Hunderte Russen tätowieren sich Fast-Food-Logo

Domino’s bot Fans gegen ein Tattoo lebenslang gratis Pizza an. Jetzt rudert die grösste Pizza-Kette der Welt zurück.

Virales Marketing ist eine schwierige Sache. Einerseits gibts (noch) keine Zertifizierung für Influencer, andererseits sind Unternehmen auf ihre Fans angewiesen, wenn eine Aktion im Netz wirklich steil gehen soll. Und: Wenn ein Post, eine Werbung oder ein Aufruf viral geht, heisst das noch lange nicht, dass das Resultat dem Willen des Unternehmens entspricht.

Wie schwierig es ist, die Auswirkungen einer Marketingaktion abzuschätzen, beweist die aktuelle Geschichte rund um Domino’s-Tattoos in Russland. Ein russischer Ableger der Pizzakette versprach am 31. August jedem, der sich das Logo an einen prominenten Ort tätowieren lasse, Gratis-Pizza. Und zwar 100 Stück pro Jahr. 100 Jahre lang.

Eistee- und Pringles-Tattoo

Aus unerklärlichen Gründen war sich Domino’s aber nicht bewusst, welche Strapazen Menschen für Pizza auf sich nehmen. Oder wie stylisch trashige Produkt-Tattoos sein können. Ein Freund der Redaktion hat einen Migros-Eistee auf dem Oberschenkel und eine Pringles-Packung ein bisschen weiter oben. Und dafür hat er keinen Rappen bekommen. Wenn man also gar für solch ein Tattoo belohnt wird – dann wird gestochen, was das Zeug hält.

Innert kürzester Zeit fluteten also Fotos von Domino’s-Tattoos die populären Social-Media-Netzwerke von Russland. Irgendwie verständlich, denn: 10'000 Gratis-Pizzas für ein Logo-Tattoo? Fuck me up daddy. Dass das Logo nicht wahnsinnig hässlich aussieht und sich easy in ein grösseres Tattoo einbauen lässt, unterstützt die Entscheidung zum Stechen nur noch zusätzlich.

Domino’s rudert zurück

Domino’s schien aber nicht damit gerechnet zu haben – weshalb auch immer. Nach nur fünf Tagen statt den geplanten zwei Monaten ruderte das Unternehmen zurück. Nur die ersten 350 Menschen mit Logo-Tattoo sollen jetzt noch 100 Jahre lang Gratis-Pizzas erhalten. «Für alle, die jetzt noch einen Termin vereinbart haben: Wir empfehlen euch den Termin abzusagen, da wir euch nicht der Pizza-Liste hinzufügen können», schrieb Domino’s auf vk.com, dem grössten russischen Social-Media-Netzwerk.

Derweil fliessen immer noch neue Fotos von Tattoos mit dem Logo auf die sozialen Netzwerke. Aber vielleicht gehts den Leuten ja auch gar nicht um die Pizza, sondern schlicht um ein hübsches Design. Domino’s dürfte zumindest etwas aus der Aktion gelernt haben. Und wir hoffen jetzt Mal, dass sich trotz dem Zurückrufen der Sache ein Schweizer Unternehmen von der Idee anstecken lassen könnte.


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21 Kommentare

Vladimir vor 8 Tagen
Ich frage mich, was diese Leute denken, wenn sie ein Tattoo für ein Freebie-Bild machen? Ich denke es ist besser für sie auf der Stirn ein Tattoo wie www.logaster.de/gallery/sorry-mom-14722/ zu machen und den Widder fertig zu machen.
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Weltverbessererin vor 8 Tagen
wie wärs mit mit dem schönen Logo von VHEMT.org ?Am Besten beim Bauchnabel.
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Pizza Lover vor 9 Tagen
Ich habe mir das Logo auf die Stirn tätowieren lassen. Bekomme ich jetzt auch Gratis Pizza lebenslänglich? Ich glaube geh mal in die nächste Domino Pizzeria und frag mal.
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Rokco Siegfried vor 9 Tagen
Auf meinem besten Stück steht "Durex" Hat geschmerzt, ist aber Reminder und Disclaimer in einem. Funzt grausam...
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