Eine Ausbildung zum Influencer kostet 5000 CHF

Diesen Herbst startet die erste Influencer-Ausbildung der Schweiz. Wir haben mit den Initiatoren gesprochen.

«Neue Influencer braucht das Land», schreibt die frisch gegründete swiss digital influencer academy. Sie wirbt für den ersten Influencer-Diplomlehrgang der Schweiz, der diesen Oktober startet. Das Ziel ist nicht nur, Menschen zu besseren Selbstdarstellern zu machen und das Product Placement zu optimieren – es gibt Influencerinnen, die Intimrasierer beim gemütlichen Chillen im Hotelpool bewerben, straight aus dem Leben halt – der Academy geht es auch um die Professionalisierung des Berufsstandes. Und darum, dass er ernst genommen wird.

«Zum Influencer-Dasein gehört vieles dazu und wir versuchen auch offenzulegen, wie viel Arbeit hinter dem Job steckt», erläutert Ralph Kohler, Studienleiter des Diplomlehrgangs. Die Beirätin und Dozentin Melanie Balasopulos, die gigantische Insta-Accounts wie beispielsweise @myinteriour betreut, ergänzt: «Für einen Post benötigt man auch tatsächlich mindestens einen Tag. Dazu gehört beispielsweise das Nachlesen über das Produkt, das Diskutieren mit dem Unternehmen, das Auftreiben eines Fotografen und des Licht-Equipments, das Texten und so weiter», sagt sie. «Einfach hübsch und herzig zu sein, reicht eben noch nicht.»

Von Videoproduktion bis Medienrecht

Um das ganze Know-How rund um hübsche Gesichter auf hübschen Fotos zu lernen, können Interessierte und Talentierte nun den Diplomlehrgang «Influencer/Influencerin» besuchen. Die Ausbildung umfasst Videoproduktion, Texten und Redigieren, Marketing-Grundlagen, Fotografie oder Medienrecht. Studienaufenthalte in Davos (für Video-Know-How), Berlin (zum Thema künstliche Intelligenz) und Monaco/Mailand (alles rund um Luxusgüter) sind ebenfalls Teil des Curriculums. Kostenpunkt für die sechs- bis neunmonatige Ausbildung: 5000 CHF.

Nicht wenig für Influencer, die vielleicht noch keinen Rappen mit ihrem Insta-Account verdient haben. «Wir können natürlich keinen Erfolg garantieren», sagt Kohler. «Aber es hat sich gezeigt, dass die Unternehmen in Influencer-Marketing investieren wollen. Und dafür brauchen sie professionelle Ansprechpartner. Und wir versuchen, diese auszubilden.»

Eidgenössischer Fachausweis

Influencer werden hierzulande noch nicht wirklich ernst genommen – alleine unsere Leserkommentare sprechen da schon Bände. Die Macher des Studiengangs vermuten aber, dass sei nur eine Frage der Zeit: «Suchmaschinenoptimierung oder Dentalhygiene wurden auch lange nicht als <normale> Berufe akzeptiert», sagt Kohler.

Um Akzeptanz und Professionalität der Branche voranzutreiben, strebt die swiss influencer academy einen eidgenössischen Fachausweis an. Influencer mit eidg. Fachausweis – ganz ehrlich, das klingt fast schon zu nice, um wahr zu sein.

Das ganze Interview findet ihr oben im Video. Wünscht ihr euch auch eine Influencer-Karriere oder haltet ihr das für sinnlos? Erzählt es uns in den Kommentaren!

Video von Valentina Sproge.


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36 Kommentare

vor 3 Monate
so eine frechheit so etwas überhaupt anzubieten !!!!!! hoffe es finden sich keine doofen die das noch bezahlen. !!! gopf sollte verboten sein. !!!
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Antwort von sabrina vor 3 Monate
Es werden immer und für alles Idioten gefunden.
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Sina vor 3 Monate
Bei mir kostet es 25'000.- Franken. Ich gebe den Lehrgang "Dipl. Influencer/In Worldwide". Er dauert vier Wochenenden und ich garantiere, dass man danach das Diplom an die Wand hängen darf. Natürlich ist man mit meiner Methode 5x erfolgreicher als mit der Methode für 5'000.- Franken. Ist ja logisch.
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Laura vor 3 Monate
und wenn ich mir all die zahlen bei likeometer.ch von diesen influencern anschaue, wird mir schlecht - viele setzen bots ein und kaufen fake-follower. kann man dort auf der seite sehr gut beobachten. traurig aber wahr.
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