«Wonder Woman» lässt Sexisten durchdrehen

Ein texanisches Kino organisiert «Wonder Woman»-Vorführungen, an denen nur Frauen zugelassen sind. Das bringt die vereinigten Sexisten des Internets an den Rand des Wahnsinns.

Die Geschichtenerzähler dieser Welt hatten lange Zeit eine Vorliebe für die immergleiche Story: Eine hübsche, vorzugsweise blonde Frau wird von einem Drachen, von Ureinwohnern, von Riesenaffen oder Jabba the Hutt gefangen gehalten, gefoltert oder sogar angeknabbert. Doch – keine Angst, gnädige Frau! – irgendwo kommt immer ein Testosteronbündel daher und rettet die Prinzessin in Not. Dieses Klischee dominierte auch die Comicwelt mit Batman, Superman und Konsorten – bis 1941 Wonder Woman kam.

«Eine Frau, die die Welt beherrschen soll»

Wonder Woman ist eine Tochter der griechischen Götter, eine bisexuelle Amazone mit Bond-Gimmicks und eine Feministin der ersten Stunde. «Wonder Woman ist psychologische Propaganda für die neue Art Frau, die – meiner Meinung nach – die Welt beherrschen soll», schrieb William Moulton Marston, Schöpfer der ersten grossen Superheldin. Und heute, rund 70 Jahre nach ihrem ersten Auftritt, steht sie vor einem weiteren Kampf gegen die patriarchische Gesellschaft.

Das texanische Kino «Alamo Drafthouse» zeigt nämlich übernächste Woche «Wonder Woman» – den Blockbuster-Superheldenfilm aus dem DC-Universum. Der Clou: Die Aufführung ist nur für Frauen. Gemeinsam mit den Geschlechtsgenossinnen die «eigene» Superheldin feiern – das klingt doch nach Spass, nicht?

Männer heulen rum

Die Sexisten der Welt sind da leider anderer Meinung.

«Super… Lasst uns wissen, wann ihr ‹Thor›, ‹Spider-Man› oder ‹Star Wars› nur für Männer zeigt. Jetzt zeigt mal, wie ihr diesen Weg, den ihr eingeschlagen habt, zu Ende geht!», liest man in den Kommentaren auf der Facebook-Seite des Kinos. Oder: «Stellt euch den Aufruhr vor, wenn Trump im Weissen Haus einen Filmabend nur für Männer gemacht hätte?!» Die Top-Antwort darauf: «Trump macht das. Er nennt sie Kabinettssitzungen und Treffen zur Lage der Gesundheitsversorgung von Frauen.» Shots fired.

Während ein paar notorisch beleidigte Dudes die Social-Media-Kanäle des Kinos zuspammen, feiern die Frauen und die halbwegs vernünftigen Typen die Aktion des Kinos. Die Vorführung ist bereits ausverkauft, eine zweite Auflage davon ist in Planung.

Mit der Girlgang ins Kino

Abschliessend können wir da nur Wonder Woman zitieren: «Ihr seht, Mädels: Alles was ihr braucht, ist Vertrauen in eure eigene Kraft.» Gut gebrüllt, Löwin. Während Dudes auf Twitter rumheulen, freuen wir uns also auf den Film. Ab dem 15. Juni läuft «Wonder Woman» bei uns im Kino – also schnappt euch eure Girlgang und reserviert euch das Datum.


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125 Kommentare

Mr. Nasty vor 6 Monate
Früher war das normal, dass Männer Männer Dinge taten und Frauen eben Frauen Dinge. Heute dürfen Frauen überall hin, wo Männer hingehen, aber Männer nicht, wo die Frauen hingehen. Ich bin sowieso nicht so Fan von amerikanischen Comics, deswegen werde ich den Film auch nicht schauen, aber irgendwie ist das ganze Drama darum einfach nur noch peinlich! Vor allem: Wenn eine Frau im knappen Kostüm rumrennt, ist doch das eher für Männer und wenn Muskeltypen halb nackt rumrennen, doch eher für Frauen? Naja, bei Baywatch kommen alle auf ihre Kosten, aber auch den werde ich mir nicht ansehen, obwohl die eine Darstellerin ein echter Hingucker ist.
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GokiLoki vor 6 Monate
Ist es nicht irgendwie sexistisch, dass es eine Sondervorstellung für Frauen zu Wonder Woman gibt. Ich meine, das ist doch nach dem Motto:"Das ist ein Film mit einer weiblichen Hauptfigur, darum kriegen jetzt Frauen eine eigene Vorstellung."
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Peter Egloff vor 7 Monate
Psst, in Zürich (und wahrscheinlich auch anderen Städten) gibt es in einer schweizweit operierenden Kinokette schon seit Jahren Männer-Abende und Frauenkino, auch wenn es jedes Mal dabei auch Gäste vom jeweiligen anderen Geschlecht dabei hat. Gut, meistens will Mann nicht unbedingt an einem Film am "Frauen-Abend", aber umgekehrt sieht das meistens anders aus, der nächste Männerabend ist zum Beispiel "Baywatch".
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Roger vor 7 Monate
Ich bin ja ein Wonder Woman Fan und freue mich auch schon auf den Film. Die Aktion mit nur Frauen im Kino finde ich aber trotzallem grundsätzlich Sexistisch... und dieser Text könnte nicht mehr Sexistisch sein. Sorry aber schon nur der Titel «Männer heulen rum» oder das Grundssätzlich alle Männer als « Sexisten der Welt» oder «notorisch beleidigte Dudes» bezeichnet werden. Ich bin für Gleichberechtigung und habe auch kein Problem mit dem Frauenabend im Kino. Aber dieser Beitrag und wie darüber Berichtet wird ist das aller letzte!
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