An diesem Ping-Pong-Tisch trifft sich die Welt

Über ein halbes Jahrzehnt hinweg hielt ein Fotograf den Tischtennistisch vor seinem Fenster auf Bildern fest. Die Fotoserie ist wunderschön unaufgeregt.

Eigentlich wollte der gebürtige Japaner Tomiyasu Hayahisa nur einen Fuchs ablichten, den er aus dem Fenster seines Studentenwohnheims in Leipzig erblickte. Während er ein paar Tage darauf wartete, dass der Fuchs wieder um den Ping-Pong-Tisch vor seiner Wohnung herumstreunte, fiel ihm erst auf, was sich tagtäglich vor seinem Fenster so alles abspielt. Und als studierter Fotograf konnte er natürlich nicht anders, als diesen hübschen Einblick ins Leben anderer Menschen festzuhalten.

Über fünf Jahre hinweg – als Student und Meisterschüler an der Hochschule für Grafik und Buchkunst – fotografiert Hayahisa wieder und wieder mit der gleichen Kamera und der gleichen Perspektive den gleichen Tischtennistisch. Was sich ändert, ist nur das ganze Rundherum: Einmal sitzt da ein frustriert aussehender Fussballer, einmal verstecken sich Jugendliche unter dem Tisch vor dem Regen und ein andermal wird der Tisch flugs zur Unterlage für eine Grillparty umfunktioniert. Ping-Pong wird aber auf keinem Bild gespielt.

Für Auszeichnung nominiert

Das aus Zufall entstandene Projekt malt ein hübsches Bild unserer Gesellschaft: Ohne grossen Pathos zeigt Hayahisa so echte Situationen, die vielleicht viel mehr über unser Leben aussagen als inszenierte Shootings oder umständliche Kunstprojekte. Der Meinung sind nämlich auch die Macher des «First Book Award», die die Ping-Pong-Fotoserie in die Shortlist für die Nachwuchs-Auszeichnung aufgenommen haben.

Wir drücken dem Fotografen auf jeden Fall die Daumen und werden beim nächsten Mal, wenn wir wieder an einem Tischtennistisch vorbeilaufen wohl etwas genauer hinsehen.


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6 Kommentare

Lion vor 3 Monate
Meine Güte, was schon alles Kunst ist... es ist einfach lustig und unterhaltsam, aber Kunst, nein, sicher nicht! Zudem sind die Szenen teils widerlich, diese Sippschaften, die sich dort breit machen und ihre Clan-Feste feiern... Igitt.
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Bäh! vor 3 Monate
Kunst heisst also die Privatsphäre der abgebildeten zu ignorieren? 🤔
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monmon vor 3 Monate
bewegend in seiner echtheit - nichts ist gestellt... wie wohltuend neben den vielen selfies und selbstdarstellungen die heute so in sind !
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Gebt mir meine 2minuten zurück vor 3 Monate
Was für ein Schrott.
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