«Ich rieche an meinen stinkenden Fingern»

Wir alle haben so unsere kleinen, versteckten Vorlieben und Ticks, die wir nicht unbedingt preisgeben wollen. Ob aus Scham, Angst vor sozialer Ächtung oder Unwille sich rechtfertigen zu müssen. Jetzt sprechen wir darüber.

Lange Zeit war es mir wirklich unangenehm, darüber zu sprechen. Mittlerweile aber – nach langen Jahren der Geheimhaltung – kann ich offen dazu stehen. Ich erröte nicht mehr, gerate nicht ins Stottern und versuche nicht mehr, panisch den Bildschirm auszuschalten, wenn unerwartet eine Person ins Zimmer kommt und mich dabei erwischt. Ich bin passionierter RTL-Zuschauer. Und stolz darauf!

Guilty Pleasures mit offenem Herzen feiern

Um ein bisschen konkreter zu werden: Ich liebe das Nachmittagsprogramm der meisten deutschen, privaten Fernsehsender. Dokutainment und gewisse Reality-Shows, in denen sich D-Promis vor laufenden Kameras ihrer Würde entledigen, sind genau die Art von Unterhaltung, die mich davor bewahrt, endgültig in ein manisch-depressives Loch zu fallen. Und RTL steht ja quasi stellvertretend für den – meiner Meinung nach unfair despektierlichen – Begriff «Trash TV».

Was mich früher in Verlegenheit gebracht hat, ist heute keineswegs mehr ein Thema, dessen ich mich schäme. Wozu versuchen, ein pseudo-intellektuelles Image aufrechtzuerhalten und meine innere Überzeugung verleugnen, nur um vor Leuten als jemand dazustehen, der ich nicht bin? Ich habe gelernt, meine Schwachpunkte und «Guilty Pleasures» nicht nur zu akzeptieren, sondern mit offenem Herzen zu begrüssen und zu feiern.

Niemand ist allein

Und das sollte jeder tun! Ob es sich nun um «schlechten» Musikgeschmack oder gemeinhin als niveaulos angesehene TV-Gewohnheiten handelt. Ob es kleine Ticks sind, die dich dazu zwingen, an ekelhaften Dingen zu schnuppern oder gewissen- und rücksichtslos den letzten Keks aus der Dose zu nehmen: Steh dazu – dann gehts dir besser. Und du bist bestimmt nicht allein. Glaub mir.

Im Video oben haben sich einige unsere liebsten Kolleginnen und Kollegen aus der Redaktion einen Ruck gegeben und über ihre unangenehmen Vorlieben geredet. In den Kommentaren unten hast du selbst die Möglichkeit dazu.

(Video von Dominik Kerschenbauer)


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10 Kommentare

Ralle vor 9 Tagen
Ihr seid mir ja mal so richtig selbstverliebt.
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Köbi vor 19 Tagen
Würg
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Löli vor 20 Tagen
Das erste Girl hat die Beschreibung eines "Guilty Pleasures" wahrscheinlich noch nicht erfahren... 😉
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Jack Russlan vor 20 Tagen
Ich rieche gern an meinem stinkenden Hund und an meiner stinkenden Frau. Es bereitet mir auch Lust und Freude, wenn ich mit dem stinkenden Hund in den ÖV steige und die Leute die Nase rümpfen aber nicht trauen etwas zu sagen. Ebenso lasse ich ihn im Sommer gerne eine Erfrischung im See nehmen, worauf er sich anschliessend direkt neben den Leuten auf ihren Tüchern ausschüttelt. Das stört die Leute natürlich, aber niemand traut, etwas zu sagen und ich tu so, als würde ich nichts sehen - während mir innerlich fast einer abgeht. Das ist wie wenn ich jemandem ein Bein stelle - ich weiss es, die Person, die umfällt, weiss es, aber alle tun trotzdem so, als ob nichts wäre. Ich staune immer wieder über solche Situationen und muss die immer wieder provozieren.
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