Millennials ruinieren ganze Industrien

Unsere Generation tickt anders als die unserer Eltern. Der gesellschaftliche Wandel hat auch für die Wirtschaft Konsequenzen – gewisse Produkte interessieren die Jugend einfach nicht mehr.

Generation Y, Millennials, Echo Boomers – es gibt viele Namen für Kinder, die zwischen Mitte der Achtziger bis Mitte der Neunzigerjahre geboren wurden und mindestens genauso viele Klischees: Wir sind respektlos gegenüber Autoritäten, wurden dermassen verhätschelt, dass wir mit den Herausforderungen des Erwachsenenalltags nicht klarkommen und dank Social Media geht es uns sowieso nur noch um Selbstdarstellung.

Ob diese Vorurteile zutreffen, sei mal dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass unsere Generation andere Bedürfnisse, Werte und Ziele hat als unsere Eltern. Das zeigt sich auch in der Wirtschaft. The Independent listet ganze Industrien auf, die von Millenials links liegen gelassen werden und die deshalb unter sinkenden Absatzzahlen leiden. Unter anderem sind wir dabei, Mayonnaise zu killen. Wir Schweine. Im Folgenden liest du die acht Wirtschaftszweige, die am meisten unter unserer Generation leiden.

1. Bier
Millennials leben bewusster: Sie rauchen weniger, saufen weniger und ernähren sich gesünder als frühere Generationen. Besonders Bier scheint ihnen nicht besonders zu munden. Laut Statistiken von Nielsen Data ist der Bierkonsum bei 21- bis 24-Jährigen in den vergangenen 15 Jahren um drei Prozent gesunken. Ein bisschen Alkohol darf aber schon sein: Die Absätze von Wein und Schnaps blieben mehr oder weniger gleich.

2. Rasierer
Bärte erfreuen sich schon seit einigen Jahren neuer Beliebtheit und Körperbehaarung allgemein feiert ein Comeback. Laut Studien ist die Anzahl monatlicher Rasuren bei Männern von durchschnittlich 3.7 auf 3.2 zurückgegangen. Gilette versuchte mit allen Mitteln, unter anderem Preissenkungen, die Zahlen zu korrigieren. Trotzdem fielen die Verkäufe von Rasierern innerhalb eines Jahres um 5.1 Prozent.

3. Motorräder
Früher galt ein Töff als Symbol für Freiheit. Millennials verwirklichen sich offenbar aber auf andere Art und Weise. «Die jungen Leute wollen keine Motorräder mehr», schrieb Matthew DeBord von Business Insider im Juli. «Das hat dazu geführt, dass der Markt in den USA, der sowieso stark umkämpft ist, geschrumpft ist.»

4. Traditionelle Hochzeiten
Konventionelle Eheschliessungen mit weissem Kleid, Brautstrauss und Torte sind der Generation Y zu konservativ. Laut einer Umfrage des Hochzeits-Magazins «The Knot» wurden die Dresscodes in den vergangenen Jahren lockerer und die Zeremonien weniger pompös. Ein möglicher Grund ist, dass Millennials später heiraten und selbst dafür aufkommen: «Vor zehn Jahren bezahlten meist die Eltern die Hochzeit», sagt ein Branchen-Insider. «Junge Leute wollen heute aber unabhängig sein und die Feier soll ihre Persönlichkeit reflektiert.»

5. Müsli
Corn Flakes und andere Frühstücksflocken findet die junge Generation laut der New York Times unpraktisch, weil man danach abwaschen muss. Millennials entscheiden sich stattdessen zum Frühstück eher für Sandwiches, die sie unterwegs verdrücken können und für die kein Geschirr nötig ist. Wahrscheinlich deshalb gingen Müsli-Verkäufe in den USA während der letzten fünf Jahre um elf Prozent zurück.

6. Spielzeuge
Wie viel Spielzeug verkauft wird, hängt unter anderem von der Geburtenrate ab. Weniger Kinder bedeuten weniger Interesse an Kinderartikeln. «In den vergangenen Jahren gingen die Geburtenraten vieler Länder zurück», schrieb Toys'R'Us vergangenes Jahr. Das führe bei Spielzeughändler zu Problemen.

7. Mayonnaise
Im April publizierte das «Philadelphia»-Magazin einen Artikel mit dem Titel «Wie Millennials die Mayonnaise töten» und BuzzFeed nannte die weisse Sauce in einem Listicle «der Schleim des Teufels». Laut Euromonitor gingen die US-Absätze von Mayonnaise zwischen 2012 und 2017 um über sechs Prozent zurück. «Im Gewürzmarkt herrscht ein harter Konkurrenzkampf», sagt Jennifer Healy, head of marketing bei Heinz. «Vor zehn Jahren war alles viel einfacher.» Eine möglicher Erklärung ist die bewusstere Ernährung: Auf einen veganen Burger gehört einfach keine Mayo.

8. Weichspüler
Mal im Ernst: Wer benutzt noch Weichspüler, nachdem er aus dem Elternhaus ausgezogen ist? Zwischen 2007 und 2015 gingen die Absätze von Weichspüler im US-Markt laut The Wall Street Journal um sagenhafte 15 Prozent zurück. Marktführer Downy hat eine simple Erklärung, warum Millennials darauf verzichten: «Sie wissen gar nicht mehr, wozu das gut sein soll.»

Gehörst du selber zur Generation Y und verzichtest auf bestimmte Produkte, die deine Eltern noch kauften? Erzähl es uns in den Kommentaren.


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186 Kommentare

420 vor 27 Tagen
Also sorry, aber habt ihr mal mayonnaise ausserhalb von europa gegessen? Schleim des teufels triffts da genau...
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besoffene Suzuki vor 27 Tagen
Also ich bin mit meinen 18 jungen Jahren bereits fleissig die Töff und Bier Industrie am unterstützen... Wenn ich meinen Freundeskreis ansehe, frage ich mich wirklich ob wir so anders als der Rest sind oder wieviel die ältere Generation gesoffen hat...^^
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Sammy vor 28 Tagen
Lasst die Millenials doch machen...die werden irgendwann auch noch Erwachsen werden und sich bis ans Lebensende hinterfragen warum auch? Warum habe ich mich nicht auf meine Eltern gehört.
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Eleonora vor 28 Tagen
In der Schweiz heisst es immer noch Müesli und nicht Müsli. Auch bei den Millenials.
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