Gemietete «Onkel» schützen Kinder vor Mobbern

Fürsorgliche koreanische Eltern mieten zum Schutz ihrer Kinder derzeit Fake-Onkel, die ihre Mobber in die Schranken weisen. Irgendwie seltsam, irgendwie clever.

Wer keinen grossen Bruder hat, der den gemeinen Mitschüler die Boxershorts langzieht und ihnen mit Prügel droht, hat es in der Schule nicht immer unbedingt leicht. Um ihre Kinder vor pubertierenden Kleintyrannen zu schützen, schlagen sich koreanische Eltern darum derzeit um den besten Grosser-Bruder-Ersatz im Business.

Der Onkel-Service in Südkorea vermietet nämlich falsche Onkel, die für einen Mindestbetrag von 340 Franken fiese Mitschüler rügen. Und am besten wirken diese Drohungen natürlich von einem möglichst tätowierten, muskulösen und megaharten Kerl.

Drei Pakete für vermögende Eltern

Wie die südkoreanische Zeitung «Chosun Ilbo» vor wenigen Tagen berichtet haben soll, boomt der Onkel-Service und wächst mit jedem Telefonat besorgter Eltern. Kein Wunder, bei der Auswahl. Die zuständige Firma bietet ganze drei Pakete an, von denen Mama und Papa sich das beste aussuchen können.

Mit dem «Beweis Paket» für umgerechnet läppische 340 Franken bekommen fürsorgliche Eltern einen Spion-Onkel, der die Mobber auf frischer Tat ertappt und das ganze Szenario auf Video festhält. Das angemietete neue Familienmitglied meldet den Vorfall der Schule und verlangt, dass der Fall untersucht wird.

Das «Onkel Paket» kostet 430 Franken pro Tag und beinhaltet eine strenge Warnung an die Mobbing-Mittäter und die Begleitung des Sohnes oder der Tochter zur Schule und wieder nach Hause. Ein Schnäppchen also.

Nützt das echt etwas?

Das «Betreuer Paket» richtet sich schliesslich nicht an die Kinder, sondern an die Eltern der Mobber. Offensichtlich wird das Mobber-Gen ähnlich wie das Familienerbstück von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Der gehässige Onkel besucht darum die Mutter oder den Vater der gemeinen Schüler bei der Arbeit und protestiert vor dem Gebäude mit Sprüchen wie «Ein Elternteil eines Mobbers arbeitet hier». Und das für nur 1700 Franken. Schliesslich ist keine Sicherheitsmassnahme zu teuer für das eigene Kind.

Wir wissen es ja, Kinder können manchmal kleine Arschlöcher sein. Ob aber ein derartiger Fake-Onkel das Mobbing-Problem sinnvoll löst, bleibt fragwürdig.


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42 Kommentare

Drehdichnichtum vor 3 Monate
Mein Neffe wurde übelst gemobbt. Ich hab ihn dann mal von der Schule abgeholt und mich anständig bei seine Mobbern vorgestellt und ihnen klar gemacht dass ab jetzt Nulltoleranz herrscht. Es hat gewirkt.
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Momo vor 3 Monate
Bin im Kinderheim gross geworden, 15 Jahre meines Lebens, wer mich gemobbt hat, denn hab Ich im schlaf besucht, oder im Dunklen auf Ihn gewartet, heute underdrücke Ich meine wut, bin Menschlich geworden, bin aber im Dunklen immer noch sehr leise....
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Jafar vor 3 Monate
Wieso sollte ich meinem Sohn einen Onkel organisieren, wenn er einen Vater hat? Oh da würde ich definitiv in der Schule vorbeimaschieren. Vielleicht mit meinem Bruder und ein paar Cousins und Freunden. Und von mir aus könnte der Vater dieses Mobbers auch gleich vorbeischauen. Sorry, aber bei Mobbing hört das auf. Kinder sollen sich raufen, das müssen sie auch. Aber Mobbing geht zu weit. Da wäre mir dann jedes Mittel recht es zu stoppen...
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Antwort von Goof vor 3 Monate
Alleine gegen ein Kind mags du nicht antreten 😉
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