam. Und ich erinnere mich noch genau, wie es war, mit niemandem sprechen zu können.»

Die Erinnerungen an seine eigene Zeit als Aussenseiter liessen den heute 18-Jährigen nicht los. Es sei ihm wichtig, dass keiner seiner über 3000 Schulkollegen an der Boca Raton Community High School sich jemals so fühlen müsse, wie er sich damals. Aus dieser Idee entstand der «We Dine Together»-Klub, der dafür sorgt, dass keine seiner Mitschülerinnen und Mitschüler die Mittagspause alleine verbringen muss. Denn: Gemeinsames Essen verbindet.

Ein sicherer Ort für alle

«Schaust du dich in der Schulkantine genau um, erkennst du, dass auf der einen Seite die Football-Player und deren Anhänger in Grüppchen sitzen und auf der anderen Seite viele einsame Kids», erklärt Denis. Genau diesem Umstand wollte er ändern. «Ich denke, wenn wir nicht selbst versuchen, etwas zu verändern – wer macht es denn sonst?»

Jemanden zu treffen, der sich wirklich Gedanken macht und zuhört, mache einen grossen und wichtigen Unterschied: «Unsere Mission ist es, Bindungen aufzubauen und Beziehungen zu festigen.» Niemand solle sich alleine fühlen. «Wir versuchen, isolierte Kids zu finden und sie in den Klub mit einzubeziehen. Es ist ein sicherer Ort an dem alle so akzeptiert werden, wie sie sind und wie sie sein möchten.»

Einfach mal zuhören

Was als kleines Grüppchen mit 15 Schülern begann, ist heute eine grosse Gemeinschaft von über 80 hungrigen Lernenden, die sich täglich treffen, zusammen zu Mittag essen und sich dabei untereinander austauschen. Man kann sich ins Gespräch einbringen oder einfach nur zuhören und die Gesellschaft geniessen – niemand wird zu etwas gezwungen.

Denis, der sich im Moment für verschiedene Colleges bewirbt, verlässt nach diesem Jahr die Boca High. Seine Hoffnung ist, dass der Klub auch ohne ihn weiter existieren wird und bald auch an anderen Schulen rund um die Welt Nachahmer findet. «Kannst du dir vorstellen, welchen Unterschied das machen würde?», fragt er. «Würden wir einander mehr zuhören und Aufmerksamkeit schenken, würden viele Dinge, die heute schieflaufen, vielleicht bald nicht mehr so passieren.»


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4 Kommentare

Amélie, 14 vor 5 Monate
Das gibt es bei uns an der Dorfschule seit über 50 Jahren. - Erzählt mir mein Grossvater....
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Molly vor 5 Monate
Grossartig. Einfach Grossartig.
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M.K. vor 5 Monate
Respekt, junger Mann. Und Danke dafür.
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Antwort von Notunderstand vor 5 Monate
Was sind das für Assi-Pobacken, die solch einen Bericht disliken...??!!!! :-//
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