Menschenblut und tote Tiere mitten in Zürich

Wir haben der Wunderkammer, dem wohl aussergewöhnlichsten Kuriositätenladen der Schweiz und dessen exzentrischen und zauberhaften Besitzer einen Besuch abgestattet.

Mitten im Herzen Zürichs, in einer kleinen Seitengasse gleich beim Grossmünster, hat die Wunderkammer ihr Zuhause. Der Laden ist wortwörtlich von oben bis unten vollgepackt mit den wunderlichsten, kuriosesten und schönsten Dingen, die viele von uns wohl je live und in Farbe zu Gesicht bekommen werden.

Grosse ausgestopfte Wildkatzen, kleine bunte Vögel, majestätische Zebras und anderes wildes Getier – sogar eine halbe Giraffe hängt hier einfach mal so an der Wand! – stehen zwischen antiken Schätzen, die vor überladenem Kitsch und Pathos nur so vor sich hinglitzern. Und trotzdem: Jedes einzelne Stück hat eine Story, einen Twist oder ist einfach nur fast schon übertrieben cool.

Kuriositäten vom exzentrischen Kunsthändler

Wie wärs mit einer Kiste voll uralter Blutproben von echten Menschen oder den zusammengewachsenen Schädelknochen eines siamesischen Kälber-Zwillingspaares? Kein Problem – die Wunderkammer hat allerlei Bizarres auf Lager. Religiöse Reliquien, Skelette und Knochen, mechanisch singende und tanzende Blechvögel und Glaskuppeln, unter denen sich die buntesten Schmetterlinge der Welt tummeln.

Der wundervolle Herr und Meister über die Wunderkammer heisst Christian Link. Der 38-Jährige, dessen Lebenslauf ihn von einer Kochlehre zur KV-Ausbildung über die Zauberbühne (ja – er ist Zauberer!) zum Kuriositätenhandel geführt hat, passt optisch perfekt in seinen Laden. In Samtjackett, Hemd und Krawatte ähnelt er einem exzentrischen Kunsthändler und Abenteuerreisenden. Und eigentlich ist er auch genau das.

Ethisch korrektes Denkmal für die Ewigkeit

Seine Schätze findet Christian mit viel Gespür und Sinn für das Aussergewöhnliche auf Antikmärkten, Sammlungsauflösungen und – im Fall der ausgestopften Exoten – sogar im Tierpark. Die Präparate, die er verkauft, stammen nämlich ganz ethisch korrekt von unter natürlichen Umständen gestorbenen Zoobewohnern. Kein Zebra und keine Giraffe mussten je für die Wunderkammer ihr Leben lassen – viel eher wird ihnen hier ein Denkmal für die Ewigkeit gesetzt.

Bis Mitte Januar 2018 verweilt die Wunderkammer noch in der Kirchgasse 8 in Zürich. Wohin es Christian und seine Kuriositäten danach verschlägt – das wissen wohl nur die Sterne.

Video von Valentina Sproge.


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4 Kommentare

Shawnofthedead vor 6 Monate
ooooh de Lade gseht richtig toll us 😍 ich hoff ich schaffs no zum goh😱
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ross vor 6 Monate
Wir sind keine ratten , wir sind gottes geschöpfe.
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Antwort von Unterschichts-Rättelein vor 6 Monate
Ratten sind auch Gottes Geschöpfe!
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Antwort von Nick vor 6 Monate
Und wer hat Ihnen dieses Märchen erzählt? Es würde der Menschheit gut tun, wenn sie mal von ihrem hohen Ross runterkommen würde. Religion scheint echt wie eine Droge zu wirken, die vor allem zu Selbtüberschätzung führt..,
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