Hier wird echtes Bargeld für die Kunst beschädigt

Banknoten dienen immer öfter als kreative Arbeitsfläche für Künstlerinnen und Urban Artists. Kunstvolle Geldverschwendung?

Ganz so schön wie ein echter Klimt oder Magritte sind die Gemälde der Künstlerin Mari Roldán nicht. Dafür aber ziemlich wahrscheinlich um einiges platzsparender und vor allem erschwinglicher. Sie sind im doppelten Sinne etwas für «den kleinen Geldbeutel».

Bares wird Rares

Die junge Spanierin rekreiert nämlich Werke grosser Meister der klassischen und modernen Kunst auf echten Geldscheinen. Genau gesagt auf Euro-Banknoten. So entstehen Interpretationen von surrealistischen Szenarien wie bei Dalí, post-impressionistische Landschaften im Stile van Goghs und kitschige Jugendstil-Malereien nach dem Vorbild Gustav Klimts.

In ihre Arbeiten im Geldbeutelformat investiert Mari Roldán also neben ein wenig Farbe und Zeit auch bares Geld – muss sie doch für die winzigen Arbeitsflächen jeweils zwischen mindestens fünf und hundert Euro «ausgeben».

Kunst macht Geld kaputt

Das Bemalen von Banknoten ist in Europa nicht grundsätzlich verboten, jedoch oft weniger gern gesehen. Es gilt damit als beschädigt und niemand ist verpflichtet, beschädigte Noten anzunehmen – egal, wie hübsch der Schaden auch aussehen mag.

Da Mari aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vorhat, im Supermarkt mit ihren Kreationen den Wocheneinkauf zu bezahlen, dürfte sie dahingehend kaum vor gröberen Problemen stehen. Anders sieht es bei den Werken eines ihrer Künstlerkollegen aus, der anonym unter dem Namen «Stefanos» arbeitet.

Rebellion im Portemonnaie

Seit 2014 kritzelt der Grieche kleine Figürchen auf Euroscheine, die auf den ersten Blick kaum auffallen und mit den Hintergründen interagieren. Anschliessend bringt er die verzierten Noten wieder in Umlauf – als kleine Rebellion gegen das Establishment.

«Ich hacke sozusagen ein offizielles europäisches Dokument, das grenzübergreifend im europäischen Alltag zirkuliert. Dieses Medium erlaubt mir quasi öffentliches Eigentum zu beschädigen, ohne wirklichen Schaden anzurichten», erklärt er. Coole Idee – Street Art mal anders.
 


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11 Kommentare

Neumann vor 7 Monate
Käme mir nie in den Sinn, mein Geld zu bemalen. Nein, ich loche es dafür sodass ich es im Ordner ablegen kann. Manchmal zerreisse ich es auch, wenn ich wütend bin. Aber dann klebe ich es meistens wieder zusammen, wenn ich rausfinde was zusammenpasst. Geld wird meistens überbewertet. P.S. Die malende Spanierin ist gut, gefällt mir.
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Mike vor 7 Monate
In Spanien nichts neues. Dort ist es ziemlich üblich die Geldscheine als Notizzettel für alles mögliche zu verwenden. Von daher dürfte es kaum ein Problem sie die Noten auch im nächsten Kaufhaus wieder auszugeben.
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Terzuiol vor 7 Monate
Wieviel Geld wurde wohl investiert, um das Universum zu erstellen? Na, kommt der komplett verblödete Deppen-Mensch drauf? Hahahaha, diese Ameisen sind wahnwitzig!
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stef vor 7 Monate
würde sagen:"schön dumm"!
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