Im Land von Scheisse und Zucker

Die 23-Jährige Céline Lütolf gilt als eine der aufstrebendsten Künstlerinnen des Landes. Zum Auftakt der «Photo18» haben wir die junge Fotografin und Kuratorin getroffen.

Wer mit gerade mal 23 Jahren schon von sich behaupten, nicht nur eines der kontroversesten und gleichzeitig coolsten Kunstbücher des Jahres herausgebracht zu haben, sondern auch gleich noch zum Kuratoren-Team der grössten und wichtigsten Werkschau für Schweizer Fotografie  zu gehören?

«In the Land of Shit and Sugar»

Céline Géraldine Lütolf kann! Die junge Luzernerin hat in Zusammenarbeit mit vier ihrer Kommilitonen im vergangenen Jahr den Bildband «In the Land of Shit and Sugar» produziert und nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne veröffentlicht. Das Teil mit dem provokanten Titel «entführt dich in die Parallelwelt absurder Konsumgüter, abseits vorherrschender Moralansprüche und gängiger Design-Konventionen».

Heisst so viel wie: Eine laute, grelle, bunte Mischung an kuriosen Produkten, inszeniert mit einer Extraportion an schlechtem Geschmack. Und zwar so schlecht, dass das perfekt überladene Endergebnis jegliches ästhetisches Empfinden triggert und den Betrachter nicht mehr loslässt.

Jung, weiblich, talentiert

Heute treffen wir Céline in der Halle 622 in Oerlikon, zur Eröffnung der «Photo18». Sie gehört seit Neuestem zu den Kuratoren der Werkschau und hat die letzten Monate damit verbracht, Einsendungen durchzusehen, die besten Künstlerinnen und Künstler auszuwählen und damit einen wichtigen Beitrag zu Förderung Schweizer Fotokunst zu leisten.

Trotz ihres zarten Alters fühlt sich die junge Frau, die auch schon Hipster-Shooting-Star Crimer ablichten durfte, nicht benachteiligt: «Ich fühle mich sehr ernstgenommen und hatte bisher keine Probleme aufgrund meines Alters oder Geschlechts. Im Allgemeinen muss man aber dennoch sagen, dass es leider noch nicht sehr viele weibliche Ausstellerinnen gibt.»

Das Ausland ist nicht immer besser

Im Gegensatz zu vielen ihrer Künstlerkolleginnen und -kollegen wirft Céline jedoch keinen naiv-verklärten Blick aufs Ausland als Karrierestart. Die Schweizer Kunstszene sei nicht zu unterschätzen – das sehe man ja alleine schon an den Werken, die auf der «Photo18» zu bestaunen sind. Um hier alleine von der Fotografie sicher leben zu können, braucht es jedoch wohl auch für gehypte Talente wie Céline eine Weile. «Manchmal geht es, manchmal nicht», lautet die pragmatische Antwort.

Noch bis 16. Januar kannst du die Ausstellung täglich zwischen 11 und 20 Uhr besuchen. Der Eintritt für Leute bis 16 ist kostenfrei! Mehr Infos findest du HIER.

Video von Valentina Sproge


Kommentar schreiben

25 Kommentare

Lisa P vor 7 Monate
Uii nei! Bitte gebed so mensche kei plattform! No nie würklich müesse schaffe warschindlich
21
3
Antwort
Nikko vor 7 Monate
Nur so aus Neugier... Wie viel von ihrer "Arbeit" wird von meinen Steuern aka Kulturförderung finanziert? Wenn 0% dann ist mir herzlich egal wer die ist und was sie den lieben langen Tag so treibt, denn Kunst ist dies sicher nicht. Wenn aber auch nur 1.- von meinem hart verdienten Geld da rein fliesst, verlange ich dass dies sofort aufhört...!!
29
9
Antwort
Unkreativer Texter vor 7 Monate
Blah blah blah. Kreativer Input kommt aus der eigenen Phantasie und nicht, indem man sich an andern Orten alter Ideen bedient und dann meint, daraus etwas Neues, noch nicht dagewesenes zu schaffen. Sorry, aber das ist doch wieder so ein Töchterchen von reichen Eltern, die sich so einen Lifestyle einfach leisten kann.
78
8
Antwort
Chris vor 7 Monate
Die Idee ist absolut nicht neu oder gar originell. 1961 füllte Manzoni jeweils 30 g seiner eigenen Fäkalien in Dosen und verschloss diese geruchsfest und verkaufte sie unter dem Namen"merda d’artista"! Der Schweizer Künstler Daniel Spoerri fabrizierte seine "Fallenbilder" schon 1967; auf Tischplatten fixierte Überreste einer Mahlzeit, arrangiert mittels einer anderen zufällig vorgefundenen Situation. Von Pop Art -Künstlern wie Warhol nicht zu reden; sowie natürlich auch der japanische Fotograf Nobuyoshi Araki, der seit Jahren Essen ästhetisch-unappetitlich ins Bild setzt! Aber die Aufnahmen sind eigentlich sehr gut gemacht, obwohl sie im gängigen Trend liegen, welches das Imitieren der Stimmung und Farben der 50/60er Jahre aufleben lässt...
28
5
Antwort
Wetten, dass du diese Songs nicht erkennst?

Wetten, dass du diese Songs nicht erkennst?

video
Ich wurde zu Recht als Kind geschlagen

Ich wurde zu Recht als Kind geschlagen

Die trendigsten Insta-Pics trägt man im Gesicht

Die trendigsten Insta-Pics trägt man im Gesicht

Millionenschwerer Youtuber «verdient zu wenig»

Millionenschwerer Youtuber «verdient zu wenig»