CBD hat mir das Kiffen ruiniert

Das THC-freie Gras ist momentan in aller Munde. Unser Redaktor – ein langjähriger Kiffer – hat nach einer CBD-Phase plötzlich Mühe mit normalem Cannabis.

Seit meinen Teenagertagen kiffe ich. Als ich anfing, habe ich Gras quasi zur Selbstmedikation benutzt. Als Jugendlicher zeigte ich starke Tendenzen zu Depressionen und Sozialphobie – ausserdem war ich auf bestem Weg, eine ernstzunehmende Zwangsneurose zu entwickeln. Das Kiffen hat all die Probleme für mich gelöst.

Mittlerweile bin ich Mitte 20 und mir ist schon länger bewusst, dass ich meinen Gras-Konsum etwas zurückfahren sollte. Der Hype um CBD, also Cannabis ohne den psychoaktiven Wirkstoff THC, war für mich deshalb ein Gottesgeschenk: Ich konnte jeden Tag Joints rauchen, ohne das Gefühl zu haben, dass mein Gehirn in einigen Jahren deshalb Brei sein wird. Wie sich herausstellt, hat mir ebendieses CBD-Gras zwar gegen die Abhängigkeit geholfen, gleichzeitig aber neue Probleme verursacht.

Der Vorzeige-Kiffer gibt THC auf

Ungefähr einen Monat lang habe ich ausschliesslich CBD geraucht. Ich hatte zwar nicht das Gefühl, dass sich meine Persönlichkeit dadurch veränderte – es fühlte sich aber gut an, zu wissen, dass ich nicht mehr ständig komplett stoned war. Mein Umfeld klopfte mir ausserdem kollektiv auf die Schulter: Ich, der Vorzeige-Kiffer, hatte THC aufgegeben. Sogar Mama war ein bisschen stolz.

Der entscheidende Moment kam dann, als ich mich wieder an «normales» Gras heranwagte. Natürlich hatte ich den Flash zu einem gewissen Grad vermisst und so gönnte ich mir eines Abends mal wieder eine richtige Tüte. Meine Fresse, war ich high. Und ich merkte sofort wieder, wie wertvoll so ein Flash sein kann: Gedanklich driftete ich endlich wieder in völlig andere Sphären ab, ich war kreativ wie lange nicht mehr und erlangte eine neue Perspektive auf Probleme, die mich in dem Moment beschäftigten.

Panikattacken und schizophrene Gedanken

Als ich irgendwann über das Universum, das Leben – das Davor, Danach und Daneben – sinnierte, bekam ich plötzlich Herzrasen und Schweissausbrüche. Ich erinnere mich nicht genau, was für ein Gedanke es war, der mich so beängstigte, aber von einem Moment auf den anderen war ich mit dem Flash komplett überfordert.

Wie ich später im Gespräch mit einem Therapeuten herausfand, erlebte ich eine klassische Panikattacke. Die nächsten Wochen waren geprägt von Angststörungen, ich fiel teilweise zurück in alte Muster meiner Zwangsneurose und hatte Gedanken, die definitiv in eine schizophrene Richtung gehen: Ich beschäftigte mich zum Beispiel ausführlich mit der Idee, dass unsere Welt nur eine Computer-Simulation sein könnte. Mit diesen Fragen hatte ich mich schon früher auseinandergesetzt, sie hatten mir aber nicht ansatzweise solch eine Furcht eingejagt. Jetzt drehe ich also komplett durch, dachte ich.

Das THC nicht mehr gewohnt

Seither ist Kiffen für mich nicht mehr das Gleiche: Wann immer ich einen Joint rauche, schwingt die latente Angst mit, wieder an dunkle Ort abzudriften und erneut eine Panikattacke zu erleiden. Ich wollte weiterhin ab und zu kiffen – hatte gleichzeitig aber übermässigen Respekt vor dem Flash. Warum konnte ich, der ich mir früher ohne Probleme die härtesten Joints reingedrückt hatte, plötzlich nicht mehr mit THC umgehen?

Die Antwort liegt auf der Hand: Während meiner CBD-Phase hatte ich meine THC-Immunität verloren. Diese Theorie bestätigt auch Franjo Grotenhermen, Arzt und Geschäftsführer der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Cannabinoid-Medikamente: «Wenn man den THC-Konsum aussetzt, wirkt es danach wieder deutlich stärker als bei einem Dauerkonsumenten», sagt er.

Neue Toleranz aufbauen

Was also tun, wenn ich trotzdem ab und zu einen «richtigen» Joint rauchen möchte? Müsste ich einfach wieder regelmässiger kiffen, um eine gewisse Toleranz zurückzugewinnen? Wenn man bedenkt, dass ich meinen Konsum grundsätzlich reduzieren wollte, wäre das kontraproduktiv. Aber auch Grotenhermen sagt, es wäre eine Möglichkeit, das CBD abzusetzen und zu schauen, wie sich die Wirkung von THC entwickelt. Ganz aufhören will ich schlichtweg nicht.

Eine richtig üble Panikattacke habe ich bis jetzt nicht mehr erlebt. Allerdings rauche ich THC auch nur noch in einer Umgebung, in der ich mich absolut sicher fühle. Mit einer subtilen Angststörung kämpfe ich heute noch in gewissen Situationen – ob mit oder ohne Joints. Jedenfalls bin ich im Umgang mit Gras massiv vorsichtiger geworden. Grundsätzlich nichts Negatives – und trotzdem: Das CBD hat mir zu einem gewissen Grad die Freude am Kiffen ruiniert.


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397 Kommentare

vor 1 Monat
CBD Weed und THC Weed mischen und schon sind alle beschriebenen, negativen Begleiterscheinungen verschwunden. Hatte auch schon diverse Panikattacken, aber mit der Mischung bleibt alles entspannt. 👍🏽
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CBDeluxe vor 2 Monate
Das dieser Artikel noch immer existiert verwundert mich sehr. Das hat bestimmt kein langjähriger Kiffer geschrieben. Diese Person sollte die Finger davon lassen.
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rko vor 2 Monate
Er musste erst zu einem Therapeuten um herauszufinden dass man eine THC-Toleranz aufbaut??? Sorry aber dass zeigt dass der Redaktor null Plan hat. Fake Story oder Vollidiot, wie dem auch sei: Beitrag für die Mülltonne!
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Lukas vor 2 Monate
Bezüglich Herzrasen und Angststörung muss ich sagen, ich hab das Thema auch schon durch. Ich kenne auch einige denen es in kürzerer Zeit ähnlich ging. Ich gehe davon aus, dass das Herzrasen bei sehr starken, überdüngten indoor Pflanzen auftreten kann. Anscheinend gibt es neuerdings spezielle Wachstumshormone welche beigefügt werden, um die anzahl der Trichomen zu erhöhen. Dieses soll im speziellen den Nebeneffekt haben. Wieviel daran wahr ist kann ich nicht sagen. Meine erfahrung ist: langjährig mehr oder weniger häufig kiffen ohne probleme. Neue Sorte gekauft mit sehr festen, dichten Buds. Da begannen die Symptome. Teilt mir verne eure eigenen Erfahrungen diesbezüglich mit.
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